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Die WM-Bilanz 2026: Von 5 Ängsten waren 4 nur Panikmache

Дата публикации: 17-07-2026 10:34:00

Zu teuer, zu heiß, politisch brisant: Zahlreiche Bedenken dominierten den WM-Vorlauf. Welche Sorgen berechtigt waren und was sich als Panikmache herausstellte.

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Zu teuer, zu heiß, politisch brisant: Zahlreiche Bedenken dominierten den WM-Vorlauf. Berechtigt war eigentlich nur die Sorge vor irrwitzigen Preisen – alles andere entpuppte sich mehr oder weniger als Panikmache.

Was bei der WM eintrat: Sorge vor Preis-Irrsinn

Dass die WM für Fans teuer werden würde, war spätestens beim Kauf der Tickets, der Hotelbuchung oder der Anreise zum Stadion klar. Für zusätzlichen Ärger sorgten jedoch die Preise in den Arenen. In den USA mussten Besucher teils tief in die Tasche greifen: Bis zu 20 Euro für ein Bier, mehr als 17 Euro für Pommes oder rund 7 Euro für eine Flasche Wasser. 

Aber auch in Mexiko waren Speisen und Getränke deutlich teurer als gewohnt. Im Aztekenstadion kostete ein Bier umgerechnet rund 15,50 Euro – und damit fast so viel wie der gesetzliche Tagesmindestlohn im Land.

Was sich bei der WM nicht bewahrheitete: Sorge vor Wetter-Chaos

Das befürchtete Wetter-Chaos mit Unwettern und extremer Hitze blieb weitgehend aus. Dennoch musste die Vorrundenpartie zwischen Frankreich und dem Irak wegen eines Gewitters für rund zwei Stunden unterbrochen werden. Das Sechzehntelfinale zwischen Mexiko und Ecuador sowie das Achtelfinale der Engländer begannen jeweils mit Verspätung.

Blitz und Donner legten das WM-Spiel zwischen Frankreich und dem Irak lahm

Blitz und Donner legten das WM-Spiel zwischen Frankreich und dem Irak lahm IMAGO / Justus Stegemann

Die hohen Temperaturen und die drückende Schwüle blieben eine Belastung – und dürften auch das Finale prägen. Im Endspiel zwischen Spanien und Argentinien werden bis zu 40 Grad erwartet. Außerdem ist die Bevölkerung in New York aufgerufen worden, Masken zu tragen. Rauch von Waldbränden in Kanada und im US-Bundesstaat Minnesota zieht über die Metropole.

Dennoch lautet die Klima-Bilanz unterm Strich: Die größten Bedenken waren unbegründet.

Was sich bei der WM (fast) nicht bewahrheitete: Sorge vor Trump

Die Sorge, Donald Trump könnte die WM für seine politische Agenda nutzen, war groß. Bislang hielt sich der US-Präsident überraschenderweise zurück, nur einmal sorgte er für Aufsehen. Dafür gleich mit einem großen Knall.

Fifa-Präsident Gianni Infantino präsentiert US-Präsident Donald Trump den WM-Pokal im Oval Office

Fifa-Präsident Gianni Infantino präsentiert US-Präsident Donald Trump den WM-Pokal im Oval Office IMAGO/Cover-Images

Beim Finale wird der 80-Jährige wieder im Rampenlicht stehen: Trump soll den Pokal überreichen und könnte die Siegerehrung zu seinem großen WM-Auftritt machen.

Was sich bei der WM kaum bewahrheitete: Sorge vor Sicherheitsgefahren

Der Krieg im Nahen Osten, Unruhen in Mexiko und die Haushaltssperre in den USA hatten erhebliche Sicherheitsbedenken ausgelöst.

Während die Spiele in Kanada und den USA überwiegend reibungslos verliefen, kam es in Mexiko zu Zwischenfällen: Fans stürmten ein bereits überfülltes Fanfest in Guadalajara, nach einem Sieg der Co-Gastgeber fuhr ein Auto in eine feiernde Menschenmenge, zudem starben bei Jubelfeiern in Mexiko-Stadt mehrere Menschen.

WM-Sorgen im Realitätscheck: Trump, Unwetter, Preis-Irrsinn

Militärpolizei vor dem Boston-Stadion in Foxborough Martin Rickett/PA Wire/dpa

Für Diskussionen sorgte vor der WM auch die Rolle der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE. Deren Chef Todd Lyons hatte von einer „Schlüsselrolle“ im Sicherheitskonzept gesprochen.

ICE steht seit längerem wegen der rigorosen Vorgehensweise bei der Inhaftierung von Migranten in der Kritik. Wie umfangreich der Einsatz während der WM tatsächlich ausfiel, blieb jedoch unklar. Größere Zwischenfälle mit Fans sind bislang nicht bekannt.

Was sich bei der WM nicht bewahrheitete: Sorge vor leeren Stadien

Die Sorge vor leeren Stadien, vor allem in den USA, wo Fußball nicht die Sportart Nummer eins ist, erwies sich als reine Panikmache. Bereits vor den Viertelfinals strömten laut Fifa mit Blick auf die Partien in allen drei Ausrichternationen mehr als 6,25 Millionen Zuschauer in die Stadien – so viele wie nie zuvor bei einer WM.

Der Rekord überrascht allerdings nur bedingt: Erstmals nahmen 48 Teams teil, es standen 104 statt 64 Begegnungen auf dem Spielplan.

WM-Sorgen im Realitätscheck: Trump, Unwetter, Preis-Irrsinn

Leere Ränge bei Spanien gegen Kap Verde in Atlanta Jacob Kupferman/AP/dpa

Laut Fifa waren 99,7 Prozent aller verfügbaren Plätze belegt. Vor allem in der Gruppenphase waren allerdings auch viele freie Sitze zu sehen. Im Schnitt kamen vor den Viertelfinals laut offizieller Zahlen rund 65.000 Fans pro Partie.

Bei der WM 1994 in Amerika lag der Durchschnitt am Ende bei 68.991 Zuschauern. Diesen Wert kann das Turnier 2026 auch dann nicht mehr erreichen, sollten das Spiel um Platz 3 sowie das Finale bis auf den letzten Platz besetzt sein.

Was sich bei der WM nicht bewahrheitete: Sorge vor Qualitätsverlust

Viele Kritiker warnten wegen der Erweiterung vor spürbaren Klassenunterschieden und einseitigen Spielen. Zwar schaffte es mit Kap Verde nur ein krasser Außenseiter in die K.o.-Phase, trotzdem verkauften sich die vier Debütanten um Jordanien und Usbekistan und andere Underdogs teuer, sodass von einer deutlichen Verschlechterung der Spielqualität wenig zu sehen war. 

Kap Verde rang etwa Spanien ein 0:0 ab und scheiterte im Sechzehntelfinale gegen Titelverteidiger Argentinien erst nach Verlängerung. DR Kongo holte ein 1:1 gegen Portugal, Paraguay blamierte Deutschland. Und auch Karibikstaat Curaçao feierte gegen Ecuador einen historischen ersten WM-Punkt.

dpa

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