Jubel im Sportpark Nord: Gregory Minoue vom Bonner Leichtathletik-Verein Tracksrunner hat bei den Deutschen Meisterschaften den Titel über 110 Meter Hürden geholt. Auch drei weitere Bonner holten am Wochenende Medaillen bei den Finals.
Wattenscheid · Jubel im Sportpark Nord: Gregory Minoue vom Bonner Leichtathletik-Verein Tracksrunner hat bei den Deutschen Meisterschaften den Titel über 110 Meter Hürden geholt. Auch drei weitere Bonner holten am Wochenende Medaillen bei den Finals.
Glücklicher Sieger: Gregory Minoue nach dem Sieg über die 110 Meter Hürden.
Foto: Sven Hoppe/dpa/Sven HoppeGregory Minoue schlug sich wenige Meter nach dem Ziel mit der Faust auf die Brust, genau dort, wo das Wappen seines Bonner Vereins prangt. „Ich habe mir vor dem Rennen schon großen Druck gemacht“, sagte der frischgebackene deutsche Meister über die 110 Meter Hürden. „Besser, als es jetzt gelaufen ist, kann ich es mir nicht vorstellen, außer man läuft vielleicht noch eine persönliche Bestleistung. Aber so wie es jetzt gelaufen ist, bin ich zufrieden.“
Für den gebürtigen Düsseldorfer war der Sieg bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid eine Titelverteidigung. Für seinen noch jungen Bonner Verein Tracksrunner war der Titel eine Premiere. Denn seit Jahresbeginn startet der Hürdensprinter für den Club aus der Bundesstadt. Der Verein ist seit rund vier Jahren ein eingetragener Verein und hat ein kleines Büro im Sportpark Nord, trainiert aber auch an der Integrierten Gesamtschule in Beuel. „Die Freude ist riesig, dass wir innerhalb kürzester Zeit einen deutschen Meister aufstellen können“, sagte Musitu Kumuini, der Vereinsvorsitzende von Tracksrunner. „Ich glaube auch, dass es für die Stadt etwas Besonderes ist. Einen solchen Titel in der Bonner Leichtathletik hat es schon lange nicht mehr gegeben.“
Dauerrivale besiegt, EM-Norm geknackt
In Wattenscheid holte sich Minoue in starken 13,51 Sekunden den Titel und ließ seinen Dauerrivalen, Manuel Mordi vom Hamburger SV (13,61 s), und Stefan Volzer (Bayer Leverkusen/13,80 s) hinter sich. Vor dem Start habe er aufgrund der Anspannung und des Drucks, erstmals in der Rolle des Titelverteidigers zu sein, noch einmal das Gespräch mit seinem Trainer gesucht. „Er hat mir geraten, dass ich da jetzt nicht dran denken soll, sondern einfach mein Ding machen muss. Und das hat dann auch geklappt“, sagte der Athlet. „Eigentlich hat sich der Lauf dann gar nicht so viel anders angefühlt als meine bisherigen Rennen der Saison.“
Mit dieser Zeit sicherte sich der Bonner nicht nur den deutschen Meistertitel, sondern knackte die Norm für die diesjährigen Europameisterschaften. Damit steht einem Start beim Jahreshöhepunkt im englischen Birmingham Mitte August nichts mehr im Wege. Bei den kontinentalen Titelkämpfen will der 24-Jährige das Finale erreichen. „Dass Gregory auch bei den Europameisterschaften Bonn vertreten wird, freut uns umso mehr“, so Kumuini. „Das beweist, dass die Leichtathletik in dieser Stadt eine Chance verdient hat und gefördert werden muss – damit Gregory keine Ausnahme bleibt.“
Meistertitel für Triathlet Lasse Lührs
Im Sportpark Nord wurde am Wochenende aber nicht nur bei Tracksrunner gejubelt, auch bei den SSF Bonn gab es Grund zur Freude: Triathlet Lasse Lührs, 2024 Olympiasieger mit der Mixed-Staffel, triumphierte über die Sprintdistanz. Nach 750 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und fünf Kilometern Laufen kam Lührs neun Sekunden vor Justus Töpper (Potsdam) und 17 Sekunden vor Jaspar Ortfeld (Sankt Ingbert) ins Ziel. „Ich habe es auf die letzten Meter ankommen lassen. Am Ende hat es gereicht“, sagte Lührs im Interview mit der ARD nach dem spannenden Rennen.
„Es lief von vorne bis hinten hervorragend für mich“, sagte der Bonner weiter. „Dieser Titel bedeutet mir super, super viel. Das vergangene Jahr war ein ganz schweres für mich. Dieses Jahr bin ich ganz gut reingekommen, doch dann bin ich gestürzt und war gefühlt wieder ganz unten. Jetzt deutscher Meister zu werden, bedeutet mir mehr, als man das vielleicht denken könnte.“ Bereits am Donnerstag hatte Lührs mit dem Mixed-Realy-Team der SSF Bonn mit Julia Bodenschatz, Lilly-Marie Overberg und Till Krajenski Silber geholt.
Medaillen für Bonner Olympiastarter von Paris gab es auch für Kanute Max Rendschmidt und Schwimmer Josha Salchow. Der vierfache Olympiasieger Rendschmidt gewann im Parallelsprint K2 Mixed gemeinsam mit der Berlinerin Pauline Jagsch Silber. Salchow schwamm über 50 Meter Schmetterling zu Bronze und bei der Lagenmeisterschaft Freistil zu Silber.
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