Wer Disney+ ohne Werbung schauen will, hat künftig offenbar kaum noch Möglichkeiten. Viele Kunden sind verärgert.
Stand: 17.09.2026, 10:26 Uhr
Wer Disney+ ohne Werbung schauen will, hat künftig offenbar kaum noch Möglichkeiten. Viele Kunden sind verärgert.
Disney+ informiert seine Abonnenten derzeit per E-Mail über Änderungen an den Nutzungsbedingungen. Demnach können künftig alle kostenpflichtigen Abo-Modelle Werbeinhalte enthalten. Betroffen sind damit auch Standard und Premium, die bislang mit werbefreien Filmen und Serien beworben wurden.

Die neuen Regeln beziehen sich auf den Nutzungsvertrag vom 18. Juni 2026, wie unter anderem Golem berichtet. Darin stellt Disney klar, dass sämtliche Abo-Optionen unter anderem Werbeinhalte, Sponsoring sowie Werbung vor oder nach der Wiedergabe enthalten können. Die Regelung gilt außerdem für Live- und sogenannte Wie-live-Inhalte, Sonderereignisse und Inhalte von Drittanbietern. Jetzt das Angebot von Disney+ entdecken (Affiliate-Link).
Disney+ verlangt Zustimmung zum neuen NutzungsvertragIn den kommenden Tagen sollen Nutzer beim Einloggen bei Disney+ aufgefordert werden, den neuen Nutzungsvertrag zu akzeptieren. Was passiert, wenn Abonnenten den Bedingungen nicht zustimmen, erklärt Disney in der E-Mail nicht. In der Nachricht wird zwar auf den Vertrag vom 18. Juni 2026 verwiesen. Der enthaltene Link allerdings zu älteren Nutzungsbedingungen aus dem Jahr 2014. Wer den aktuellen Vertrag einsehen möchte, muss ihn auf der Webseite von Disney+ unter den rechtlichen Dokumenten selbst aufrufen.
Welche Werbung kann bei Disney+ erscheinen?In einem Hilfeartikel erklärt Disney, dass in den Abos „Standard“ und „Premium“ in begrenztem Umfang Werbeinhalte, Werbung vor oder nach der Wiedergabe sowie Clips und Trailer für Disney-Inhalte, Produkte und Dienste enthalten sein können. Auch Inhalte mit Branding oder Sponsoring sind demnach möglich. Zusätzlich können Live-Inhalte und Sonderereignisse Werbepausen oder Werbebotschaften enthalten. Was Disney genau unter Sonderereignissen versteht, bleibt in dem Hilfeartikel offen. Fest steht aber: Eingeblendete Werbung lässt sich bei Disney+ nicht vorspulen.
Die neuen Bedingungen bedeuten nicht zwingend, dass jede Folge einer Serie oder jeder Film von klassischen Werbeunterbrechungen betroffen ist. Disney behält sich jedoch ausdrücklich vor, in verschiedenen Bereichen Werbung oder werbliche Inhalte einzusetzen. Marktführer Netflix hat jüngst die Preise bei allen Abos angehoben.
Gibt es noch ein werbefreies Disney+-Abo?Nach den aktuellen Angaben von Disney gibt es nur noch eine Möglichkeit, Disney+ ohne Werbung zu nutzen: das Kinderprofil im Juniormodus. In allen anderen Profilen soll Disney altersgerechte Werbung ausspielen können. Für Neukunden ist dieser Hinweis offenbar nicht auf den ersten Blick zu erkennen. In der Abo-Übersicht steht bei Standard und Premium weiterhin ein Haken bei „Werbefreie Filme und Serien“. Erst eine Fußnote weist darauf hin, dass es kein vollständig werbefreies Abo mehr geben soll.
Wer bereits ein Abo besitzt, sollte deshalb die Informationen im eigenen Kundenkonto und den aktuellen Nutzungsvertrag prüfen. Besonders wichtig ist, ob der jeweilige Tarif ausdrücklich Werbefreiheit verspricht oder ob Disney lediglich auf werbefreie Filme und Serien hinweist.
Viele Kunden reagieren verärgertAuf Reddit berichten zahlreiche Disney+-Nutzer, dass sie die E-Mail zu den geänderten Nutzungsbedingungen erhalten haben. Viele zeigen sich enttäuscht darüber, dass Werbung nun offenbar auch bei teureren Abos möglich ist. Einige Kunden kündigen an, ihr laufendes Abo zu beenden, andere geben an, bereits gekündigt zu haben. Eine Person schreibt: „Ich habe schon gekündigt, nachdem mein 12 Monate gratis Abo (mit dem Fernseher bekommen) abgelaufen ist.“ Ein anderer Reddit-User meint: „Aus diesem Grund habe ich heute auch gekündigt und wo ich gerade dabei war, Netflix auch.“
Disney verweist auf Live-Sport und TrailerIn einer Stellungnahme vom 17. September 2026 (via Golem) erklärte Disney, dass bei Live-Sportübertragungen, wie in der Branche üblich, Sponsoring-Elemente und Werbeeinblendungen enthalten sein können. Außerdem könnten vor der Wiedergabe eines Titels Trailer zu Disney-Filmen und -Serien gezeigt werden. Disney betont zugleich, dass entsprechende Regelungen bereits Teil des bisherigen Nutzungsvertrags gewesen seien. Warum bestehende Abonnenten nun ausdrücklich um die Zustimmung zu einem geänderten Vertrag gebeten werden, ließ das Unternehmen offen.
Für Kunden bleibt damit vor allem eine Frage entscheidend: Ob Disney+ künftig tatsächlich klassische Werbung in Filmen und Serien zeigt oder die neuen Formulierungen zunächst vor allem Live-Inhalte, Sponsoring und Trailer betreffen. Die Nutzungsbedingungen lassen dem Unternehmen jedenfalls deutlich mehr Spielraum als bisher. Deutsche Serienstarts findet man stets bei Serienjunkies.de in dieser Übersicht.
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