Viele Jahre hat die südafrikanische Standard Bank den größten Pensionsfonds Afrikas verwahrt. Jetzt ist das vorbei. Die Bank Absa übernimmt die Verantwortung.
Viele Jahre hat die südafrikanische Standard Bank den größten Pensionsfonds Afrikas verwahrt. Jetzt ist das vorbei. Die Bank Absa übernimmt die Verantwortung.
Es geht um 3,5 Billionen Rand (umgerechnet 186,7 Milliarden Euro): Diese Summe umfasst Afrikas Government Employees‘ Pension Fund (GEPF). Die Standard Bank aus Südafrika hatte ihn 30 Jahre lang verwahrt, aber dieses Recht nun verloren. Wie „Business Insider Africa“ berichtet, ´übernimmt die Absa-Finanzgruppe die Verwahraufgaben des Fonds.
Das Wichtigste in Kürze:
Absa konnte sich in einem Ausschreibungsverfahren für den neuen Vertrag als Hauptverwahrer des GEPF durchsetzen. Noch im August 2026 will die Finanzgruppe die Aufgaben übernehmen, die vorher bei der Standard Bank gelegen hatten. Absa wird dann die Anlagevermögenswerte verwahren, die Abwicklung von Transaktionen übernehmen, anlagebezogene Liquidität verwalten und die Fondsführung unterstützen.
Unbekannt ist die Absa-Bank nicht für den GEPF: Schon seit Jahren erbringt sie Dienstleistungen wie die Abwicklung von Scheckeinzahlungen oder Lösungen für das Electronic Banking. Diese werden zuzüglich zu den neuen Aufgaben fortgeführt.
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„Wir sind uns bewusst, dass die Verwaltung des größten Pensionsfonds Afrikas eine enorme Verantwortung mit sich bringt“, zitiert „Business Insider“ Francinah Madise von der Absa-Gruppe. „Im Mittelpunkt dieses Auftrags stehen die Existenzgrundlage und die langfristige finanzielle Absicherung von Millionen südafrikanischer Staatsbediensteter, Rentner und deren Familien.“
Der GEPF ist der größte Pensionsfonds Afrikas. Nach eigenen Angaben gibt es mehr als 1,26 Millionen aktive Mitglieder und über 560.000 Renten- und Leistungsempfänger. Er existiert bereits seit Mai 1996 – damals wurden mehrere öffentliche Fonds zusammengelegt. Das Kerngeschäft – geregelt durch die „Government Employees Pension Law“ – besteht in der Verwaltung und Abwicklung von Pensionen und sonstigen Leistungen. Empfänger sind Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Südafrika.
Auf seiner Homepage geht der GEPF auf Anschuldigungen ein, dass er seine Mittel schlecht verwalten würde. Über solche Äußerungen zeigte sich der GEPF „sehr besorgt“ und hält sie für „unverantwortlich“, da sie bei den Mitgliedern und Rentenempfängern „unnötige Ängste schüren“. Das führe dazu, dass Mitglieder aus dem System austreten – was finanzielle Notlagen mit sich bringen könnte.
Die Absa-Gruppe geht davon aus, dass mit der neuen Verwahrung ein höheres Maß an Transparenz herrschen soll.
In Deutschland könnte der Kapitalmarkt auch bald eine größere Rolle für die Rente spielen. Einer der im Sommer veröffentlichten 33 Vorschläge der Rentenkommission sieht eine Kapitalrente nach dem schwedischen Vorbild vor. Die Kommission will damit die deutsche Rente „retten“. Dahinter steht der demografische Wandel, durch den immer weniger Menschen in die Rente einzahlen, aber immer mehr Menschen in der Rente stecken und bezahlt werden müssen.
Die Kapitalrente soll verpflichtend sein – und kostet nach einer schrittweisen Anhebung noch einmal zwei Prozent vom Bruttogehalt mehr. Diese Summe wird zwischen Arbeitgeber und -nehmer aufgeteilt. In den kommenden Monaten will die Bundesregierung die Kapitalrente weiter ausarbeiten.