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Kerosinpreis hat sich verdoppelt: Airlines streichen Schnäppchen – Urlauber zahlen die Zeche

Дата публикации: 22-09-2026 19:08:37

Kerosin kostet mehr als doppelt so viel wie vor dem Iran-Krieg. Airlines streichen Flüge, erhöhen Preise – und Urlauber müssen tiefer in die Tasche greifen.

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Stand: 22.09.2026, 21:08 Uhr

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Kerosin kostet mehr als doppelt so viel wie vor dem Iran-Krieg. Airlines streichen Flüge, erhöhen Preise – und Urlauber müssen tiefer in die Tasche greifen.

München – Die massiv gestiegenen Ölpreise zeigen sich am offensichtlichsten an den Anzeigen der Tankstellen. Doch nicht nur Autofahrer leiden unter dem gewaltigen Anstieg – auch Flugreisende sind betroffen. Schnäppchen-Tickets für den Flug in die Herbst- oder Weihnachtsferien dürften kaum zu finden sein. Nach Preissteigerungen im ersten Halbjahr stellt sich vielen Reisenden dieselbe Frage: Werden Flugtickets noch teurer? Die Antwort dürfte Urlaubern nicht gefallen.

Flugzeug im Landeanflug

Die hohen Ölpreise gehen auch an Fluggesellschaften nicht spurlos vorbei – die Ticketpreise haben sich deutlich verteuert. (Symbolbild) © HMB-Media/Imago

Auslöser der Entwicklung ist der Krieg der USA und Israels gegen den Iran, der die Straße von Hormus zeitweise blockierte. Durch sie fließt rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels. Die Folge: Der Kerosinpreis schoss von rund 85 bis 90 Dollar auf 150 bis 200 Dollar pro Barrel. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gehörten Flugreisen deshalb im ersten Halbjahr zu den Dienstleistungen, die sich überdurchschnittlich verteuerten: Ein Ticket kostete im Schnitt 8,5 Prozent mehr als im Jahr davor.

Schluss mit Schnäppchen-Angeboten: Aktuell kaum aggressive Preiskampagnen

Das macht sich auch im Verhalten der Fluggesellschaften deutlich: Derzeit wirbt laut BR24 keine größere Airline mit einer aggressiven Preiskampagne um Kunden – Schnäppchenschlachten fallen aus. Der Grund liegt auf der Hand: Die Fluggesellschaften geben die massiv gestiegenen Kosten zwar an ihre Passagiere weiter, doch das gelingt offenbar nur zum Teil. Viele wichtige europäische Airlines verzeichneten zuletzt Gewinneinbrüche und schrumpfende Margen – darunter die Lufthansa-Gruppe, Air France-KLM und Ryanair.

Condor-Chef: „Fliegen wird für alle teurer“

Bei einer Luftverkehrsveranstaltung in Frankfurt machte Condor-Chef Peter Gerber kürzlich deutlich, wohin die Reise geht: „Fliegen wird für alle teurer“, sagte er und rechnet wegen der weiter angespannten Lage am Persischen Golf auch fürs kommende Jahr nicht mit sinkenden Kerosinpreisen. Er fordert deshalb, die Luftverkehrsteuer nach schwedischem Vorbild ganz abzuschaffen – die jüngste Senkung sei nur ein erster Schritt gewesen. Kritiker halten dagegen: Ob niedrigere Standortkosten tatsächlich bei den Passagieren ankämen, sei keineswegs garantiert, zumal dem Staat gleichzeitig Einnahmen entgehen würden.

Auch der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) schlägt Alarm. Der Kerosinpreis habe sich seit Beginn des Iran-Kriegs mehr als verdoppelt, erklärte BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang: „Die explodierenden Kerosinkosten durch geopolitische Krisen bedeuten für die Fluggesellschaften eine massive Belastung. Gerade kleinere Airlines bringt diese Lage an den Rand des Verkraftbaren, wie das Schutzschirm-Verfahren der lettischen airBaltic zeigt.“ Der Verband fordert deshalb spürbare Entlastungen bei den staatlichen Standortkosten und drängt die Bundesregierung, sich in Brüssel für die Branche starkzumachen – etwa mit einem Moratorium beim EU-Emissionshandel, der aus BDL-Sicht europäische Airlines einseitig belastet.

Ryanair schließt Berlin-Basis, Lufthansa streicht 20.000 Flüge

Die angespannte Lage zeigt auch strukturelle Folgen: Airlines streichen Verbindungen, statt Verluste zu riskieren. Lufthansa nahm laut ADAC bis Oktober rund 20.000 Kurzstreckenflüge aus dem Programm, um Kerosin zu sparen. Ryanair geht noch weiter und schließt seine Berlin-Basis zum Winterflugplan, auch die Frequenzen in Köln/Bonn werden deutlich reduziert – Deutschland sei im europäischen Vergleich zu teuer für Wachstum geworden, so das Unternehmen. Erste kleinere Airlines geraten bereits in Existenznöte.

Für bereits gebuchte Flugtickets gibt es Entwarnung: Nachträgliche Aufschläge sind nach EU-Recht grundsätzlich unzulässig, auch die EU-Kommission mahnt entsprechend. Große Reiseveranstalter wie Tui, Alltours und Dertour erklärten zudem, die Preise für schon gebuchte Pauschalreisen nicht zu erhöhen. (Quellen: Statistisches Bundesamt, ADAC, BDL, BR24) (sop)

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