Weil Spanien das WM-Finale dominiert, verliert Argentinien die Fassung. Der Ex-Weltmeister zeigt ausgerechnet im wichtigsten Spiel die fieseste Seite.
Weil Spanien das WM-Finale dominiert, brennen bei Argentinien die Sicherungen durch. Der entthronte Weltmeister zeigt ausgerechnet im wichtigsten Spiel die fieseste Seite seiner dreckigen Taktik.
Als Schiedsrichter Slavko Vinčić das WM-Finale abpfiff, zeigten die Argentinier ihren wahren Charakter. Das 0:1 gegen Spanien, die Niederlage im vermutlich letzten Länderspiel des Nationalheiligen Lionel Messi, entlarvte ihr Spielverständnis bei dieser WM 2026.
Kloppen statt Kicken: Mindestens drei Argentinier müsste die Fifa, wenn sie ihre Aufgabe ernst nähme, ein Jahr sperren. Doch der Reihe nach.
Man konnte schon während des Spiels beobachten, wie grenzwertig Paredes jeden Gegenspieler anging. In der 52. Minute war er für einen Check gegen Rodri samt Schubser gegen Dani Olmo verwarnt worden.
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Das mag alles ein Ausdruck von Hilflosigkeit gegen Spaniens kaltblütigen Ballbesitzfußball sein, aber entschuldigt niemals, warum die Argentinier schlechte Verlierer sind. Paredes war ja kein Einzelfall im Team von Messi.
Mitten in der von Paredes ausgelösten Rudelbildung hinein schubst Ersatztorwart Gerónimo Rulli den Spanier Eric heftig weg. Eskalation aus Solidarität – der brisante Punkt ist hier, dass ein Argentinier zulangt, der keine Minute gespielt hat und sich eigens dafür ins Getümmel stürzt. Das passt ins Bild, das Argentinien beim vergeigten WM-Finale im Metlife Stadium abgegeben hat.
Enzo Fernández hätte schon vor dem rüden Foul an Spaniens Innenverteidiger Pau Cubarsí vom Platz fliegen müssen. Die erste Gelbe Karte kassierte er fürs Reklamieren, als er nach leichtem Kontakt mit Rodri zu Boden ging und wütend Richtung Schiedsrichter fuchtelte. Er zeigte sogar den Scheibenwischer, was normalerweise Rot bedeutet. Dann kam die Szene, als die Welt den Atem anhielt.
Er rennt an der Mittellinie im Kampf um den Ball auf Cubarsí zu, kommt zu spät, erwischt den Ball nicht und räumt den Spanier so ab, dass der eine komplette Rotation in der Luft hinlegt, bevor er krachend auf dem Boden landet. Endlich sah er Gelb-Rot. Die Fernández-Reaktion zeigte anschließend, dass er sich unschuldig fühlte – er tat Cubarsís bedrohlichen Salto als eine Art Schwalbe ab.
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So ging das ständig auf dem Platz: Bei jedem Zweikampf, ob in der Luft oder am Boden, teilten die Argentinier aus. Mal mit dem Ellenbogen, mal mit der Schulter, immer voll gegen den Mann.
In der Bundesliga hätte VAR Bastian Dankert mit Sicherheit interveniert. Hier war aber die Linie des Schiedsrichters offensichtlich: Wir lassen jede Böswilligkeit laufen. Daraus entstand diese Brutalität auf dem Rasen.
Nach Informationen von „Sky Sports“ wurde eine Untersuchung der Fifa eingeleitet. Paredes, Rulli und vorher Fernández: Ihnen wird der Weltverband eine überschaubare Strafe aufbrummen. Paredes vielleicht zwei, drei Spiele Sperre, Rulli wahrscheinlich gar nichts und Fernández ganz sicher ein Spiel Pause – das war's. Dass die Argentinier den Fußball vor aller Welt mit Füßen getreten haben, geht in diesem juristischen Prozess in der Sommerpause unter.
Hier müsste die Fifa, die immer auf Miteinander statt Gegeneinander pocht, ein Zeichen setzen. Ein Jahr Sperre für alle drei: Dann hätte das Trio ausreichend Zeit, über ihre Ausraster nachzudenken, und trotzdem Gelegenheit, rechtzeitig zur nächsten Weltmeisterschaft in ihr Nationalteam zurückzukehren.
Diesen Mumm hat das Sportgericht vermutlich nicht. Der fehlte ja nicht nur im WM-Finale.
Video: „Das war hässlicher, deprimierender Anti-Fußball“,regionOfInterest=(320,180)&hash=eaa0938c56c0acc0a72d5c2e4f7b074ff0d8659a1587d6f5cd116b0ccfee97b3)
Presse zerlegt Argentinien: „Das war hässlicher, deprimierender Anti-Fußball”
Frank Gunn/The Canadian Press/AP/dpa