Fünf Jahre nach dem Rücktritt lotet die amerikanische Leichtathletin ihre Grenzen aus. Es ist auch ein Experiment zur Leistungsfähigkeit von älteren Athletinnen. Für Frauen im Sport war Felix schon immer eine Vorkämpferin.
Fünf Jahre nach dem Rücktritt lotet die amerikanische Leichtathletin ihre Grenzen aus. Es ist auch ein Experiment zur Leistungsfähigkeit von älteren Athletinnen. Für Frauen im Sport war Felix schon immer eine Vorkämpferin.

Patrick Smith / Getty
«Was, wenn noch mehr in uns steckt? Was, wenn Mutterschaft dich bereichert, nicht schwächt? Was, wenn die schönsten Kapitel noch geschrieben werden?»
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Mit diesen Worten verkündete Allyson Felix ihre Rückkehr auf die Leichtathletikbahn. Fünf Jahre nach dem Rücktritt will die siebenfache Olympiasiegerin und vierzehnfache Weltmeisterin diese Fragen für sich beantworten. Das Ziel sind die Olympischen Spiele 2028 in ihrer Heimatstadt Los Angeles; Felix wird dann 42 Jahre alt sein. Inspiriert von Rückkehrerinnen und Rückkehrern jenseits der vierzig wie Lindsey Vonn oder Tom Brady, geht sie das Projekt unter grossem Scheinwerferlicht an: Auf der eigens ins Leben gerufenen Plattform «More in us» will sie ungeschönte Details ihres Weges teilen. Und ruft die Follower dazu auf, von den eigenen Träumen zu erzählen, die sie noch nicht aufgegeben haben.
Felix ist nicht nur die erfolgreichste Olympionikin der Leichtathletikgeschichte. Sie stärkt, fördert und inspiriert Athletinnen längst auch neben der Bahn und baute sich aus diesem Engagement ein Business auf. Ursprünglich war sie unfreiwillig in diese Rolle gerutscht, während ihrer ersten Schwangerschaft. Damals litt sie an einer Erkrankung, die schwarze Frauen viel häufiger betrifft als weisse, es folgte ein traumatischer Notkaiserschnitt lange vor dem Geburtstermin. Danach nutzte Felix ihre Stimme, um auf den Missstand aufmerksam zu machen, dass schwarze Frauen bei gesundheitlichen Problemen weniger ernst genommen werden.
Zudem machte sie ihr Zerwürfnis mit ihrem Sponsor Nike publik. Dieser bot ihr wegen der Schwangerschaft ab 2018 nur noch 70 Prozent der vertraglich festgelegten Summe an, was Felix nicht akzeptierte. Ihr damaliger Kampf ebnete den Weg für zahlreiche Verbesserungen für Frauen, die nach einer Geburt in den Sport zurückkehren wollen. Auch Nike führte daraufhin einen achtzehnmonatigen Mutterschutz ein, während dessen die Athletinnen gleich viel Geld erhalten wie vorher.

Steph Chambers / Getty
Zu spät für Felix, die bereits den Ausrüster gewechselt hatte. Mit ihrem Bruder Wes gründete sie ihre eigene Marke Saysh mit auf Frauen zugeschnittenen Laufschuhen, in denen sie 2021 in Tokio zu ihrem bis anhin letzten Olympiasieg lief. Seit 2024 führt sie – ebenfalls mit ihrem Bruder – zudem eine Vermarktungsagentur für Athletinnen.
Zusammenarbeit mit Innovation-HubsNun reizt es Felix, nochmals eine unsichtbare Grenze zu durchbrechen: herauszufinden, was ein Körper jenseits der vierzig leisten kann. Im vollen Bewusstsein, dass die schnellen Muskelfasern, die sie als Sprinterin braucht, im Alter abnehmen. Dazu möchte sie die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur weiblichen Leistungsfähigkeit nutzen. Investorinnen in den Frauensport wie Michele Kang haben jüngst Innovation-Hubs eröffnet, die sich dem Thema widmen.
«So vielen von uns wurde gesagt, wir sollten nichts Grosses und Gewagtes angehen», sagte Felix dem «Time Magazine». «Aber warum eigentlich nicht? Drehen wir den Spiess einfach um. Lassen wir uns darauf ein. Zeigen wir uns verletzlich.»
Damit sie mehr Zeit für ihre siebenjährige Tochter und den zweijährigen Sohn hat, beschränkt Felix ihre Renneinsätze. Ab 2027 wird sie die nötigen Wettkämpfe absolvieren, um sich für die US-Trials zu qualifizieren. «Project six» nennt Felix ihr spektakuläres Comeback – Los Angeles wären ihre sechsten Olympischen Spiele. Bei allen fünf bisherigen Teilnahmen hat sie zwischen einer und drei Medaillen geholt. Was, wenn noch mehr möglich sind?
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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