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Bitte nicht aufräumen! So unterstützen Sie jetzt Igel & Co. im Herbst

Дата публикации: 08-09-2026 02:08:17

Futter suchen, Vorräte anlegen, Verstecke finden: Für Wildtiere ist der Herbst eine wichtige Zeit. Im Garten können wir ihnen dabei helfen – oder sie mit gut gemeinten Arbeiten ungewollt stören.

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Bitte nicht aufräumen! So unterstützen Sie jetzt Igel & Co. im Herbst

Stand: 08.09.2026, 13:48 Uhr

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Ein Igel läuft auf Herbstlaub

Bitte nicht zu „ordentlich“ sein: Laub liegen lassen – darin wimmelt’s von Insekten, und genau die benötigt der Igel vor dem Winter. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

Futter suchen, Vorräte anlegen, Verstecke finden: Für Wildtiere ist der Herbst eine wichtige Zeit. Im Garten können wir ihnen dabei helfen – oder sie mit gut gemeinten Arbeiten ungewollt stören.

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken – und auch die Leben von Igeln, Eichhörnchen und Co. verändern sich. Der Herbst ist eine wichtige Übergangszeit für Wildtiere, bevor die kalte Jahreszeit beginnt.

Jenifer Calvi von der Deutschen Wildtierstiftung erklärt gegenüber der dpa, was sie jetzt beschäftigt, welche Unterstützung die Tiere benötigen und worauf wir in Garten und Natur besonders achten können.

Wie bereiten sich Wildtiere auf den Winter vor?

Jenifer Calvi: Im Herbst geht es vorrangig für die Winterschläfer unter den Wildtieren um das große Fressen: Sie müssen sich in wenigen Wochen für den Winter ausreichende Fettreserven anfuttern und zusätzlich geschützte Quartiere finden, damit sie die nahrungsarmen Monate überstehen.

Der Igel ist nun auf der Suche nach energiehältigem: Laufkäfer, Ohrwürmer, Larven, Asseln oder kleine Spinnen stehen auf dem Speiseplan. Bilche wie Siebenschläfer, Gartenschläfer und Haselmaus futtern sich mit Beeren, Nüssen und Samen satt. In naturnahen Gärten, auf Streuobstwiesen und ungemähten Grünflächen finden sie ihre Nahrung.

Ein Mann mäht den Rasen

Wilde Ecken stehen lassen: Ungemähte Grünflächen liefern Wildtieren im Herbst Nahrung und Rückzugsorte. © Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn

Wechselwarme Amphibien wie Erdkröten, Frösche, Molche und Reptilien wie etwa Eidechsen suchen bei sinkenden Temperaturen frostfreie Verstecke. Totholz, Stein- und Laubhaufen, Mauerspalten und Komposthaufen bieten ihnen Schutz.

Marienkäfer und Laufkäfer, Spinnen und Asseln verkriechen sich in dicken Laubschichten und unter Steinen. Schmetterlingsarten wie der Kleine Fuchs, das Tagpfauenauge oder der Zitronenfalter verstecken sich in Baumspalten oder Ecken von Geräteschuppen und verharren dort in der kalten Jahreszeit regungslos.

Wie können wir den Wildtieren im Herbst helfen?

Indem man nicht aufräumt: Wo immer es geht, sollte in Gärten das Herbstlaub liegen bleiben. Im Laub sammeln sich Insekten, Schnecken, Raupen und Käfer an – die Nahrung der Insektenfresser. Das dicke Laub bietet zudem einen guten Unterschlupf für Igel und Kröte.

Äpfel im Herbstlaub

Streuobstwiesen sind wie Vorratskammern: Dort finden Tiere im Herbst besonders viel Nahrung. © Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn

Für Winterschläfer ist ein ungestörter, sicherer Rückzugsort überlebenswichtig. Sie nutzen Verstecke auf alten Streuobstwiesen, in Reisighaufen oder in Hecken in naturnahen Gärten.

Wer Reisig liegen lässt und auch die dichte Brombeerhecke nicht beschneidet, schafft wichtige Winterquartiere. Auch alte Steinmauern im Garten sind wertvoll – in den Ritzen finden kleine Wildtiere Unterschlupf. Einen alten Baumstumpf muss man nicht entfernen, denn er bietet vielen Käferarten und Spinnentieren Versteckmöglichkeiten.

Und wer im Garten Brombeeren, Himbeeren oder die Samenstände von Wilder Möhre, Königskerze und Natternkopf stehen lässt, hilft doppelt: Zum einen finden Vögel dort Nahrung. Zum anderen überwintern in den Stängeln und der Laubstreu zahlreiche Insekten – sie sind die wichtigste Nahrungsgrundlage für Igel, Fledermäuse und insektenfressende Vögel. Hohle Pflanzenstängel werden über den Winter hinweg auch zu Wildbienenhotels.

Was sollte man im Garten und in der Natur in den Herbstmonaten vermeiden?

Bei Gartenarbeiten im Herbst gilt es, Rücksicht zu nehmen, damit Nester nicht zerstört oder die Tiere geweckt werden. Hundebesitzer sollten ihre Lieblinge dringend davon abhalten, unter Hecken oder an Baumwurzeln nach den schlafenden Bilchen oder Igeln zu stöbern.

Im Wald oder Park bleiben Spaziergänger am besten auf den Wegen, damit sie Wildtiere nicht stören. Jede Flucht kostet sie Energie und diese Energie müssen sie in Form von Futter wieder zurückholen. Hunde sollte man anleinen.

Verzichten Sie auch auf eine Beleuchtung des Gartens, erst recht, wenn sich dort niemand aufhält. Prüfen Sie, wo Licht gedimmt oder ganz abgeschaltet werden kann. Bereits kleine Anpassungen tragen dazu bei, die Nächte wieder dunkler, natürlicher und damit sicherer für Wildtiere zu machen.

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