Rund 1,3 Millionen Lkw rollen täglich über deutsche Autobahnen. Doch für die Fahrer wird die ständige Suche nach Parkplätzen oft zur Qual.
Rund 1,3 Millionen Lkw rollen täglich über deutsche Autobahnen. Doch für die Fahrer wird die ständige Suche nach Parkplätzen oft zur Qual.
Montag bis Freitag ist Lkw-Fahrer Markus Gründel durchgehend unterwegs. Jeden Tag beginnt für ihn und seine Kollegen die Suche nach einer Toilette aufs Neue. Zwar gibt es saubere Sanitäranlagen an Autohöfen, doch für diese fällt oft eine Gebühr von einem Euro an, die viele Fahrer nicht ständig bezahlen wollen oder können. Die Situation auf der Straße ist oft unberechenbar: „Na ja, es wird schon ab und zu mal ein wenig eng, aber wenn alle Stricke reißen, musst du auf offener Strecke irgendwie dann anhalten und irgendeinen Baum suchen“, berichtet Gründel aus seinem Alltag.
Die Not zwingt manche Fahrer zu unappetitlichen Maßnahmen. Einige nutzen während der Fahrt Plastikflaschen für ihre Bedürfnisse – die sogenannte „Trucker Cola“. Diese Flaschen und weitere Fäkalien landen oft achtlos in Gewerbegebieten oder an Parkplätzen. Anwohner und Ehrenamtliche müssen dann mühsam aufräumen. Auch andere Fahrer verurteilen dieses Verhalten, doch Alexander Dickel sieht eine tieferliegende Ursache im System: „Da gehe ich eher davon aus, dass die Arbeitszeiten oder Lenkzeiten vom Unternehmer an den Fahrer so eng gehalten werden, dass ihnen fast nichts anderes übrig bleibt.“
Die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten, sei ohnehin eine massive Herausforderung, da es in Deutschland an rund 20.000 Lkw-Stellplätzen mangelt. Die abendliche Suche wird zum Wettlauf gegen die Uhr und kostet wertvolle Zeit. „Ab 17 Uhr kriegt man eigentlich keinen Parkplatz “, erklärt Gründel. Zwar hatte die Bundesregierung den Bau von 45 neuen Rastanlagen bis Ende 2025 versprochen, doch bislang wurde davon nur die Hälfte realisiert.
Trotz all dieser strukturellen Widrigkeiten und der mangelhaften Infrastruktur machen viele Lkw-Fahrer ihren Job aus voller Überzeugung. Das Leben auf der Straße hat für sie einen besonderen Reiz und sie sind dort im wahrsten Sinne des Wortes zu Hause. Markus Gründel fasst seine Motivation trotz aller täglichen Strapazen treffend zusammen: „Ich lebe den Job einfach. Ich lieb den Job.“
Das Video erschien am 11.06.2026 in der TV Sendung quer vom Bayerischen Rundfunk. Dieses und weitere Videos von quer können jederzeit kostenfrei in der ARD Mediathek gestreamt werden.
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