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Er war Lehrer, Sportchef und studierte Jus – Marinko Jurendic übernimmt den neugeschaffenen Posten als Sportdirektor im Schweizerischen Fussballverband

Дата публикации: 28-07-2026 12:59:10

Beim letzten Meistertitel des FC Zürich war er der Baumeister des Teams, neu ist der 48-Jährige für die Entwicklung des Fussballs im SFV zuständig. Bereits wartet ein wichtiger Personalentscheid auf ihn.

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Er war Lehrer, Sportchef und studierte Jus – Marinko Jurendic übernimmt den neugeschaffenen Posten als Sportdirektor im Schweizerischen Fussballverband

Beim letzten Meistertitel des FC Zürich war er der Baumeister des Teams, neu ist der 48-Jährige für die Entwicklung des Fussballs im SFV zuständig. Bereits wartet ein wichtiger Personalentscheid auf ihn.

«Mein Leben hat viele Wendungen genommen»: Marinko Jurendic.

«Mein Leben hat viele Wendungen genommen»: Marinko Jurendic.

Eibner/Imago

Der Schweizerische Fussballverband (SFV) hat seinen Sportdirektor gefunden. Ab Mitte August wird Marinko Jurendic als Chief Sports Officer (CSO) die Gesamtverantwortung für den Bereich Sport tragen. Die Stelle wurde nach einer Umstrukturierung im Verband neu geschaffen, sie umfasst die Direktionen Männer-Nationalteams, Frauenfussball und Fussballentwicklung. Das Ziel sei, «den Schweizer Fussball nachhaltig weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Sportbereichen weiter zu stärken», schreibt der SFV. Der 48-jährige Jurendic wird direkt dem SFV-Präsidenten Peter Knäbel unterstellt sein.

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In der Schweiz kennt man Jurendic vor allem aus seiner Zeit als Sportchef des FC Zürich. Er war mit dem Trainer André Breitenreiter für die Zusammenstellung jener Mannschaft zuständig, die 2022 überraschend den Meistertitel gewann. Im FCZ wurde er für seine umsichtige, sachliche Art geschätzt, er war ein Ruhepol im latent emotionalen Klub. Auch wenn Jurendic keiner ist, der sich in den Vordergrund drängt, hat er klare Vorstellungen, die auf akribischer Arbeit basieren. 2023 wechselte er als Sportchef in die Bundesliga zum FC Augsburg. Trotz einem bis Sommer 2026 laufenden Vertrag wurde er im Mai 2025 entlassen.

Jurendic, der die ersten neun Lebensjahre bei der Grossmutter in Bosnien-Herzegowina verbrachte, hat einen ungewöhnlichen Weg gemacht. Sein Interesse beschränkte sich nie nur auf Fussball, er hat ein Flair für Psychologie und Pädagogik, soziale Fragen beschäftigen ihn. Seine eigene Karriere war ordentlich, aber nicht herausragend, sein grösster Erfolg war der Aufstieg in die Super League mit dem FC Thun 2002. Bereits mit 28 musste er die Karriere wegen körperlicher Beschwerden beenden. Dafür machte er das Lehramt, studierte einige Semester Jus und BWL.

In den 2000er Jahren arbeitete er für den Unternehmer und Luzerner FDP-Politiker Otto Ineichen. Jurendic leitete unter anderem dessen Stiftung Speranza, ein Förderprogramm für Schulabgänger mit schwierigen Berufsaussichten. «Mein Leben hat viele Wendungen genommen», sagte Jurendic 2021 der NZZ, «davon profitiere ich.»

Neben dem Job bei Ineichen war Jurendic Stürmertrainer beim FC Luzern. Später zog es ihn auf die Trainerbank in Kriens und Aarau. Wegweisend war aber wohl ab 2013 sein Engagement als Assistent des Technischen Direktors im SFV – dieser hiess damals Peter Knäbel, heute SFV-Präsident. Jurendic übernahm Aufgaben als Scout der Nationalmannschaft und als Stürmertrainer der Nachwuchsauswahlen. Schon einmal waren die beiden kurz aufeinandergetroffen, als der Spieler Jurendic 2002 zum FC Winterthur wechselte, wo Knäbel die Nachwuchsabteilung leitete. Auch die Fussballwelt ist klein.

Auf Marinko Jurendic kommt bereits in den ersten Wochen viel Arbeit zu, wichtige Personalentscheide stehen an. Für Pierluigi Tami war der Viertelfinal der Schweiz gegen Argentinien an der WM das letzte Spiel als Direktor der Nationalmannschaften. Der 64-jährige Tessiner wird in wenigen Wochen pensioniert. Die Suche nach einem Nachfolger läuft.

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