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„Weißes Europa“: Verfassungsschutz stuft Dresdner Gruppe als gesichert rechtsextrem ein

Дата публикации: 03-08-2026 16:04:50

Eine Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener spaltet seit Monaten den Dresdner Vorort Schönfeld-Weißig. Die CDU fordert jetzt klare Kante von der Ortschefin.

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Das Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen hat die Gruppierung „Hochland Jugend“ als erwiesen rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Das bestätigte die Behörde der OAZ.

„Nach Erkenntnissen des LfV Sachsen zielt die ,Hochland Jugend' primär auf die Vernetzung rechtsextremistisch eingestellter Jugendlicher und Heranwachsender in der Region des Schönfelder Hochlands in Dresden ab. Die Gruppierung verbreitet insbesondere in dieser Region verfassungsfeindliche Flyer und Sticker und nutzt dabei für die rechtsextremistische Szene typische Symboliken“, so eine Sprecherin. Der Gruppierung gehört ein gutes Dutzend Jugendlicher und Heranwachsender an. Einzelne Mitglieder stuft die Behörde als gewaltbereit ein.

„Allianz gegen Rechtsextremismus“: Wie politisch dürfen Städte und Gemeinden sein?

Ein Werbe-Sticker der „HJ“, wie sich die Hochland-Jugend als Anspielung auf Hitlers Jugendorganisation gern nennt, zeigt eine Comic-Figur von Hitler mit der Frage: „Bock auf Nationalen Sozialismus? Hochland Jugend.“ Andere Flyer fordern „Endlich ein weißes Europa“. Darauf wird die Migrationspolitik in Europa kritisiert, der Kontinent befände „sich in einem Krieg bestehend aus massenhafter Migration, sozialer Ungerechtigkeit und Multi-Kulti-Einheitspolitik“.

Durch die Einstufung als „gesichert rechtsextrem“ kann der Verfassungsschutz nun „alle nachrichtendienstlichen Mittel nutzen, die uns der Gesetzgeber zur Verfügung stellt“, so eine Sprecherin des LfV. Dazu gehören auch Observationen oder die Internet-Überwachung. Allerdings träfe das nicht auf Minderjährige zu. Bei Kindern von bis zu 14 Jahren dürfen keinerlei personenbezogenen Daten erfasst und gespeichert werden.

Die Einstufung der Gruppierung kommt dennoch überraschend. Die Dresdner Polizei hatte Medienberichten zufolge im Hochland keinen Schwerpunkt für Extremismus gesehen.

Der SPD-Politiker wurde von einem der Schönfelder Gruppe zuzurechnenden Jugendlichen attackiert.

Der SPD-Politiker wurde von einem der Schönfelder Gruppe zuzurechnenden Jugendlichen attackiert.

© Jan Woitas/dpa

Verfahren wegen Angriff auf SPD-Politiker 2024

Das LfV Sachsen erklärte: „Gegen eine der ‚Hochland Jugend‘ zuzuordnende Person ermittelten die Strafverfolgungsbehörden u. a. im Zusammenhang mit dem Angriff auf Europa-Politiker Matthias Ecke und erhoben im Januar 2025 Anklage.“ Der SPD-Politiker wurde im Mai 2024 von drei damals Siebzehnjährigen beim Kleben von Wahlkampfplakaten zusammengeschlagen.

Die Gruppierung beteiligte sich auch bei den Protesten gegen den Christopher Street Day in Bautzen letztes Jahr im August. Im Februar 2026 nahm die Gruppe am „Gedenkmarsch“ der rechtsextremen Szene anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Dresdens teil. Monatelang kämpfte der Dresdner Vorort für eine klare Positionierung seiner Ortsvorsteherin gegen die Gruppierung.

Der dortige CDU-Vorsitzende Felix Stübner, Ortschaftsrat, erklärt gegenüber der OAZ: „Ich begrüße die Einstufung der sogenannten „Hochland Jugend“ durch den Sächsischen Verfassungsschutz ausdrücklich. Sie schafft Klarheit über eine Gruppierung, deren Auftreten und Aktivitäten vielen Menschen im Schönfelder Hochland seit geraumer Zeit Sorge bereitet. Für mich ist klar: Rechtsextremismus, Gewaltbereitschaft und die Einschüchterung Andersdenkender haben in Schönfeld-Weißig keinen Platz. Wir dürfen nicht zulassen, dass Extremisten versuchen, unsere Heimat für ihre Ideologie zu vereinnahmen.“

Es könne „nicht sein, dass die Ortsvorsteherin versucht, das Thema totzuschweigen. Der Ortschaftsrat muss aus den jüngsten Erkenntnissen entschlossen und vor allem einhellig Konsequenzen ziehen“, so Stübner weiter.

Die Stimmen zur Union-Pleite in Dresden: „Uns sind die Körner ausgegangen“

In Sachsen sind derzeit 6550 Personen als rechtsextrem eingestuft und werden beobachtet. 1450 Personen gelten als gewaltbereit. Der sächsische Verfassungsschutzberichts 2025 beschreibt eine fortgesetzte Verjüngung der rechtsextremistischen Szene und eine teils zunehmend konspirative Vernetzung über Organisations- und Altersgrenzen hinweg.

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