Das „Gedächtnis“ von ChatGPT speichert persönliche Interessen und Präferenzen. Das kann aber auch zu falschen Annahmen führen. In den Einstellungen können Nutzer:innen selbst entscheiden, woran sich der Chatbot erinnern soll.
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ChatGPT hat ein Gedächtnis, das die Antworten stärker auf die jeweilige Person zuschneiden soll. Laut OpenAI merkt sich der Chatbot dabei beispielsweise Interessen, bevorzugte Antwortstile oder langfristige Ziele und berücksichtigt diese Informationen später automatisch. Grundlegende Dinge müssen somit nicht bei jedem Gespräch neu erklärt werden. Gleichzeitig kann die Funktion Antworten aber auch verfälschen oder Datenschutzbedenken aufwerfen. Hier haben Nutzer:innen verschiedene Möglichkeiten, das Gedächtnis von ChatGPT manuell zu steuern.
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ChatGPT ist der meistgenutzte Chatbot weltweit. Laut Sensor Tower hatte er im Juni 2026 schon über eine Milliarde monatliche Nutzer:innen. OpenAI selbst sprach im Februar dieses Jahres noch von 900 Millionen Nutzer:innen pro Woche. Als ChatGPT im April 2024 erstmals eine Gedächtnisfunktion einführte, musste man noch genau angeben, woran sich der Chatbot erinnern sollte, etwa mit dem ausdrücklichen Befehl „Merke dir das” – sonst ging die Information verloren. Diese Erinnerungen waren noch sehr starr: Erwähnten die Nutzer:innen eine bevorstehende Party, ging ChatGPT immer davon aus, dass diese noch in der Zukunft lag – selbst wenn der Termin schon lange vorbei war.
Nach einem Update im Juni verfügt ChatGPT jetzt über eine „Traum“-Funktion, die laut OpenAI dabei helfen soll, Erinnerungen zu verarbeiten. Dadurch weiß der Chatbot beispielsweise, dass die Party in der Vergangenheit liegt. Zudem speichert und sortiert er Erinnerungen automatisch im Hintergrund, sodass manuelle Anfragen nicht mehr nötig sind. Jetzt entscheidet ChatGPT selbst, was wichtig genug ist, um in Erinnerung zu bleiben, statt sich auf explizite Anweisungen zu verlassen. Bei jeder Interaktion verfeinert der Chatbot sein Bild von den Nutzer:innen. Das ist zwar bequem, kann in der Praxis aber ebenfalls zu falschen Annahmen oder Fehlern führen.
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Laut OpenAI bestehen die drei Hauptziele des Gedächtnisses darin, nützlichen Kontext weiterzugeben, auf Präferenzen und Einschränkungen zu achten und über mehrere Gespräche hinweg aktuell zu bleiben. Idealerweise führt das zu hilfreichen und personalisierten Antworten. Die Funktion birgt allerdings auch das Potenzial, Antworten auf unerwünschte Weise zu beeinflussen. Wer etwa eine Woche lang Reparaturanleitungen recherchiert hat, gilt für ChatGPT plötzlich als Heimwerker:in. Oder wer nach Orten in der Umgebung eines Reiseziels gesucht hat, dem unterstellt die KI womöglich, dort zu wohnen. Alle Antworten des Chatbots basieren dann auf diesem Gedächtniskontext, der durch solche temporären Suchen schnell verfälscht werden kann.
Das Gedächtnis des Chatbots lässt sich aber auch aktiv beeinflussen. Informationen darüber, was ChatGPT gespeichert hat, finden Nutzer:innen in ihrem Profil im Reiter „Personalisierung” unter dem Abschnitt „Gedächtnis”. Hier gibt es einen Schalter, mit sich die Speicherfunktion aktivieren lässt. Wird er deaktiviert, merkt sich ChatGPT nichts Neues mehr und nimmt auch keinen Bezug mehr auf bestehende Erinnerungen. Diese bleiben aber erhalten, falls die Nutzer:innen sie später wieder aktivieren möchten. In dem Menüpunkt „Verwalten” lässt sich das Profil einsehen, das die KI über den oder die jeweilige Nutzer:in erstellt hat. Hier lassen sich Einträge korrigieren oder löschen.
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Ebenso haben Nutzer:innen die Möglichkeit, das gesamte Gedächtnis zu löschen. Nach der Bestätigung starten sie und der Chatbot wieder bei null. Das Gute: Die vergangenen Unterhaltungen gehen dabei nicht verloren. Wird das Gedächtnis später erneut aktiviert, beginnt ChatGPT wieder damit, Erinnerungen zu speichern und zu sortieren. Zusätzlich gibt es temporäre Chats: Hier werden keine Informationen gespeichert und die Gespräche verschwinden, wenn Nutzer:innen das Fenster schließen. Die sicherste Methode, den Chatbot davon abzuhalten, sich Details zu merken, besteht allerdings darin, ihm nichts Persönliches zu erzählen.
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