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Leistungssport im Alter: „Mein Ziel ist es, auch über 80 noch so fit zu bleiben“

Дата публикации: 25-03-2026 10:15:00




Mit über 70 Jahren sind Norbert Schüppler und Norbert Bande Weltmeister im Masters-Wasserball – und denken nicht ans Aufhören. Das Training gibt ihnen Gemeinschaft und hält sie fit. Doch wie gesund ist Leistungssport in dem Alter wirklich?



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Leistungssport im Alter „Mein Ziel ist es, auch über 80 noch so fit zu bleiben“

„Für den Wasserball braucht es nicht viel“, betonen die Sportler immer wieder. Eine Badehose und genügend Hallenzeit genügt ihnen meistens fürs Training. Unterstützung bekommen sie von ihrem Verein.

„Für den Wasserball braucht es nicht viel“, betonen die Sportler immer wieder. Eine Badehose und genügend Hallenzeit genügt ihnen meistens fürs Training. Unterstützung bekommen sie von ihrem Verein.

Foto: Anne Orthen

Düsseldorf · Mit über 70 Jahren sind Norbert Schüppler und Norbert Bande Weltmeister im Masters-Wasserball – und denken nicht ans Aufhören. Das Training gibt ihnen Gemeinschaft und hält sie fit. Doch wie gesund ist Leistungssport in dem Alter wirklich?

„Wer rastet, der rostet“, sagt Norbert Schüppler, wenn man ihn fragt, warum er sich den Leistungssport in seinem Alter noch antut. Mit 73 Jahren ist er Weltmeister im Masters-Wasserball. Und hat noch längst keine Pläne, die Badehose an den Nagel zu hängen. Im Gegenteil: Wenn es nach ihm ginge, könnte sich sein Team nächstes Jahr erneut den Titel holen. „Im Grunde wollen alle in der Mannschaft bis zu ihrem Lebensende Sport treiben“, sagt er.

Der Wasserball begleitet Schüppler schon seit seiner Jugend. Mit 13 ging er erstmals zum Training, vor allem weil sein großer Bruder auch hinging und er außer einer Badehose kaum etwas brauchte. Er fand Gefallen an dem Sport, trainierte bis zu viermal in der Woche. Wenn Mitschüler in den Urlaub fuhren, verbrachte Schüppler die Ferien im Trainingslager. Für den ASC Duisburg spielte er in der Bundesliga, wurde in die Nationalmannschaft berufen und reiste 1972 sogar zu den Olympischen Spielen nach München. „Ich habe damals nichts anderes gemacht“, sagt er.

Als junger Erwachsener kam dann das Leben dazwischen: Lohnarbeit, Geschäftsreisen, Kinder. All das ließ wenig Zeit für den Sport. Zumal er die Randsportart nie hauptberuflich hätte ausüben können. Er nahm Abstand vom Wasserball – bis 2000 die Masters-Weltmeisterschaft in München stattfinden sollte. „Im gleichen Olympiabad wie schon 1972.“ Schüppler ging bereits auf die 50 zu, da wurden Erinnerungen an eine verloren geglaubte Leidenschaft wach. Und die Idee war geboren: Mal wieder eine Meisterschaft spielen – das wär‘ doch was!

Für die WM trommelten sie das Team von früher zusammen

Bei einem Comeback der alten Mannschaft war Norbert Bande sofort dabei. Wie Schüppler hat auch er als Jugendlicher für Duisburg in der Bundesliga gespielt und sich als junger Erwachsener für 20 Jahre vom Wasserball verabschiedet. Heute ist Bande 76 Jahre alt. Er und Schüppler kennen sich durch den Sport seit über 50 Jahren. Für die Masters-WM in München griffen die beiden direkt zum Hörer: „Wir haben dann alle zusammengetrommelt“, erzählt Bande. Sie riefen ehemalige Teamkollegen und Gegner von damals an und bekamen tatsächlich eine vollzählige Mannschaft zusammen. „Das war dann der Startpunkt für die internationalen Turniere, die wir gemacht haben“, sagt Schüppler. Bis heute tritt das Masters-Team auch bei internationalen Wettbewerben für den Düsseldorfer Schwimmclub (DSC 1898) an.

Die erste Mannschaft des ASC Duisburg im Jahr 1971, mit Norbert Schüppler (Vierter von links, oben) und Norbert Bande (Zweiter von rechts, unten).

Die erste Mannschaft des ASC Duisburg im Jahr 1971, mit Norbert Schüppler (Vierter von links, oben) und Norbert Bande (Zweiter von rechts, unten).

Foto: ASC Duisburg

Für die beiden Männer begann eine zweite Wasserballkarriere in ihrer zweiten Lebenshälfte. Und zwar als Masters-Athleten. So werden Sportler genannt, die wegen ihres Alters nicht mehr an den Haupt-Wettbewerben einer Sportart teilnehmen. Im Masters-Bereich treten sie dann in ihren Altersklassen an – und das theoretisch bis zum Lebensende.

Neun WM-Titel haben sie seit ihrem Comeback gewonnen

Schüppler und Bande könnten als Masters-Wasserballer kaum erfolgreicher sein. Neun Weltmeistertitel und 30 Goldmedaillen in der Deutschen Meisterschaft haben sie seit ihrem Comeback gewonnen. Für Europa- und Weltmeisterschaften sind sie um die ganze Welt geflogen: Neuseeland, Australien, Singapur, Russland, Katar. Kein Ziel war ihnen je zu fern – und ist es bis heute nicht.

Für den DSC 1898 treten Norbert Schüppler (l.) und Norbert Bande (r.) bei internationalen Wettkämpfen an. In Düsseldorf trainieren sie im Rheinbad in Stockum.

Für den DSC 1898 treten Norbert Schüppler (l.) und Norbert Bande (r.) bei internationalen Wettkämpfen an. In Düsseldorf trainieren sie im Rheinbad in Stockum.

Foto: Anne Orthen

„Jedes Jahr fahren wir als Mannschaft eine Woche irgendwo hin. Und das ist einfach nur genial“, sagt Schüppler. Zweimal in der Woche trainieren sie gemeinsam im Rheinbad, ziehen ihre Bahnen, werfen ein paar Bälle. Spielabläufe üben sie in der Regel nicht mehr. Die haben sie nach Jahrzehnten ohnehin perfektioniert. Bei den Meisterschaften weiß jedes Team-Mitglied, was zu tun ist. Nach dem Training sitzen sie häufig noch zusammen. Es gibt Bier, meistens alkoholfrei, und Gespräche unter alten Freunden. Der Sport gibt ihnen Gemeinschaft, die für Männer in ihrem Alter nicht selbstverständlich ist.

Ist Leistungssport in dem Alter noch gefährlich?

Norbert Bande hörte nur kurzzeitig auf den Rat seines Kardiologen. Eine deutsche Meisterschaft ließ er aus, dann stieg er mit der Zustimmung seines Arztes wieder ins Becken. „Mein Ziel ist es, auch über 80 noch so fit zu bleiben“, sagt er, „dafür brauche ich auch den Sport.“ Mit 76 Jahren ist der Duisburger wohl fitter als die meisten Menschen in seinem Alter. Er macht ohne Probleme Fernwanderungen, hackt zu Hause Holz und schwimmt bei beißend kalten Temperaturen noch im See.

Und dennoch lässt sich eine Tatsache nicht ganz ausblenden: Die Zeit lässt sich nicht umkehren. Während junge Sportler noch auf ihre Bestleistungen hinarbeiten, haben Masters-Sportler sie meist schon hinter sich gebracht. „Das muss man akzeptieren“, sagt Norbert Schüppler, auch wenn das manchmal schmerzhaft sei. Was hilft, ist, dass ihr Team alle fünf Jahre in die nächsthöhere Altersstufe kommt. So vergleiche man sich weniger mit Jüngeren. Und außerdem: „Da sind wir dann wieder die Jüngsten.“

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Классификация: Спорт. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 13.08. Источник: rp-online.de.