Hoch gepokert und verloren: Eine Britin zog nach Argentinien und arbeitete von dort aus für ihren Arbeitgeber, ohne ihn über ihren Ortswechsel zu informieren. Sie flog auf.
Hoch gepokert und verloren: Eine Britin zog nach Argentinien und arbeitete von dort aus für ihren Arbeitgeber, ohne ihn über ihren Ortswechsel zu informieren. Sie flog auf.
Eine Senior-Businessjournalistin aus London zog kurz nach der Geburt ihrer Tochter im Jahr 2019 nach Argentinien, ohne ihre Firma darüber zu informieren. Sie hoffte, weiterhin aus der Ferne für ihr US-amerikanisches Unternehmen arbeiten zu können, während die Familie ihres damaligen Partners sie bei der Kinderbetreuung unterstützte.
„Ich habe nicht vorhergesehen, was passieren würde. Ich dachte, es wäre in Ordnung und ich würde damit durchkommen“, gestand die heute 55-Jährige, die anonym bleiben will, dem britischen News-Portal „ipaper“.
In Argentinien stellten sich die Arbeitsbedingungen jedoch als problematisch heraus: Die Internetverbindung auf dem Land war unzuverlässig und die Arbeit in lauten Cafés erschwerte die Erfüllung ihrer Aufgaben. Als ihr Chef sie zu einer Konferenz nach London einbestellte, musste die Britin ihren tatsächlichen Aufenthaltsort preisgeben.
„Mein Chef war wütend, weil ich eigentlich eine leitende Position übernehmen sollte und er schließlich jemanden aus Brüssel holen musste, um die Konferenz abzudecken“, so die 55-Jährige. Dann habe er angesprochen, dass sie nicht gut abgeschnitten habe, und dass er wollte, dass sie gehe. Das Arbeitsverhältnis wurde letzlich im gegenseitigen Einvernehmen über einen Aufhebungsvertrag samt Abfindung beendet.
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Zurück in London findet die ehemalige Auswanderin nur schwer eine neue feste Stelle und arbeitet stattdessen freiberuflich. Bewerbungen auf andere Stellen bleiben meist erfolglos. Inzwischen bereut sie den Umzug nach Argentinien zutiefst. „Es war ein sehr schlechter Schritt – die langfristigen Auswirkungen waren schrecklich, da ich keine andere Vollzeitstelle finden konnte“, zog sie gegenüber „ipaper“ Bilanz.
Mobiles Arbeiten aus dem Ausland ist inzwischen in vielen Berufssparten durchaus möglich. In Deutschland erlauben sogar mehrere Bundesbehörden ihren Beschäftigten, im Ausland zu arbeiten. In einigen Behörden sind Aufenthalte von mehreren Wochen im EU-Ausland möglich. In manchen Fällen kann die Arbeit sogar außerhalb Europas genehmigt werden.
Ob man mobil arbeiten kann, hängt grundsätzlich zuerst vom Job und dann von den Regeln des Arbeitgebers ab. Ein Blick in Arbeitsvertrag, Homeoffice-Regelung oder interne HR-Richtlinien hilft. Ansprechpartner für weitere Fragen ist in der Regel die Personalabteilung.