6000 Höhenmeter und sechs Etappen: In Hannibals Fußstapfen traten 14 Jugendliche der Mutlanger Hornbergschule mit ihren Begleitpersonen. Durch drei Länder wanderten sie über die Alpen.
Stand: 01.08.2026, 17:30 Uhr
Von: Christian Nick

6000 Höhenmeter und sechs Etappen: In Hannibals Fußstapfen traten 14 Jugendliche der Mutlanger Hornbergschule mit ihren Begleitpersonen. Durch drei Länder wanderten sie über die Alpen.
Mutlangen. Zugegeben: Elefanten hatten sie nicht dabei. Doch wer auf Hannibals Spuren wandeln will, sollte das gerade deswegen nicht unpräpariert tun: "Die Vorbereitung auf die Tour lief über das gesamte Schuljahr", berichtet Alexander Reichenauer, Lehrer an der Mutlanger Hornbergschule und Leiter der dortigen "Natursport"-AG. Schließlich mussten die späteren Alpen-Bezwinger fit genug für die große Aufgabe sein – auch mit rund zehn Kilo Gepäck auf dem Rücken.
Zunächst wurde also rund um die "Gemeinde mit Weitblick" trainiert. Doch der Blick schweifte da natürlich schon nach oben: Im Frühjahr ging es für drei größere Touren auf die Schwäbische Alb, um mit den Trekking-Stöcken Höhenmeter zu machen. Auch Sponsoren, die Geld zuschießen, mussten und konnten gewonnen werden.
Fiebern bis zum StartMitte Juli naht dann der Tag, auf den Reichenauer, die weiteren drei Begleitpersonen sowie die Hauptakteure – 14 Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis 14 Jahren – so lange hingefiebert hatten: Die Wanderstiefel sind geschnürt, die Rucksäcke gepackt und die Erwartungen groß. Eine knappe Woche werden sie unterwegs sein. Von Deutschland nach Italien. Ganze 90 Kilometer Fußmarsch und 6000 Höhenmeter sieht die Route vor, die Reichenauer und seine Mitstreiter geplant haben. Es wird über die Pässe von Dreitausendern gehen, vorbei an Gletschern und Gebirgsbächen.
Die Idee zu der ambitionierten mehrtägigen Wanderung wurde bei Aktionen jener AG geboren, welcher der 53-jährige Lehrer schon seit über zwei Jahrzehnten vorsteht. "Wir haben in den vergangenen Jahren schon Berge bestiegen, zum Beispiel die Lachenspitze im Tannheimer Tal. Und da war der Tenor, dass man schon noch eine Nacht dranhängen könnte." Nun indes werden es gleich einige Übernachtungen mehr sein, die Erwachsene und Jugendliche miteinander verbringen. Auf Hütten irgendwo in den Weiten der Berge. Ob alles gut gehen wird?
Bürgermeisterin stieß hinzu
Per Zug reisen sie nach Oberstdorf zum Startpunkt an. Die erste Etappe führt zur "Kemptner Hütte" mitten im Allgäuer Hauptkamm zwischen Krottenkopf und Mädelegabel. Dort wird Quartier bezogen. Es folgt der Abstieg ins Lechtal – und die Füße können in Österreich nochmals kurz im Bus Erholung finden. Und auch Besuch aus der Heimat kommt: Bürgermeisterin Stephanie Eßwein lässt es sich nicht nehmen, auf den nächsten zwei Etappen mitzuwandern.
Hinauf auf die "Memminger Hütte"! Nach einer Brotzeit steigt man gemeinsam ins Inntal ab, nach Zams, einer kleinen Gemeinde mit 3600 Einwohnern in Tirol. "Dann ging es hoch zur dortigen Skihütte", erzählt Alexander Reichenauer. Hier wird wieder übernachtet. Der Lift befördert sie noch ein Stück höher zu den dortigen Gipfeln. Ein schmaler Grat führt hinunter ins Pitztal. Die Rathauschefin sagt Adieu. Die Pflicht ruft. Erneut ein kleiner Transfer im Bus. Vom Ende des Tals führt die Route Betreuer und Jugendliche zur "Braunschweiger Hütte". Reichenauer erinnert sich: "Das war die Königsetappe." Zunächst 1500 Höhenmeter hinab, dann dasselbe nach oben.
Zwischen Frust und Motivation
Die Begleitpersonen – unter anderem der volljährige Sohn des Lehrers – tragen nicht nur das Gepäck, sondern auch allerhand Verantwortung auf den Schultern. Es drohen Frustration, Ermüdung und Heimweh. "Schon am ersten Tag haben manche gesagt, dass es zu viel wird", berichtet Reichenauer. Doch mit Zuspruch und Motivation funktioniert's: "Es musste niemand aufgeben, bis auf einige Blasen an den Füßen gab es keine Verletzungen." Mit allen 14 Schülerinnen und Schülern wird man im italienischen Meran ankommen. Doch bis dahin ist es sprichwörtlich noch ein weiter Weg.
Der Blick auf den Pitztaler und Ötztaler Gletscher nimmt den Atem. Übers sogenannte Pitztaler Jöchl – einen hochalpinen Übergang auf 3000 Metern Höhe – wandern sie zum Rettenbachferner. Hinauf. Hinab. Wieder hinauf. Stets dasselbe Spiel. Auf der "Martin-Busch-Hütte", nur wenige Kilometer vom Alpenhauptkamm, erfolgt die letzte Übernachtung. Am nächsten Tag geht's vorbei am 3600 Meter hohen Similaun. 200 Höhenmeter extra werden gemacht, um die "Ötzi"-Fundstelle mit eigenen Augen sehen zu können. Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen dort mitten im Hochsommer.
Fortsetzung nicht ausgeschlossenÜber einen Steig mit Drahtseilen wird ins Schnalstal herabgestiegen. Dort ist es dann vollbracht: Es wartet wieder ein Bus, welcher die Teilnehmer nach Meran bringt. Der Endpunkt ist erreicht. "Es war ein wahnsinniges Erlebnis für alle", schwärmt der Tour-Leiter. Und so könnte es gut sein, dass es irgendwann wieder eine derartige Aktion an der Hornbergschule geben wird.

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