Die Maccabiah wurde wegen der Sicherheitslage in Israel im vergangenen Jahr verschoben. Die ARD-Doku "Deutsch. Jüdisch. Sicher?" hat vier Mitglieder von Makkabi Deutschland fast drei Jahre lang auf ihrem Weg zur Maccabiah begleitet.
Stand: 10.07.2026 • 10:03 Uhr
Die Maccabiah wurde wegen der Sicherheitslage in Israel im vergangenen Jahr verschoben. Nun findet sie kleiner als ursprünglich geplant statt. Die ARD-Doku "Deutsch. Jüdisch. Sicher?" (am 11. Juli, 18:25 Uhr im Ersten) hat vier Mitglieder von Makkabi Deutschland fast drei Jahre lang auf ihrem Weg zur Maccabiah begleitet.
Von Luis Hartmann
Die Maccabiah, die auch als die "Olympischen Spiele der Jüdinnen und Juden" bezeichnet wird, wurde wegen der angespannten Sicherheitslage 2025 kurzfristig verschoben. In diesem Jahr treffen sich laut Veranstalter mehr als 5.000 jüdische Sportlerinnen und Sportler in Israel - weniger als bei vorherigen Ausgaben. Das Motto der 22. Maccabiah lautet "More than ever".
Der Sportverband "Makkabi Deutschland" reist mit einer knapp 170-köpfigen Delegation nach Israel - der größten aus Europa. Darunter sind Präsident Alon Meyer, der Technische Leiter Ariel Leibovici und die Tischtennisspielerin Lisa Michajlova. Auch Hannah Stolyar wollte an den Tischtennis-Wettkämpfen an den Start gehen, hat ihre Teilnahme letztlich auch wegen der Sicherheitslage abgesagt.
Sicherheit ist zentrales ThemaDie Sicherheitsvorkehrungen für die Maccabiah beginnen bereits in Deutschland. "Wir müssen leider aufpassen, dass wir uns nicht zu erkennen geben", sagt Ariel Leibovici, Technischer Leiter von Makkabi Deutschland. Die Sorge vor antisemitischen Übergriffen begleitet viele Teilnehmende im Alltag - und reist auch mit nach Israel. Leibovici ist seit 30 Jahren bei Makkabi und mitverantwortlich für die Sicherheit der Delegation.
Ariel Leibovici
Schon Monate vor der Maccabiah führt Leibovici viele Telefonate mit besorgten Eltern, denn viele Athleti:innen sind noch minderjährig. Er muss Überzeugungsarbeit leisten, dass das Event ein sicheres Sportfest wird. Mit Blick auf die Zeit in Israel sagt er: "Es werden viele Freudentränen fließen, aber auch traurige." Für ihn stehe das Motto "More than ever" vor allem für die Entschlossenheit, jüdisches Leben sichtbar zu machen.
Wunsch nach Fokus auf den SportLisa Michajlova ist Tischtennisspielerin bei Makkabi Deutschland. 2023 war sie für ihr Studium nach Tel Aviv gezogen. Der Krieg zwischen Israel und Iran hat ihr Leben verändert: "Ich habe meine Wohnung verloren, ich habe meinen Job verloren und auch viele Freunde." Trotzdem fühle sie sich in Israel sicherer als in Deutschland.
Durch die Maccabiah rückt der Fokus zeitweise auf den Sport - und genau das ist ihr Wunsch: "Ich hätte einfach gerne wieder das Privileg, mich über kleine Sachen aufzuregen und mich wieder auf den Sport zu konzentrieren."
Polizeischutz seit der KindheitHannah Stolyar kennt Polizeischutz und Sicherheitskontrollen seit ihrer Kindheit. Sie besuchte ausschließlich jüdische Einrichtungen und musste schon im Kindergarten lernen, wie man sich bei einem Angriff schützt. "Es ist ein Spiel zwischen Trauer und Wut, dass man seine Religion nicht frei ausleben kann", sagt sie.
Hannah Stolyar
Die 18-jährige Tischtennisspielerin hatte 2025 den großen Wunsch, an der Maccabiah teilzunehmen. Ein Jahr später entscheidet sie sich dagegen: Zum einen fokussiert sie sich auf ihre Prüfungsphase an der Universität - doch auch die weiterhin angespannte Sicherheitslage vor Ort ist ein Faktor.
"Man muss funktionieren”Für Alon Meyer, Präsident von Makkabi Deutschland, ist die Maccabiah mehr als ein Sportereignis. Politische Gespräche und auch Medienauftritte prägen seinen Alltag. "Man muss funktionieren - aufgrund seiner Verantwortung. Man kann nicht weglaufen", sagt Meyer.
Alon Meyer
Meyer berichtet davon, wie gerade in Deutschland antisemitische Anfeindungen gegen jüdische Sportlerinnen und Sportler zunehmen. In Deutschland wuchs nach dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 auch die Kritik an Israel für den harten Kurs im Gazastreifen, der keine Rücksicht auf die dorthin geflüchtete Bevölkerung nahm. Diese Kritik schlug sich auch in antisemitischen Übergriffen und Protesten nieder. Alon Meyer will bei der Maccabiah mit der deutschen Delegation ein Zeichen gegen Antisemitismus und für ein selbstbewusstes jüdisches Leben setzen.
Quelle: red