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Bis 43 % mehr: Im Einkommensrennen macht der Osten Boden gut

Дата публикации: 13-05-2026 08:51:00

In Halle steigen die Einkommen seit 2018 am stärksten. Doch 13 Regionen verlieren inflationsbereinigt an Kaufkraft.

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Das durchschnittliche Haushaltseinkommen ist in Deutschland seit 2018 um 31 Prozent gestiegen. Doch das gilt nicht in allen Regionen gleich. Mancherorts ist es sogar inflationsbereinigt gesunken.

Wer in Halle an der Saale wohnt, ist für gewöhnlich nicht mit Reichtum gesegnet. 47.991 Euro verfügbares Einkommen hat der durchschnittliche Haushalt hier. Das ist die Summe, die nach Abzug aller Steuern und Abgaben und zuzüglich aller Sozialleistungen übrig bleibt. Halle liegt damit auf Platz 395 aller 400 deutschen Städte und Landkreise. Nur in wenigen Regionen müssen Haushalte mit noch weniger Geld auskommen. Die Werte beziehen sich auf Haushalte, nicht auf einzelne Personen. Regionen mit größeren Haushalten können dadurch höher erscheinen.

Aber: Nirgendwo hat sich die Situation in den vergangenen sieben Jahren so stark gebessert wie in Halle. Wie aus Daten des Postbank Wohnatlas hervorgeht, stieg das Haushaltseinkommen hier seit 2018 um rund 43 Prozent an. Selbst abzüglich der Inflation seitdem bleibt ein Plus von 18,5 Prozent. Das ist immerhin ein jährlicher realer Zuwachs von 2,5 Prozent. Das macht sich bemerkbar, denn 2018 war Halle noch die Region mit dem geringsten Einkommen Deutschlands.

Die Großstadt in Sachsen-Anhalt übertrifft damit den Bundesdurchschnitt deutlich. Alle Regionen betrachtet stieg das verfügbare Haushaltseinkommen seit 2018 um 31,3 Prozent. Abzüglich der Inflation bleiben noch 6,7 Prozent. Das sind pro Jahr im Schnitt rund 0,9 Prozent mehr. So ging es von 46.878 Euro auf 61.422 Euro nach oben.

Hier steigt das Einkommen am stärksten

Das meiste Geld haben Haushalte dabei weiterhin in den sieben größten Städten des Landes zur Verfügung. München, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Köln und Düsseldorf kommen zusammen auf einen Durchschnitt von 64.456 Euro. München führt die Großstadt-Liste mit 78.566 Euro vor Düsseldorf (66.202 Euro) und Stuttgart (65.622 Euro) an.

Absoluter Spitzenreiter sind die Metropolen damit aber nicht. Einige Landkreise ragen weit heraus. Allen voran ist das der Landkreis Starnberg am gleichnamigen See nahe München. Hier liegt das durchschnittliche Haushaltseinkommen bei 94.377 Euro. Mit den Landkreisen München und Ebersberg landen noch zwei Regionen aus dem Umland des bayerischen Hauptstadt weit vorne. Sie kommen auf 90.701 beziehungsweise 85.582 Euro. Dazwischen rangiert der hessische Hochtaunuskreis auf Rang 3. Hier liegt der Durchschnitt bei 86.210 Euro. Das liegt daran, dass reiche Menschen am Ende lieber in den Speckgürtel ziehen als in der Großstadt zu wohnen. Der Hochtaunuskreis gehört zum Einzugsgebiet Frankfurts.

Der Osten holt deutlich auf

Wenn es um den Anstieg der Haushaltseinkommen geht, rangieren all diese Top-Regionen aber weiter hinten. Lediglich München, der Landkreis München, Berlin und Köln übertreffen überhaupt den bundesweiten Durchschnitt. Den größten Einkommenssprung gab es eben in Halle an der Saale. Direkt dahinter platziert sich Mecklenburg-Vorpommerns Hauptstadt Schwerin. Hier gingen die Haushaltseinkommen um 17,9 Prozent nach Inflation, rund 43 Prozent ohne Inflation, nach oben.

Regional gesehen fällt deutlich auf, dass der Osten aufholt. Alle neuen Bundesländer und Berlin belegen die sechs vorderen Plätze. Sachsen-Anhalt steht mit durchschnittlich 38,8 Prozent mehr Haushaltseinkommen ganz vorne. Dahinter platzieren sich Mecklenburg-Vorpommern mit 37,4 und Sachsen mit 36,8 Prozent. Aber: Sie starten aber weiterhin von einem niedrigen Niveau. Alle sind 2025 wie 2018 auf den sieben hintersten Plätzen, wenn es um die Höhe des Einkommens geht. Aus dem Westen versteckt sich nur Bremen dazwischen. Der Abstand zu den alten Bundesländern schrumpft aber. 2018 lag die durchschnittliche Differenz zwischen West und Ost noch bei 7.800 Euro oder 17 Prozent. Heute sind es noch 7200 Euro oder 12 Prozent.

In 13 Regionen ist das Einkommen gesunken

Neben der guten Entwicklung im Osten liegt das auch daran, dass der Westen schwächelt. So gibt es gleich 13 Regionen, in denen das Haushaltseinkommen inflationsbereinigt heute sogar niedriger liegt als vor sieben Jahren:

  • Ganz unten steht Heilbronn. Die Großstadt in Baden-Württemberg verzeichnet heute ein Haushaltseinkommen von 71.690 Euro, also über dem Bundesdurchschnitt. 2018 waren es noch 61.408 Euro. Heilbronner Haushalte haben also rund 17 Prozent mehr Geld zur Verfügung. Weil aber die Inflationsrate im gleichen Zeitraum bei rund 25 Prozent lag, steht real ein Minus von acht Prozent.
  • Aus Baden-Württemberg trifft es noch drei weitere Städte: Baden-Baden mit 0,4 Prozent Minus, Pforzheim mit 0,5 Prozent und Karlsruhe mit 0,8 Prozent. In letzteren beiden führt das dazu, dass das zuvor durchschnittliche Haushaltseinkommen jetzt deutlich unter dem Bundesschnitt liegt. Baden-Baden hingegen gehört weiter zu den 50 reichsten Regionen des Landes.
  • Vier Regionen aus Hessen verbuchen ebenfalls ein Minus: Im Landkreis Groß-Gerau sind es 0,1 Prozent, im zuvor erwähnten Hochtaunuskreis 0,6 Prozent, in Offenbach am Main 0,7 Prozent und im Main-Taunus-Kreis sogar 1,7 Prozent. Auffallend: All diese Regionen liegen nahe an Frankfurt am Main. Zwei von ihnen gehören weiterhin zu den fünf einkommensstärksten des Landes.
  • Aus Nordrhein-Westfalen verbuchen mit Duisburg (-0,03 Prozent) und dem Märkischen Kreis (-1,1 Prozent) zwei Regionen sinkende Einkommen. Hinzu kommen noch Emden aus Niedersachsen mit -0,4 Prozent, der Landkreis Kronach aus Bayern mit -1,1 Prozent und der Landkreis St. Wendel aus dem Saarland mit -1,2 Prozent.

Den durchschnittlich größten Anstieg der Haushaltseinkommen gibt es übrigens in kreisfreien Mittelstädten mit maximal 100.000 Einwohnern. Hier liegen nach Schwerin Cottbus aus Brandenburg und Gera aus Thüringen mit je 40,4 Prozent vor und 15,8 Prozent nach Inflation weit vorne. Aus dem Westen sind Bamberg und Memmingen aus Bayern führend.

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