Die Hitze wird für viele Jungvögel zur Gefahr. In Göggingen kämpfen Helferinnen täglich um das Überleben zahlreicher Tiere.
Stand: 18.07.2026, 14:00 Uhr

Die Hitze wird für viele Jungvögel zur Gefahr. In Göggingen kämpfen Helferinnen täglich um das Überleben zahlreicher Tiere.
Schwäbisch Gmünd/Göggingen. Die anhaltende Sommerhitze bringt die Wildtierauffangstation in Göggingen an ihre Belastungsgrenze. Elke Wengert und ihre Tochter Tatjana versorgen derzeit so viele hilfsbedürftige Tiere wie selten zuvor. Vor allem junge Schwalben und Mauersegler geraten durch die extremen Temperaturen in Not.
Nester werden zur HitzefalleDie vergangenen Wochen mit anhaltender Hitze haben nicht nur Menschen zugesetzt, sondern auch zahlreiche Wildvögel in Bedrängnis gebracht. Besonders betroffen sind Gebäudebrüter wie Mauersegler und Schwalben. Ihre Nester unter Dachziegeln oder in Mauerspalten heizen sich bei hohen Außentemperaturen stark auf. Messungen zufolge können dort Werte von bis zu 60 Grad erreicht werden.
Für die Jungvögel wird das zur lebensgefährlichen Falle. Viele Tiere verlassen ihre Nester wegen Überhitzung, obwohl sie noch nicht flugfähig sind. Sie stürzen ab, verletzen sich oder verenden, wenn sie nicht rechtzeitig entdeckt werden.
Station arbeitet am LimitIn Göggingen spüren die Helferinnen die Folgen unmittelbar. Neben zahlreichen Igeln kümmern sich Elke und Tatjana Wengert aktuell um eine stetig steigende Zahl junger Vögel. Die Aufzucht ist aufwendig. Von früh am Morgen bis in den späten Abend müssen die Tiere in kurzen Abständen gefüttert werden. Jeder Vogel benötigt dabei eine individuelle Betreuung.
Laut dem Naturschutzverband NABU sind viele Pflegestationen derzeit überlastet. Auch in Göggingen treffen täglich neue Notfälle ein. „Wir kommen kaum noch hinterher“, beschreibt die Betreiberin die Situation.
Erfolge trotz hoher BelastungTrotz der angespannten Lage gibt es auch positive Nachrichten. In den vergangenen Wochen konnten bereits 60 junge Schwalben und Mauersegler erfolgreich aufgepäppelt und wieder ausgewildert werden. Jeder einzelne Fall bedeutet jedoch viele Stunden intensiver Pflege.
Die Helferinnen sehen darin auch ein Zeichen dafür, wie wichtig ihre Arbeit ist. Ohne schnelle Hilfe hätten viele der Tiere keine Überlebenschance.
Appell an die BevölkerungAngesichts der wachsenden Zahl an Notfällen richtet die Wildtierauffangstation einen dringenden Appell an die Bevölkerung. Gesucht werden Freiwillige, die bei der Versorgung der Tiere, bei Fahrdiensten oder bei Reinigungsarbeiten Unterstützung leisten.
Mehr zum ThemaInteressierte können sich telefonisch unter 0176 42087993 melden. Jede helfende Hand entlastet das Team und erhöht die Chance, Tiere zu retten.
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