Eigentlich wollte er nur eine kurze Strecke mit dem autonomen Fahrzeug zurücklegen – daraus wurde eine Odyssee durch die halbe Stadt. Grund dafür sind zahlreiche Einschränkungen, mit denen Tesla zu kämpfen hat.
Eigentlich wollte er nur eine kurze Strecke mit dem autonomen Fahrzeug zurücklegen – daraus wurde eine Odyssee durch die halbe Stadt. Grund dafür sind zahlreiche Einschränkungen, mit denen Tesla zu kämpfen hat.
Von Noëlle Bölling
Anzeige

Teslas Robotaxis gleichen immer noch eher einem Experiment als einem echten Fahrservice. (Foto: Shutterstock / Jose Gil)
In Sachen autonomes Fahren hinkt Tesla weiterhin dem Konkurrenten Waymo hinterher. Während dieser schon vollständig fahrerlose Fahrten auf der Autobahn durchführt, meiden Teslas Robotaxis diese schnell befahrenen Straßen noch immer. In Städten wie dem texanischen Austin kann das allerdings dazu führen, dass aus einem kurzen Weg von zehn Minuten eine Fahrt von über einer Stunde wird.
Anzeige
Ein Fahrgast berichtete in einem Post auf Reddit, sein Taxi habe ihn „eine Stunde lang als Geisel gehalten” und „auf einem riesigen Umweg nach Süden durch East Austin” geführt. „Vermutlich wollte das Cybercab heute eine landschaftlich reizvolle Route nehmen”, heißt es weiter. Faktisch stimmt der ironisch gemeinte Beitrag allerdings nicht ganz, denn der Fahrgast hätte die Fahrt jederzeit beenden und ein anderes Fahrzeug bestellen können. Trotzdem verdeutlicht seine 70-minütige Odyssee einige wesentliche Probleme, mit denen Tesla noch immer zu kämpfen hat.
Normalerweise hätte die Route über die Stadtautobahn nur zehn Minuten gedauert. Tesla meidet diese aber, weil das Unternehmen seine Fahrten aus Sicherheitsgründen bewusst auf niedrigere Geschwindigkeiten beschränkt. Die Unfallquote des Autobauers bleibt dennoch hoch. Expert:innen führen das unter anderem auf den technologischen Ansatz zurück: Während Waymo Kameras mit Lidar- und Radarsensoren kombiniert, setzt Tesla konsequent auf das günstigere „Tesla Vision“-System. Laut aktuellen Daten der US-Behörde NHTSA verunglückt ein Fahrzeug der Flotte etwa alle 57.000 Meilen. Mit dieser Bilanz ist Tesla etwa viermal schlechter als ein Mensch.
Anzeige
Wie Electrek auf Grundlage mehrerer Fahrgastberichte mitteilt, sollen die Fahrzeuge zudem ebenerdige Bahnübergänge meiden. In Kombination mit der Umfahrung von Autobahnen musste das Auto weit nach Süden auf Nebenstraßen fahren, bis es schließlich auf einer Brücke in East Austin die Gleise überqueren konnte. Die texanische Stadt ist um mehrere autobahnähnliche Schnellstraßen herum aufgebaut. Diese kleine Anekdote veranschaulicht, welches Abenteuer eine Fahrt mit dem Robotaxi bedeuten kann.
Ein weiteres Problem ist, dass Tesla bei der Buchung nur den geschätzten Preis, nicht aber die Fahrtdauer anzeigt. Die Fahrgäste erfahren also erst unterwegs, dass sie sich für einen großen Umweg entschieden haben. Der Vorfall kommt für Tesla zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Das lenkradlose Cybercab befördert erst seit dem 3. September Fahrgäste in Austin. Am selben Tag leitete die NHTSA eine Untersuchung ein, um zu prüfen, wie Tesla seine autonomen Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale zertifiziert hat. Erst kurz zuvor war eines von Teslas Robotaxis in Austin geradewegs durch eine Reihe von Absperrpfosten gefahren.
Empfohlene redaktionelle Inhalte
Hier findest du externe Inhalte von TargetVideo GmbH,
die unser redaktionelles Angebot auf t3n.de ergänzen.
Mit dem Klick auf "Inhalte anzeigen" erklärst du dich einverstanden,
dass wir dir jetzt und in Zukunft Inhalte von TargetVideo GmbH auf unseren Seiten anzeigen dürfen.
Dabei können personenbezogene Daten an Plattformen von Drittanbietern übermittelt werden.
Von 1881 bis heute: Die Geschichte des E‑Autos in Bildern
Insgesamt machen die Vorfälle erneut deutlich, dass die autonomen Fahrzeuge weit hinter den Versprechungen von Tesla-Chef Elon Musk zurückbleiben. Er hat das Robotaxi als ein Auto angepriesen, das überall hinfährt, wo auch ein Mensch hinkommt – und das günstiger. Was Austin jetzt stattdessen hat, ist ein Taxi, das nicht auf die Autobahn darf, keine Bahngleise überquert und eine kurze Strecke in eine Fahrt von über einer Stunde verwandeln kann – und das zum Preis von 20 Dollar.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Cybercab: Tesla baut ein Auto, das aktuell nirgends fahren darf | 0 | 5 | 09-07-2026 |
| 2 | Tesla begins ‘engineering tests’ of first production Cybercab in Austin | 0 | 11.05 | 30-06-2026 |
| 3 | Kinder müssen draußen bleiben: Diese Regeln gelten für Teslas Cybercab | 0 | 12.44 | 07-09-2026 |
| 4 | Lenkradloses Robotaxi: Tesla startet Cybercab-Tests in Austin | 0 | 7 | 01-07-2026 |
| 5 | Tesla maps a tiny Robotaxi zone in Miami while it still can’t scale Texas | 0 | 9.88 | 03-07-2026 |
| 6 | Tesla a commencé la production de son robotaxi « Cybercab », selon Musk | 0 | 4.72 | 24-04-2026 |
| 7 | Teslas Cybercabs in New York haben ein Lenkrad – was dahintersteckt | 0 | 8.65 | 15-09-2026 |
| 8 | Les caméras des Tesla pourraient poser plus de problèmes que prévu aux robotaxis | 0 | 12.45 | 19-07-2026 |
| 9 | Tesla Cybercab: mass-producing a car it can’t sell or drive itself | 0 | 12.84 | 06-07-2026 |
| 10 | Unfallrisiko Robotaxi: Abrupte Manöver führen zu Verletzungen bei Testfahrten | 0 | 9.48 | 31-08-2026 |