Eine Baumaßnahme in Vilsbiburg bescherte den Anwohnern eine „Grüne Mitte”. Doch der Teich ist sehr beliebt bei Fröschen - und die quaken laut.
Eigentlich sollte der Teich eine „Grüne Mitte“ für den Vilsbiburger Ortsteil Haarbach darstellen. Damit ist er ein neues Zuhause für unzählige Frösche geworden. Zum Leid der Anwohner. Nachts raubt das Quaken den Vilsbiburgern den Schlaf.
Die Anwohner sind verärgert: „Es ist wirklich so laut, das ist unglaublich. […] Wir haben auch Viecher bei uns im Garten, aber das ist unerträglich. Irgendwo muss ich dann schon Prioritäten setzen. Was ist am Ende des Tages wichtiger? Der Frosch oder der Mensch?“, sagt ein Paar aus dem bayerischen Vilsbiburg. Dabei sollte der Teich ursprünglich das Dorfzentrum attraktiver machen. Es ist verboten, wildlebende Tiere mutwillig zu verletzen, zu töten oder grundlos einzufangen. Denn insbesondere Amphibien gelten als zunehmend bedroht.
Stefan Englbrecht vom Bund Naturschutz Vilsbiburg hat zu dem Quak-Konzert eine klare Meinung: „Die Männchen quaken so im Mai und Juni, einfach um die Weibchen anzulocken, dass sie ein toller Kerl sind. Aber meiner Meinung nach kann man das schon zwei Monate im Jahr ertragen, und man kann sich auch an der Natur erfreuen.“
Für die Stadt ist das ein Dilemma. Sibylle Entwistle (SPD) ist Bürgermeisterin von Vilsbiburg: „Es ist schön, wenn die Natur und die Ökologie gedeiht, und das ist uns auch wichtig, und das war Ziel auf der einen Seite. Auf der anderen Seite, wenn dann der Mensch darunter leidet, dann ist ja auch irgendwas schiefgelaufen. Und deswegen gilt es da tatsächlich, die Waage zu halten, und deswegen gibt es Gott sei Dank auch diese Messwerte.“
Denn die Stadt hat als Eigentümer des Grundstücks inzwischen ein Lärmgutachten in Auftrag gegeben, das als Entscheidungsgrundlage dienen soll. Das Ergebnis: An beiden Messpunkten sei eine deutliche Überschreitung der Werte der TA-Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm) gemessen worden, wie die zuständige Regierung von Niederbayern schreibt.
Nun ist geplant, einen Teil der Frösche zu fangen und an einem Altarm der Vils auszusetzen. Das hat die Regierung der Stadt nun erlaubt. Denn: Es gibt Ausnahmen vom Naturschutzgesetz, wenn es um die Gesundheit von Menschen geht.
Das Video erschien am 11.06.2026 in der TV Sendung quer vom Bayerischen Rundfunk. Dieses und weitere Videos von quer können jederzeit kostenfrei in der ARD Mediathek gestreamt werden.
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