FFmpeg 9.0 unterstützt animiertes WebP, bietet mehr Hardwarebeschleunigung für Videoformate und neue HDR- und KI-Funktionen.
FFmpeg 9.0 ist da: Die neue Version „Lei“ unterstützt jetzt unter anderem animiertes WebP, bietet zusätzliche Hardwarebeschleunigung für professionelle Videoformate und bringt außerdem neue Funktionen für HDR- und KI-gestützte Videopipelines. Bei FFmpeg handelt es sich um ein Open-Source-Paket, das Werkzeuge und Bibliotheken umfasst, mit denen sich Audio- und Videodaten bearbeiten lassen. Es kommt hinter den Kulissen bei vielen Multimedia-Tools für den Desktop, aber auch vielen Server-Anwendungen, die hochgeladene Dateien automatisch verarbeiten, zum Einsatz.
Zentrale Neuerung ist die Unterstützung für animiertes WebP: FFmpeg erhält in der neuen Version hierzu einen passenden Decoder, der die komprimierten Bilddaten in Frames umwandelt, die die Software dann weiterverarbeiten kann. Im Zusammenspiel liest der neue Demuxer die Dateistruktur und Zeitinformationen der Animation aus. So können Nutzer zum Beispiel aus animierten WebP-Dateien GIFs machen.
Hardwarebeschleunigung ausgebautBei der Hardwarebeschleunigung kommt jetzt ProRes RAW hinzu. Das Videoformat lässt sich nun auf Apple-Systemen über das Framework VideoToolbox dekodieren. Außerdem kann FFmpeg 9.0 den Advanced Professional Video Codec (APV) über Vulkan hardwarebeschleunigt dekodieren. Hinzu kommen neue GPU-Filter wie transpose_cuda, das zum Drehen und Spiegeln von Videos dient, und v360_vulkan, das 360-Grad-Videos zwischen unterschiedlichen Projektionen umrechnen kann.
Verbessert wurde zudem der Umgang mit SMPTE-2094-50-Metadaten, diese dynamischen HDR-Informationen kann FFmpeg jetzt durchreichen und verarbeiten. Sie beschreiben Bildparameter szenen- oder bildweise, damit kompatible Displays ihre Darstellung anpassen können. Neu ist ferner ein Bitstream-Filter für mehrschichtiges Dolby-Vision-HEVC, damit die Software die Informationen – Basisvideo und zusätzliche Dolby-Vision-Daten – für die getrennte Verarbeitung aufspalten kann. Auch neu: Der MP4-Muxer kann ab sofort LCEVC-Tracks schreiben.
Für die KI-gestützte Videoverarbeitung kommt der Support von ONNX Runtime als Backend für Deep-Network-Funktionen hinzu, einschließlich GPU-Execution-Providern. ONNX ist ein offenes Austauschformat für ML-Modelle, FFmpeg kann sie jetzt also direkt in die Pipeline einbinden. Hinter den Deep-Network-Funktionen verstecken sich FFmpeg-Filter, die ein neuronales Netz auf Frames anwenden – zum Beispiel zum Upscaling oder Denoising, aber auch zur Objekterkennung und Klassifikation.
Bei AMDs Advanced Media Framework (AMF) gibt es neue Erweiterungen: vf_vpp_amf wandelt HDR-Videos um und berücksichtigt dabei Farb- und HDR-Informationen, vf_frc_amf dient der Bildratenumwandlung, vf_vqe_amf soll das Bild verbessern. Dank AMF kann FFmpeg diese Funktionen in der Videopipeline direkt auf unterstützte AMD-GPUs auslagern. Das Hardware Memory Mapping kann GPU-Frames effizienter zwischen Verarbeitungsschritten weitergeben.
Im Bereich Format- und Codec-Support ist HE-AAC mit 960-Sample-Frames neu – eine Variante der AAC-Codierung, die für den DAB+-Audiostandard wichtig ist. Er schreibt für MPEG-4 HE-AACv2 den 960er-Transform vor, entsprechend lassen sich solche HE-AAC-Streams jetzt korrekt dekodieren. Für die Handheld-Konsole Playdate kommt in FFmpeg 9.0 außerdem ein neuer Encoder und Muxer hinzu.
Mit dem Update fallen auch mehrere alte Komponenten und Schnittstellen weg: CELT-Decoder und Ogg/CELT-Parsing sind nicht mehr mit an Bord, wobei Opus davon explizit nicht betroffen ist. Veraltete NVENC-Optionen entfallen ebenfalls, der Support von Nvidia-NVENC-SDKs vor Version 11.1 endet mit FFmpeg 9.0 auch.
Alle Informationen zu FFmpeg 9.0 finden sich im Changelog auf der Projektseite.
Siehe auch:
(fo)
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