Zehntausende Arbeiter protestieren beim Aktionstag der IG Metall gegen die Auto-Manager und den massiven Stellenabbau. In den Werken mischt sich Angst mit Wut – auch gegen Kanzler Merz.

IG-Metall-Protest bei Mercedes, Gewerkschaftschefin Benner: Aktionen an 200 Standorten. Foto: Marijan Murat/dpa, IMAGO/IPON [M] Handelsblatt
Wolfsburg, Hannover, Ingolstadt, Stuttgart. Die Fahnen der IG Metall wehten am Montag in ganz Deutschland vor den Werken von Autoherstellern und ‑zulieferern. An rund 200 Orten mobilisierte die Gewerkschaft die Belegschaften – und rief unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag“ zum Widerstand gegen die Sparmaßnahmen der Branche auf.
IG-Metall-Chefin Christiane Benner führte den Protest vor dem Volkswagen-Werk in Wolfsburg an. Ranghohe Vertreter der IG Metall protestierten gemeinsam mit Mitarbeitern auch in München bei BMW, in Sindelfingen bei Mercedes, in Ingolstadt bei Audi und in Stuttgart bei Bosch.
Das Timing ist kein Zufall: In dieser Woche beginnt die Tarifrunde für die 3,7 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Ein Großteil davon arbeitet in der Autoindustrie.
Diese steht bei der Transformation zur E-Mobilität mit dem Rücken zur Wand: Der Gewinn von Volkswagen, BMW und Mercedes sank im ersten Halbjahr um fast ein Fünftel auf 13 Milliarden Euro, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Beratung EY. Das ist der niedrigste Wert seit dem Pandemiejahr 2020. Erst am Freitag hatte der VW-Konzern seine Gewinnprognose massiv nach unten korrigiert.

Daniela Cavallo (l.) und Christiane Benner in Wolfsburg: Die VW-Konzernbetriebsrätin und die IG-Metall-Chefin nehmen die Aktionäre und den Vorstand in die Pflicht. Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Wer die bundesweite Protestaktion an unterschiedlichen Orten mitverfolgt hat, erlebte eine kämpferische Stimmung. Doch die Dauerkrise in der Autoindustrie hinterlässt Spuren bei der Gewerkschaft und den Mitarbeitern. Protokoll eines denkwürdigen Tages:
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