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Gasspeicher nur zur Hälfte gefüllt: Experten erwarten hohe Gaspreise für Verbraucher im Winter

Дата публикации: 24-08-2026 09:42:19

Die Gasspeicher in Deutschland sind niedrig wie nie zu dieser Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen. Experten gehen deshalb von steigenden Gaspreisen im Winter aus, die Gaskunden spüren werden.


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Gasspeicher nur zur Hälfte gefüllt Experten erwarten hohe Gaspreise für Verbraucher im Winter

Symbolbild:Eine Hand dreht an einem Heizungsregler.(Quelle:picture alliance/M.i.S./C. Müller)
Symbolbild:Eine Hand dreht an einem Heizungsregler.(Quelle:picture alliance/M.i.S./C. Müller)
  • Gasspeicher aktuell zu 50 Prozent gefüllt, Ziel bis November: 70 Prozent
  • Entwicklung auf dem Markt schwer vorhersehbar - steigende Preise erwartet
  • Verbraucherzentrale rät zum Check von Tarifen
  • Energieberater weise auf Einsparpotenziale im Verbrauch hin

Verbraucher müssen sich im kommenden Winter voraussichtlich auf höhere Gaspreise einstellen. Aktuell sind die Gasspeicher in Deutschland nach Angaben des INteressenverbands Gas Infrastructure Europe [agsi.gie.eu] nur zur Hälfte (50,7 Prozent) gefüllt. Das ist nach Angaben des Gasspeicher-Branchenverbands Ines der niedrigste Stand für die Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011. Bis November sollen sie zu 70 Prozent gefüllt werden. Zwar sei die Entwicklung auf dem Gasmarkt wegen der internationalen Krisen - etwa im Nahen Osten und in der Ukraine - kaum verlässlich vorherzusagen. Dennoch rechnen Experten mit steigenden Kosten.

Daniela Hofmann von der Verbraucherzentrale Brandenburg empfiehlt Gaskunden deshalb, ihre Verträge genau zu prüfen und Angebote zu vergleichen. Besonders sinnvoll sei es, auf Tarife mit Preisgarantie für den nächsten Winter zu achten. "Das heißt dann, dass man Planungssicherheit hat und nicht von großen Preissteigerungen überrascht wird", so Hofmann.

Tarifwechsel langfristig denken

Allerdings sollte die Preisgarantie nach Hofmanns Ansicht nicht das einzige Kriterium bei der Wahl eines neuen Anbieters sein. Entscheidend sei vielmehr, ob ein neuer Tarif langfristig tatsächlich günstiger ausfällt als der Altvertrag. Von einem Anbieterwechsel können allerdings vor allem Hauseigentümer profitieren. Mieter in Mehrparteienhäusern haben häufig keinen direkten Einfluss auf die Wahl des Gasversorgers, weil die Verträge meist vom Vermieter abgeschlossen werden.

Wer seine Heizkosten dennoch senken möchte, sollte laut Alexander Romahn, Geschäftsführer des Berliner Energieberaters Reckonergy, gemeinsam mit anderen Bewohnern das Gespräch mit dem Vermieter suchen. So könnten ein Wechsel des Anbieters oder langfristig auch eine Umstellung der Heizungsanlage angestoßen werden.

Einsparungen im Verbrauch

Darüber hinaus sieht Roman auch die Möglichkeit zu sparen im eigenen Verbrauchsverhalten. Wer weniger Energie benötigt, spürt das später in der Betriebskostenabrechnung. Zusätzliche Einsparungen seien durch den Einsatz moderner Thermostate möglich. "Eine andere Möglichkeit ist, Raumthermostate einzusetzen, direkt in den Heizkörpern, und einfach zu überprüfen, ob ich wirklich in jedem Raum 21 Grad haben muss", sagt Roman.

Rüdersdorf noch zu knapp 81 Prozent gefüllt

Der Gasspeicher in Rüdersdorf des Energieversorgers EWE ist derzeit deutlich besser gefüllt als die deutschen Speicher insgesamt. Während die bundesweiten Gasspeicher aktuell verhältnismäßig schlecht gefüllt sind, liegt der Füllstand in Rüdersdorf bei 80,9 Prozent – mit weiter steigender Tendenz.

Ob die Gasleitungen noch dicht sind - das wird seit Juli in und um Schönefeld überprüft. Der Betreiber EWE Netz lässt dort derzeit 200 Kilometer Erdgasrohre kontrollieren. Damit sollen undichte Stellen an den Ortsnetz- und Hausanschlussleitungen aufgespürt werden. Die Kontrollen laufen noch bis Ende August.

Mehr Abhängigkeit mit fossilen Energieträgern

Langfristig empfiehlt der Energieberater, sich von fossilen Energieträgern zu lösen. Wärmepumpen und andere klimafreundlichere Heizsysteme seien nicht nur aus ökologischer Sicht sinnvoll, sondern könnten Haushalte auch unabhängiger von geopolitischen Krisen und möglichen Lieferengpässen auf dem Gasmarkt machen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 24.07.2026, 08:35 Uhr
Audio: rbb24 Inforadio, 24.07.2026, Marcus Latton

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