Die Kreml-Partei gewinnt wie erwartet die Duma-Wahl. Doch die Bevölkerung reagiert zunehmend genervt auf die Folgen des Kriegs gegen die Ukraine.

Russlands Präsident Putin: Wann kommt die Mobilmachung? Foto: Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputni
Die Stimmung in Russland ist schlecht. Ständig brennen Warenlager oder Ölraffinerien, die Fahrt zur Tankstelle wird aufgrund der Treibstoffknappheit zur Zitterpartie, und das Internet wird regelmäßig von den Geheimdiensten gesperrt. Der Angriffskrieg, den Russlands Präsident Wladimir Putin seit mehr als vier Jahren gegen die Ukraine führt, ist längst im russischen Alltag angekommen – und die Bevölkerung reagiert zunehmend genervt.
Um die russischen Wählerinnen und Wähler an den ungeliebten Krieg zu erinnern, ließ der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zur Duma-Wahl am Sonntag eine große Raffinerie in Moskau bombardieren. Die Bilder hatten hohe Symbolkraft: Der Urnengang wurde im wahrsten Sinne des Wortes von den Rauchsäulen des Kriegs überschattet.
Dass eine Regierungspartei wie Einiges Russland vor diesem Hintergrund erneut eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Sitze erhält, wäre bei einer freien, demokratischen Wahl undenkbar. Das Wahlergebnis zeigt daher vor allem eins: Die Duma-Wahl ist keine Wahl, sondern eine reine Demokratie-Show des Kremls.
Was wirklich auf den Wahlzetteln in den Urnen stand, wird die Welt nie erfahren. Das offizielle Endergebnis wird wie alle fünf Jahre von den Behörden festgelegt und verlautbart. Die Aussagekraft ist daher gleich null. Die von Putin behauptete Rückendeckung für den Krieg lässt sich daraus nicht ablesen.
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