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Sturz oder Wiederwahl: Wie die Fifa-Präsidentenwahl abläuft

Дата публикации: 06-08-2026 12:34:00

Die Uefa drohte dem Weltverband mit einem WM-Boykott und entzog Fifa-Präsident Gianni Infantino zuletzt das Vertrauen. Es wird auch bereits um mögliche Nachfolger spekuliert. Auf diese Verbände kommt es an, um Infantino zu stürzen.

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Die Uefa drohte dem Weltverband mit einem WM-Boykott und entzog Fifa-Präsident Gianni Infantino zuletzt das Vertrauen. Es wird auch bereits um mögliche Nachfolger spekuliert. Auf diese Verbände kommt es an, um Infantino zu stürzen.

Am 18. März 2027 findet im marokkanischen Rabat der 77. Fifa-Kongress statt. Dann wird erneut über den künftigen Präsidenten des Weltverbandes abgestimmt. Bis zum 18. November können Kandidaten ihre Bewerbungen einreichen. Seitdem der geplante WM-Investorendeal öffentlich wurde, steht Gianni Infantino besonders durch die Uefa stark unter Beschuss. Laut einem Medienbericht gibt es das „Project Kill The Monster“ („Projekt Tötet das Monster“), um Infantino aus dem Amt zu verdrängen. 

Bei der letzten Wahl zum Präsidenten am 16. März 2023 in Kigali (Ruanda) gab es kein klassisches Stimmenergebnis. Infantino trat als einziger Bewerber an. Er wurde per Akklamation der Delegierten im Amt für seine zweite vollwertige Amtszeit bestätigt.

US-Präsident Donald Trump (l.) und Fifa-Boss Gianni Infantino

US-Präsident Donald Trump (l.) und Fifa-Boss Gianni Infantino. IMAGO / News Licensing
„One Association, One Vote“

Das wohl wichtigste Prinzip bei der Fifa-Wahl lautet: Jedes Mitglied hat genau eine Stimme, völlig unabhängig von der Größe des Landes, der sportlichen Erfolgsbilanz oder der wirtschaftlichen Macht. Dieses nennt sich: „One Association, One Vote“.

Die Stimme des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) (über 8 Millionen Mitglieder) zählt exakt genauso viel wie die Stimme der kleineren Verbände, wie beispielsweise Curaçao (etwa 150.000 Einwohner). Insgesamt gibt es 211 Mitgliedsverbände in der Fifa.

Übersicht der Stimmenverteilung

Dabei stellen Afrika (CAF) und Asien (AFC) zusammen 101 der 211 Stimmen und damit fast 48 Prozent. Wer also Präsident werden will, kann eine Wahl ohne die breite Unterstützung dieser beiden Blöcke mathematisch kaum gewinnen.

Während sich die CAF offen für die WM-Pläne zeigte, hat der AFC Kritik geäußert und laut Medienberichten mit der Uefa und der Concacaf zusammen über ein mögliches Konkurrenzturnier gesprochen.

Die beiden Kontinentalverbände Concacaf (Nord-/Mittelamerika, 35 Stimmen) sowie OFC (Ozeanien, 11 Stimmen) gelten dagegen als Wackelkandidaten. Conmebol (Südamerika), welches 10 Stimmen besitzt und historisch das sportliche WM-Geschehen dominiert, hielt sich aktuell mit Kritik an den Fifa-Präsidenten zurück.

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin (l.) und Fifa-Chef Gianni Infantino

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin (l.) und Fifa-Chef Gianni Infantino IMAGO / Jan Huebner
So findet die Wahl zum Fifa-Präsidenten statt

Die Wahl erfolgt in geheimer Abstimmung. Um zum Präsidenten gewählt zu werden, gelten je nach Wahlgang unterschiedliche Hürden:

  1. Erster Wahlgang (Zwei-Drittel-Mehrheit):
    • Im ersten Wahlgang benötigt ein Kandidat eine Zwei-Drittel-Mehrheit der anwesenden und stimmberechtigten Mitglieder.
    • Bei 211 anwesenden Verbänden entspricht das 141 Stimmen.
  2. Zweiter Wahlgang und weitere (Einfache Mehrheit):
    • Erreicht im ersten Wahlgang kein Kandidat die Zwei-Drittel-Hürde, reicht ab dem zweiten Wahlgang die einfache Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen.
    • Bei 211 Stimmen sind das 106 Stimmen.
  3. Ausschlussverfahren bei mehreren Kandidaten:
    • Treten mehr als zwei Kandidaten an und erreicht niemand im ersten Wahlgang die Zwei-Drittel-Mehrheit, scheidet ab dem zweiten Wahlgang jeweils der Kandidat mit den wenigsten Stimmen aus, bis ein Kandidat die absolute Mehrheit (106+ Stimmen) auf sich vereint.

Wenn die Blöcke der Uefa, Concacaf und AFC geschlossen zusammenstehen und gegen Gianni Infantino stimmen würden, hätte er keine Chance auf eine Wiederwahl. Denn dann hätten die drei Kontintalverbände mit 137 Stimmen die einfache Mehrheit von 106 Stimmen übertroffen.

Ob sich allerdings jeder einzelne Verband in den Kontinentalverbänden gegen Infantino stellt, bleibt äußerst fraglich. Denn Infantino hat in den letzten Jahren gezielt Fördergelder massiv erhöht, die Aufstockung der WM auf 48 Teams durchgesetzt (mehr Startplätze für Afrika/Asien) und die WM 2034 nach Saudi-Arabien vergeben.

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