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KI-Update kompakt: KI-Investitionen, Forschungssoftware, iCloud+, GEMA vs. Suno

Дата публикации: 03-08-2026 13:00:00

Das "KI-Update" liefert drei mal pro Woche eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.

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Techkonzerne pumpen über eine Billion Dollar in KI-Infrastruktur

Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft haben seit 2023 mehr als eine Billion US-Dollar in KI-Technik und Rechenzentren gesteckt, wie eine Rechnung der Financial Times zeigt. Allein für dieses Jahr planen die vier Firmen Investitionen von 745 Milliarden Dollar, rund 20 Milliarden über den ursprünglichen Prognosen. Der Marktforscher Gartner nannte den Ausbau kürzlich das größte Infrastrukturprojekt der Menschheitsgeschichte.

Der Aufwand belastet die Bilanzen. Der freie Cashflow der vier Konzerne fiel im zweiten Quartal auf sieben Milliarden Dollar, den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Langfristige finanzielle Verpflichtungen der Tech-Riesen, etwa aus Leasingverträgen und Energiepartnerschaften, summieren sich im zweiten Quartal 2026 auf fast 900 Milliarden Dollar. Ob sich die Ausgaben rechnen, hängt davon ab, ob Partner wie OpenAI und Anthropic ihre zugesagte Rechenleistung tatsächlich bezahlen können. Wächst die Infrastruktur schneller als der Bedarf, droht eine Blase.

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EU steckt Milliarden in KI-Rechenzentren

Die EU-Kommission hat eine Ausschreibung für bis zu sieben KI-Gigafabriken gestartet. Aus Mitteln der EU und der Mitgliedstaaten sollen bis zu zehn Milliarden Euro fließen. Damit will Brüssel mindestens 20 Milliarden Euro an privaten Investitionen anstoßen.

Die Fabriken sollen Start-ups, Firmen, Forschung und Behörden Zugang zu Rechenleistung für das Training großer KI-Modelle geben. 18 Mitgliedstaaten beteiligen sich, darunter Deutschland. Die ersten Standorte sollen 2027 in Bau gehen.

Google stoppt Bildgenerator in Earth wegen Fake News

Google hat eine KI-Funktion in Google Earth nach zwei Tagen wieder abgeschaltet. Die Funktion sollte antike Stätten sichtbar machen oder Bauprojekte darstellen. Journalisten der BBC umgingen die Sicherheitsvorkehrungen jedoch schnell und erzeugten täuschend echte Bilder: einen umgekippten Eiffelturm, eine versunkene Pyramide in Ägypten, nicht existierende Atommeiler im Iran.

Solche Fälschungen wirken durch das seriöse Google-Umfeld besonders glaubwürdig. Zwar trugen die Bilder KI-Hinweise, doch diese ließen sich leicht entfernen. Auch spezialisierte Erkennungswerkzeuge fielen teils auf die Fälschungen herein. Google will die Funktion mit strengeren Sperren erneut freischalten.

KI-Agenten frischen alte Forschungssoftware auf

Viele wissenschaftliche Programme entstehen als Nebenprodukt einzelner Fachartikel und werden ohne saubere Tests kaum gepflegt. Ein Bericht von OpenAI und akademischen Partnern hat in acht Fallstudien, meist aus der Biologie, geprüft, ob Coding-Agenten wie Codex und Claude Code helfen können. Bei der Geschwindigkeit sind die Ergebnisse deutlich. Ein Werkzeug namens RustQC bündelte 15 Einzelprogramme zur Qualitätskontrolle in einem, die Laufzeit sank von über 15 Stunden auf knapp 15 Minuten.

Doch die Agenten können nicht zuverlässig beurteilen, ob ihr Code wissenschaftlich korrekt ist. In einem Statistikpaket rechnete die Neufassung schneller, verwendete aber den Kehrwert der eigentlich gemeinten Werte. Ein zweiter Fehler fiel erst durch Tausende künstlich erzeugte Prüfdatensätze auf. Der Aufwand verlagert sich damit vom Programmieren zum Prüfen. Als Risiko nennen die Autoren zudem die Zersplitterung: Entstehen mehrere KI-erzeugte Varianten eines Programms, verteilen sich Nutzer und Fehlerberichte auf immer mehr Projekte. Das Open-Source-Werkzeug curl stellte sein Meldeprogramm für Sicherheitslücken bereits ein, weil KI-generierte Berichte nur Zeit banden, ohne brauchbare Ergebnisse zu liefern.

Anthropic-Modelle griffen echte Firmen an

Bei Sicherheitstests drangen Modelle von Anthropic ungeplant in Systeme dreier echter Unternehmen ein. Aufgefallen ist das erst bei einer Prüfung von 141.000 Testläufen nach einem ähnlichen Zwischenfall bei OpenAI. Anders als dort hatten die Anthropic-Modelle durch ein Missverständnis direkten Internetzugang, obwohl sie glaubten, offline zu sein.

Das Modell Claude Opus 4.7 verwechselte eine fiktive Testfirma mit einem realen Unternehmen und griff dessen Datenbank an. Ein anderes Modell legte Schadsoftware öffentlich zum Download ab. 15 Systeme luden sie herunter, darunter eine IT-Sicherheitsfirma. Die Fälle stützen Warnungen vor KI-Cyberangriffen und zeigen, wie wichtig abgeschottete Testumgebungen sind.

OpenAI bestätigt Modellfamilie Astra

OpenAI hat eine neue Modellfamilie namens Astra bestätigt, neben den bestehenden Familien Sol, Terra und Luna. Die Systeme sollen mehrere Agenten über längere Zeit zusammenarbeiten lassen und stunden- oder tagelang an einem Problem rechnen. Eine interne Version hat laut OpenAI bereits zehn offene Probleme aus Mathematik und theoretischer Informatik gelöst, an denen die Fachwelt seit mindestens einem Jahrzehnt ohne Fortschritte arbeitete.

Die Aufgaben reichten von hochdimensionaler Geometrie über Gruppentheorie bis zur Kryptografie. Die Rechenkosten scheinen vergleichsweise niedrig: Laut OpenAI hätte die Arbeit über die reguläre Programmierschnittstelle rund 2000 Dollar gekostet. Jeden Beweis überführte das Modell in ein maschinenprüfbares Zertifikat.

Google Deepmind steuert mit Gemini Robotics 2 Roboter aller Bauarten

Google Deepmind hat mit Gemini Robotics 2 sein bislang fortschrittlichstes Modell vorgestellt, das Bilderkennung, Sprachverständnis und Handlungssteuerung verbindet. Es soll Roboter aller Bauarten steuern, vom Tischroboter bis zum humanoiden Ganzkörperroboter, und ermöglicht Ganzkörpersteuerung, Feinmotorik und die Zusammenarbeit mehrerer Maschinen.

Interessierte können sich über eine Warteliste für einen frühen Zugang anmelden. Zusätzlich hat Deepmind Gemini Robotics ER 2 veröffentlicht, ein übergeordnetes Modell zum Verstehen der physischen Welt. Es ist bereits in Google AI Studio verfügbar.

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Apple erwägt Aufpreise für iCloud+

Apple will von Kunden, die die neuen KI-Dienste in Siri AI besonders intensiv nutzen, künftig mehr Geld verlangen. Das deutete Konzernchef Tim Cook bei der Vorlage der Quartalszahlen an. Bekannt war bereits, dass iCloud+-Abonnenten ein größeres KI-Kontingent bekommen. Cook sprach nun von "Upgrade-Möglichkeiten", mit denen Kunden ihr Paket erweitern könnten. Einen vollständigen Plan gebe es noch nicht, auch die Kosten für die KI-Inferenz seien offen.

Siri AI umfasst inzwischen einen eigenständigen Chatbot mit App, einen erweiterten Bildgenerator und neue Werkzeuge in der Fotos-App, mit denen sich etwa die Perspektive einer Aufnahme ändern lässt. All das dürfte Apples Server beziehungsweise die von Google eingekauften Kapazitäten zusätzlich belasten. Zwar verlagert Apple viele Berechnungen auf die Geräte, doch das Dienstegeschäft lockt: Der Bereich wuchs zuletzt auf 30 Milliarden US-Dollar Quartalsumsatz, verfehlte die Erwartungen der Analysten aber um rund eine Milliarde.

Amazon verbrennt Millionen mit KI-Projekten

Ein Amazon-Projekt zum Datenabgleich mit Anthropics Claude Sonnet hat das Budget um 860 Prozent überschritten und 1,8 Millionen Dollar verschlungen, ohne Ergebnis. Ein Finanz-Audit-Werkzeug verursachte über 500.000 Dollar unerwartete Kosten, ein Logistik-Projekt 134.000 Dollar. Zusätzlich löste KI-generierter Code mehrstündige Ausfälle bei Amazon.com und AWS-Diensten aus.

Das Muster: Während Programmierfehler bei klassischen Systemen vernachlässigbar waren, werden sie bei KI-Modellen katastrophal teuer. Amazon baut nun automatische Kontrollen für künftige Projekte ein. Branchenweit wächst der Druck zu Kostendisziplin, Token-Limits und günstigeren Open-Source-Modellen statt Premium-Anbietern.

Suno unterliegt gegen GEMA vor dem Landgericht München

Die deutsche Musikverwertungsgesellschaft GEMA hat vor dem Landgericht München gegen den US-Musikgenerator Suno gewonnen. Streitgegenstand waren Titel wie "Atemlos", "Forever Young" und "Mambo Nr. 5". Nach Überzeugung des Gerichts hat Suno über Youtube zugängliche Musikstücke ausgelesen und in bestimmten Modellversionen hinterlegt. Das gehe über das hinaus, was das Urheberrecht beim Text- und Data-Mining erlaubt. Auch das Argument, für die Prompts seien die Nutzer verantwortlich, wies die Richterin zurück: Verantwortlich für Trainingsdaten, Algorithmen und Architektur sei der Anbieter.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Eine Berufung gilt als wahrscheinlich; Suno hat angekündigt, das Urteil anzufechten. Nach einer Finanzierungsrunde verfügt das Unternehmen über mehrere hundert Millionen Dollar für einen langen Rechtsstreit. Für die GEMA ist es der zweite Sieg am selben Gericht nach einem Erfolg gegen OpenAI im November wegen Songtexten. Die zugrunde liegenden Ausnahmen beruhen auf europäischem Recht, eine endgültige Klärung müsste vom Europäischen Gerichtshof kommen.

Hamburger Datenschutzbeauftragter hält „Meta Smart Glasses“ für illegal

Metas Smart Glasses mit eingebauten Kameras und KI verstoßen nach Ansicht des Hamburgischen Datenschutzbeauftragten Thomas Fuchs gegen die DSGVO, wenn Personen ohne Einwilligung gefilmt werden. Da die Brillen kaum von normalen zu unterscheiden sind, stuft die Behörde sie als getarnte Kameras ein. Deren Verkauf und Besitz sind in Deutschland verboten.

Zuständig für ein bundesweites Verkaufsverbot wäre die Bundesnetzagentur, die derzeit prüft. Auch auf EU-Ebene wächst der Widerstand. Bis Entscheidungen fallen, warnt die App "Nearby Glasses" vor Datenbrillen in der Nähe. Allein im Google Play Store hat sie über 100.000 Downloads.

Reddit-Chef kritisiert Googles KI-Zusammenfassungen

Reddit-Chef Steve Huffman hat Googles KI-Suche ungewöhnlich offen kritisiert. Nutzer wollten authentische Diskussionen und persönliche Erfahrungen, keine synthetischen Zusammenfassungen. Während Googles klassische Suche dem Web jahrelang Wachstum brachte, sehe er bei KI-Übersichten keine vergleichbaren Vorteile.

Das Wall Street Journal berichtete vergangene Woche, dass mehrere Publisher und Plattformen ihre Zusammenarbeit mit Google überdenken. Reddit und Google verbindet seit 2024 ein Lizenzvertrag im Wert von rund 60 Millionen Dollar pro Jahr, über dessen Verlängerung derzeit verhandelt wird.

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(igr)

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