Dank der großen RAM- und Chip-Nachfrage verdienen Samsung, SK Hynix und andere südkoreanische Elektronikkonzerne viel Geld – und verteilen massive Boni an ihre
Baek, ein 35-jähriger Manager beim südkoreanischen Halbleiterriesen SK Hynix, hat sich vor einem Jahr bei Sunoo angemeldet, einer Partnervermittlungsagentur mit Sitz in Seoul. Genau genommen war er es nicht selbst: In einer für südkoreanische Eltern typischen Geste hatte seine Mutter dafür gesorgt, in der Hoffnung, eine gute Ehefrau für ihren Sohn zu finden. Das war offensichtlich eine sinnvolle Entscheidung. In letzter Zeit, so Baek (der darum bat, zum Schutz seiner Privatsphäre hier nicht mit seinem vollständigen Namen genannt zu werden), haben er und seine Kollegen mehr Glück bei der Partnersuche als früher.
Der Grund: Seine Tätigkeit sorgt aktuell für erstaunliche Bonuszahlungen. Angesichts der atemberaubenden Gewinne aus dem KI-Geschäft schloss SK Hynix im vergangenen Jahr einen wegweisenden Vertrag mit Mitgliedern seiner Gewerkschaft, wonach zehn Prozent des Betriebsgewinns an die Mitarbeiter:innen ausgezahlt werden. In diesem Jahr machte das eine zusätzliche Gehaltssumme von 476.000 US-Dollar pro Mitarbeiter:innen aus. Eine ähnliche Vereinbarung und – eine beträchtliche Pauschalzahlung – folgten im Mai dieses Jahres für Mitarbeiter:innen aus der Samsung-Chipfertigung.
„Vielleicht wegen der Boni, die ich erhalten habe“: Chip-Arbeiter berichten über ihre Dating-Situation
Mit dem neu gewonnenen Reichtum sind Angstellte in Chipherstellern wie Baek zu den begehrtesten Junggesell:innen in Südkorea geworden. „Ich habe einen Kollegen, der ständig auf Blind Dates geht. In letzter Zeit bekommt er enorm viele“, sagt Baek. „In den letzten Monaten habe auch ich viele Anfragen bekommen, vielleicht wegen der Boni, die ich erhalten habe.“ In letzter Zeit scherzen junge Südkoreaner:innen im Internet, dass das beste Outfit für ein solches Blind Date eine SK-Hynix-Betriebsuniform sei.