Die Bundesregierung hat sich auf die Einführung einer Steuer auf besonders zuckerhaltige Nahrungsmittel geeinigt. Gegner nennen das Abzocke, unser Autor findet den Plan aber gut.
Meinung | Saarbrücken · Die Bundesregierung hat sich auf die Einführung einer Steuer auf besonders zuckerhaltige Nahrungsmittel geeinigt. Gegner nennen das Abzocke, unser Autor findet den Plan aber gut.
12.09.2026 , 08:00 Uhr
Wer mal bewusst auf das Extrastückchen Zucker im Kaffee oder Tee verzichtet hat, weiß: Man kann sich an Süße gewöhnen, kann fast süchtig danach werden – und sie sich auch langsam abgewöhnen. Die Verbraucher – nicht zuletzt die Kinder und Jugendlichen – werden aber durch den hohen Zuckergehalt nicht zuletzt in Softdrinks, Brotaufstrichen etc. quasi zu Zucker-Junkies gemacht. Nicht bei allen, aber bei viel zu vielen derart angefixten jungen Leuten ist die Folge: Übergewicht bis Diabetes – ganz abgesehen von der Wirkung des Blutzucker-Pingpongs auf die Konzentration. Jenseits des individuellen Schicksals bedeutet das für die Gesellschaft insgesamt höhere Kosten. Da muss man gegensteuern.
Dass der Staat die (externen) Kosten von Produkten, mit denen die Nahrungsmittelindustrie Milliarden-Umsätze macht, „internalisiert“, also auf die Produkte schlägt, ist völlig legitim und auch ökonomisch sinnvoll. Dass die Steuer dann dazu beiträgt, dass die Hersteller den Zuckergehalt reduzieren bzw. die Kunden die Getränke wegen des Preises meiden, spricht zusätzlich dafür. Aber vor allem gilt: Steuern sind zu allererst dafür da, Staatseinnahmen zu generieren. Und die „besten“ Steuern sind die, die möglichst wenig Schaden anrichten – etwa Leistungsanreize nehmen, wie es die Einkommensteuer tut. Die Zuckersteuer wird wohl über 500 Millionen Euro im Jahr bringen, ohne negative Wirkungen auf das Verhalten zu haben.
Klar muss der Bund auch sparen. Aber es macht darüber hinaus Sinn, dass er, statt neue Schulden aufzunehmen, die Lohnnebenkosten zu erhöhen oder bei der Einkommensteuer-Entlastung zu knausern diese Verbrauchsteuer ins Visier nimmt. Dass das damit eingenommene Geld eigentlich in die Gesundheitsförderung gehen sollte, mag sein. Aber die Zuckersteuer ist auch so besser als manche andere.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Zuckersteuer: Mehr Süßstoff statt weniger Zucker? | 0 | 7.59 | 03-06-2026 |
| 2 | Rauchen: Wegen Steuerplänen: Zigaretten sollen deutlich teurer werden | 0 | 5 | 13-07-2026 |
| 3 | Rauchen: Wegen Steuerplänen: Zigaretten sollen deutlich teurer werden | 0 | 5 | 13-07-2026 |
| 4 | Правительство может ввести акцизы на сладкие напитки | 0 | 0 | 23-06-2021 |
| 5 | Hilft eine Zuckersteuer gegen Adipositas? | 0 | 10.39 | 23-01-2026 |
| 6 | Лимонадный акциз | 0 | 7 | 20-10-2024 |
| 7 | В России ввели акциз на сахаросодержащие напитки в размере 7 рублей за 1 литр | 0 | 0 | 30-06-2023 |
| 8 | Государство поддержит сферу услуг после введения акциза на сладкие напитки | 0 | 0 | 06-07-2023 |
| 9 | В РФ лекарства для диабетиков могут начать закупать за счет налога на газировки | 0 | 0 | 05-10-2025 |