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2000 Kilometer über Land ins Innere Afrikas: Russland erschliesst eine neue Nachschubroute für seine Militäroperation in Mali

Дата публикации: 29-07-2026 03:30:00

Trotz Rückschlägen in Afrika und der Beanspruchung durch den Ukraine-Krieg hält Russland an seiner Militärpräsenz in der Sahelzone fest. Dies unterstreicht ein Konvoi von Militärfahrzeugen, der nach einer langen Reise von der Ostsee im Kriegsland Mali angekommen ist.

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2000 Kilometer über Land ins Innere Afrikas: Russland erschliesst eine neue Nachschubroute für seine Militäroperation in Mali

Trotz Rückschlägen in Afrika und der Beanspruchung durch den Ukraine-Krieg hält Russland an seiner Militärpräsenz in der Sahelzone fest. Dies unterstreicht ein Konvoi von Militärfahrzeugen, der nach einer langen Reise von der Ostsee im Kriegsland Mali angekommen ist.

Russlands Präsident Wladimir Putin empfängt im November 2025 den Regierungschef von Togo, Faure Gnassingbé. Togo ist für Russland zum neuen Tor nach Afrika geworden.

Russlands Präsident Wladimir Putin empfängt im November 2025 den Regierungschef von Togo, Faure Gnassingbé. Togo ist für Russland zum neuen Tor nach Afrika geworden.

Ramil Sitdikov / Reuters

Russlands geopolitische Ambitionen in Afrika erlitten vor drei Monaten einen schweren Dämpfer, als ein malisches Rebellenbündnis russische Truppen aus der strategisch wichtigen Stadt Kidal im Norden des Landes vertrieb. Für einen Moment war unklar, ob dies das Ende der seit gut vier Jahren bestehenden russischen Militärpräsenz in Mali einläuten würde. Doch der Kreml stellte bald klar, dass er nicht an einen Rückzug denkt – und dies, obwohl Russlands Militär bereits durch den Ukraine-Krieg übermässig belastet ist.

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Nun hat Russland einen grossen Konvoi mit militärischem Nachschub nach Mali geschickt und seine Ankündigungen untermauert. Moskau kommt damit nicht nur den bedrängten russischen Soldaten und der mit ihnen verbündeten malischen Armee zu Hilfe, sondern versucht auch, den im April entstandenen Prestigeverlust wettzumachen.

Kontrolle über die Goldminen

Denn die in den letzten Jahren ausgebaute Präsenz in Afrika beruht auf dem Versprechen, dass Russland seinen Klienten in der Region – zumeist schwache und illegitime Militärregime – Sicherheit bieten kann. Im Fall Malis geht es um den Kampf gegen die Islamistenmiliz JNIM und die mit ihr kooperierenden Tuareg-Rebellen des Front de libération de l’Azawad. Im Tausch gegen diese Unterstützung strebt Russland unter anderem nach Kontrolle über die lukrativen Goldminen des Landes.

Der russische Versorgungskonvoi auf dem Weg nach Mali.

Ähnliche Vereinbarungen hat Moskau mit Niger und Burkina Faso, die sich mit Mali zu einer russlandfreundlichen Sahel-Allianz zusammengeschlossen haben, mit der Zentralafrikanischen Republik und weiteren Staaten. In Mali geht die russische Militärpräsenz auf das Jahr 2021 zurück, als die in einem Putsch an die Macht gelangte Militärjunta in Bamako die traditionelle Allianz mit Frankreich brach und Kämpfer der paramilitärischen russischen Gruppe Wagner ins Land holte.

Nachdem der Wagner-Gründer Jewgeni Prigoschin 2023 eine Rebellion gegen die Führung in Moskau versucht und dies wenig später mit dem Leben bezahlt hatte, wurden die Wagner-Einheiten schrittweise aufgelöst. An ihre Stelle traten Einheiten des neugeschaffenen Afrika-Korps des russischen Verteidigungsministeriums. In Mali wird ihre Stärke auf etwa 1500 Mann geschätzt. Bei den meisten soll es sich um ehemalige Wagner-Kämpfer handeln, die einfach von der einstigen Schattenarmee zu den regulären Streitkräften gewechselt haben. Wie früher gegen Wagner kursieren auch gegen das Afrika-Korps schwere Vorwürfe wegen angeblicher Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung.

Der am Wochenende in der malischen Hauptstadt Bamako eingetroffene russische Militärkonvoi hat eine Reise von mehr als 10 000 Kilometern hinter sich. Der grösste Teil erfolgte auf dem Seeweg, vom russischen Militärhafen Baltisk in der Ostsee-Exklave Kaliningrad, an Europa und Westafrika vorbei, bis zum Golf von Guinea. Aufsehen erregte unter Beobachtern vor allem, dass Russland eine neue Route erschloss, um das Militärmaterial ins Innere des Kontinents zu transportieren.

Route fast doppelt so lang

Bei früheren Gelegenheiten hatten die Russen den Hafen von Conakry in Guinea genutzt und von dort aus den Landweg nach Mali angetreten. Weil der nun eingesetzte Frachter «Michail Britnew» mit internationalen Sanktionen belegt ist, soll Guinea die Landung jedoch verweigert haben. Stattdessen löschte die «Michail Britnew» ihre Fracht im togolesischen Hafen von Lomé. Von dort fuhren die mehreren Dutzend russischen Militärfahrzeuge, darunter Lastwagen mit Schützenpanzern, Geländefahrzeuge und diverse Transportfahrzeuge, durch Togo und Burkina Faso bis nach Bamako.

Diese 1900 Kilometer lange Route ist fast doppelt so lang wie jene aus Guinea. Doch Russland hat sich auf diese Weise eine Nachschub-Alternative geschaffen und zugleich seine neue Partnerschaft mit Togo getestet. Es handelt sich um das bisher letzte Land, das Truppen des Afrika-Korps eingeladen hat. Diese trafen in der ersten Jahreshälfte ein, nachdem die beiden Staaten 2025 ein Abkommen über Militärkooperation abgeschlossen hatten.

Die Vereinbarung sieht unter anderem gemeinsame Militärübungen, die Ausbildung togolesischer Soldaten und die Nutzung des Hafens Lomé vor. Wie in anderen afrikanischen Ländern gewinnt Russland auch in Togo politischen Einfluss auf Kosten der früheren Kolonialmacht Frankreich. Präsident Wladimir Putin unterstrich die Bedeutung der neuen Partnerschaft, indem er im November den togolesischen Regierungschef Faure Gnassingbé im Kreml empfing. Moskau plant zudem für den kommenden Herbst einen weiteren Afrika-Russland-Gipfel mit Dutzenden von Staatsgästen.

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