Die UEFA bleibt hart. Die Europäische Fußball-Union hält im Machtkampf mit FIFA-Präsident Gianni Infantino den Druck aufrecht. Gegen den gibt es derweil neue Vorwürfe, und es bleibt die Frage, wie es jetzt überhaupt weitergeht.
Stand: 07.08.2026 • 11:02 Uhr
Die UEFA bleibt hart. Die Europäische Fußball-Union hält im Machtkampf mit FIFA-Präsident Gianni Infantino den Druck aufrecht. Gegen den gibt es derweil neue Vorwürfe, und es bleibt die Frage, wie es jetzt überhaupt weitergeht.
Trotz des Rückzugs der FIFA-Pläne für eine Öffnung gegenüber externen Investoren hält die UEFA an ihrem Boykott der Wettbewerbe des Weltverbandes fest. Zudem bekräftigte die UEFA, sie habe das Vertrauen in Infantino verloren.
Die 55 Verbände hatten gefordert, "dass derartige Versuche, den Fußball auf diese Weise zu entstellen, niemals wieder unternommen werden". Das wollte die UEFA schriftlich haben. Jetzt hieß es: "Diese Bedingungen sind nicht erfüllt." Von einem Boykott betroffen wäre als erstes die U20-Frauen-WM in Polen, die vom 5. bis 27. September ausgetragen werden soll.
Anstehende FIFA-Wettbewerbe
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Die FIFA-Führung hatte am Mittwoch nach einer Krisensitzung ihrer Spitzenfunktionäre in Marokko "Fehler" eingeräumt und für das inzwischen aufgegebene Vorhaben um Entschuldigung gebeten. Zugleich sprach sie Infantino ihre "volle Unterstützung" aus. Die UEFA bemängelte, die Erklärung stamme von "einigen Personen, die vom FIFA-Präsidenten beschäftigt werden und deren Karriere von seinem Wohlwollen abhängt".
Afrika hält zu Infantino, Kritik und Lob aus SüdamerikaAuch der nord- und mittelamerikanische Kontinentalverband CONCACAF hatte sich entschieden gegen das Vorhaben gestellt. Und auch der südamerikanische Verband CONMEBOL ist kritisch. "Fußball gehört jedem", schrieb der Verband: "Seine Zukunft kann nur auf dem Respekt vor den Institutionen und den demokratischen Verfahren basieren, die die 211 FIFA-Mitgliedsverbände vertreten."
Lob kam dann aber überraschend aus Mexiko und auch vom Vize-Weltmeister Argentinien. Dessen Verband AFA schrieb Infantino, man sei überzeugt, "dass der richtige Weg darin besteht, unter Ihrer Führung weiterzuarbeiten, um einen besseren und noch inklusiveren Fußball weiterzuentwickeln":
Der Unterstützung aus Afrika kann sich Infantino ohnehin weiter sicher sein. Das Exekutivkomitee des afrikanischen Fußball-Dachverbandes CAF bekräftigte einstimmig seine Unterstützung für Infantino und dankte ihm "für seine über Jahre hinweg geleistete, unermüdliche Unterstützung des afrikanischen Fußballs". Klar scheint aktuell also nur: Infantino spaltet die Fußballwelt.
Ultimatum an FIFA-FührungskräfteDerweil gibt es neue Ungereimtheiten und Vorwürfe gegen den FIFA-Chef. Top-Führungskräften des Verbandes soll ein Ultimatum gestellt worden sein, Anteile an der Weltmeisterschaft zu verkaufen. Das berichtet die "New York Times".
Laut des Berichtes sollen fünf Personen, allesamt Spitzendirektoren und als das "FIFA-Büro" des Vorstands bekannt, am Tag vor dem WM-Finale dazu gedrängt worden sein, dem milliardenschweren Privatisierungsprojekt zuzustimmen. Drei Mitglieder sollen laut der Zeitung das Abkommen unterschrieben haben, zwei nicht. Zu den Unterstützern gehört angeblich auch Generalsekretär Mattias Grafström. Laut Bericht sollen sich die Männer unter Druck gesetzt und überrumpelt gefühlt haben. Die FIFA lehnte dazu eine Stellungnahme ab.
Infantino wehrt sichAn Infantino scheinen die Vorwürfe ohnehin abzuprallen. Mit seinem schnellen Rücktritt ist nicht zu rechnen. Er erklärte sogar, die FIFA werde Angriffe auf ihre Integrität und Regierungsführung "nicht länger tolerieren" und "alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ihren Namen und Ruf zu schützen".
Montagliani als wahrscheinlichster RivaleDoch das Vertrauen schwindet - nicht nur bei UEFA und CONCACAF, sondern auch in der Politik. So kann sich Infantino seiner Wiederwahl trotz großer Unterstützung aus Asien und Afrika im nächsten Frühjahr nicht sicher sein.
So forderten schon der neue britische Premierminister Andy Burnham und der kanadische Premierminister Mark Carney Infantinos Rücktritt. Und Carney unterstützt den CONCACAF-Präsidenten Victor Montagliani, der als Infantinos wahrscheinlichster Rivale gilt, sollte es bei der Wahl am 18. März 2027 in Rabat zu einer Kampfanstimmung kommen. Im Gespräch sind auch die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness und UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.
CONCACAF-Präsident Victor Montagliani
Dass vor März 2027 ein außerordentlicher Kongress einberufen werden könnte, um Infantino vom Thron zu stoßen und eine weitere Amtszeit bis 2031 zu verhindern, erscheint derzeit fraglich.
Quelle: red/sid/dpa
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