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Forscher nach Rekordbeben am Supervulkan: „Wir müssen uns auf alles gefasst machen, auch auf einen Ausbruch“

Дата публикации: 01-08-2026 17:40:08

Ein neues Erdbeben hat mit noch nie gemessener Gewalt die Phlegräischen Felder bei Neapel erschüttert. Ein Experte warnt davor, dass man sich auf alles gefasst machen muss – auch einen Vulkanausbruch.

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Stand: 01.08.2026, 19:40 Uhr

Von: Johannes Welte

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epaselect epa13144790 A view of damages following a 4.7 magnitude earthquake in Pozzuoli, near Naples, Italy, 31 July 2026. The epicenter of the earthquake was located near the Phlegraen Fields area according to Italy's National Institute of ​Geophysics and Volcanology.  EPA/FELICE DE MARTINO

In Pozzuoli und im Westen Neapels sind beim Erdbeben viele Fassadenteile auf die Straße gestürzt. Dieses Auto wurde unter den Trümmern begraben. © Felice De Martino/EPA

Ein neues Erdbeben hat mit noch nie gemessener Gewalt die Phlegräischen Felder bei Neapel erschüttert. Ein Experte warnt davor, dass man sich auf alles gefasst machen muss – auch einen Vulkanausbruch.

Pozzuoli/Neapel – Mit einer noch nie gemessenen Magnitude von 4,7 hat am Freitagabend (31. Juli) ein Erdbeben die Region der Phlegräischen Felder erschüttert, den Supervulkan westlich von Neapel in Süditalien. Es gibt mindestens 21 Verletzte, die Schäden sind enorm. Professor Giuseppe De Natale, Vulkanologe und Forschungsleiter am staatlichen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV), warnt in einem Interview mit Fanpage.it davor, dass sich die Region auf noch größere Katastrophen einstellen muss.

Giovanni De Natale warnt vor einem Katastrophenszenario am Supervulkan. Hier der Solfatarakrater, unter dem sich der Rekord-Erdstoß ereignete.

Montage IMAGO/Napolipress / ipa-agency.net, Facebook Giuseppe De Natale © Montage IMAGO/Napolipress / ipa-agency.net, Facebook Di Natale

War das Beben nach Monaten relativer Ruhe voraussehbar? „Das war nichts Neues, sondern lediglich die banale Bestätigung, dass der seit 1950 andauernde vulkanische Prozess in den Phlegräischen Feldern, der zunächst nur durch eine Bodenhebung gekennzeichnet war, da die Seismizität erst 1970 einsetzte, stetig zunimmt, wie übrigens auch die kontinuierlich steigende Bodenhebung belegt.“ Der Prozess habe vor 76 Jahren begonnen und verlaufe ähnlich wie jener, der 1430 begann und 1538 im Ausbruch des Monte Nuovo gipfelte, der bislang letzten Eruption in dem riesigen Vulkanfeld.

Forscher warnt nach heftigen Beben am Supervulkan vor noch größeren Beben – und einem Ausbruch

Giuseppe De Natale erinnert sich an vorhergehende Erdbebenkrisen in den Jahren 1970 und 1984, als die damaligen Regierungen umfangreiche Maßnahmen ergriffen, darunter Teil- oder Komplettevakuierungen in Pozzuoli. Es sei „bemerkenswert“, dass jetzt wenig oder gar nichts unternommen werde, um die Bevölkerung zu schützen. „Die Behörden wiederholten das Mantra, dass es schon immer so gewesen sei.“

Vielmehr sorgt sich De Natale: „In einer solchen Situation finde ich es absolut paradox, dass viele Menschen nicht wissen können, ob ihr Wohnhaus dem nächsten Beben standhalten wird, und viele Schulen die Schüler nach jedem Beben nach Hause schicken, weil offenbar nicht bekannt ist, ob das Schulgebäude dem erwarteten stärksten Erdbeben mit einer geschätzten Magnitude von etwas über 5 standhalten kann.“

„Die Wahrheit ist, dass wir ein Glücksspiel spielen – und die Behörden unternehmen so gut wie nichts.“

Zuletzt glaubten viele im Großraum Neapel, dass der Supervulkan sich wieder beruhigt habe, tatsächlich werden die Erdstöße aber immer heftiger. De Natale: „Die Wahrheit ist, dass wir ein Glücksspiel spielen: Es ist nicht möglich, mit Sicherheit vorherzusagen, was passieren wird – sei es in Form von Erdbeben oder möglichen Eruptionen. „

Die Grafik zeigt die Verteilung der Erdstöße der letzten Bebenserie und die Frequenz des vergangenen Monats.

Die Grafik zeigt die Verteilung der Erdstöße der letzten Bebenserie und die Frequenz des vergangenen Monats. © Graeme Wheller

Aber wir setzen darauf, dass abgesehen von einer anhaltenden Seismizität, an die wir uns mittlerweile gewöhnt haben, nichts wirklich Schwerwiegendes passieren wird.“ Es sei an der Zeit, das Gebiet auf alle möglichen Ereignisse vorzubereiten. „Einschließlich eines möglichen Ausbruchs, dessen Wahrscheinlichkeit zwar kurzfristig gering ist (alle Katastrophenereignisse sind definitionsgemäß unwahrscheinlich), aber keineswegs zu vernachlässigen ist.“ Neben der Gefahr von Erdstößen und Eruptionen ist auch der Gasausstoß des Supervulkans gefährlich. Zuletzt hatte auch der benachbarte Vesuv mit Erdstößen aufhorchen lassen.

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Классификация: Наука. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 6.82. Источник: www.merkur.de.