Der Neuzugang der SV Elversberg ist erstmals für die US-Nationalmannschaft nominiert. Der Lehrgang startet passenderweise in seiner Heimat Atlanta.
Elversberg · Der Neuzugang der SV Elversberg ist erstmals für die US-Nationalmannschaft nominiert. Der Lehrgang startet passenderweise in seiner Heimat Atlanta.
25.09.2026 , 07:14 Uhr
SVE-Neuzugang Cole Campbell hat in den ersten Spielen auch den US-Nationaltrainer Mauricio Pochettino überzeugt.
Foto: IMAGO/Fussball-News Saarland/IMAGO/Fabian KleerAls Cole Campbell am vergangenen Sonntag nach dem 0:0 der SV Elversberg beim FC Schalke 04 die Veltins-Arena verließ, wartete auf den 20-Jährigen eine große Reise. Am Montagmorgen flog der Offensivspieler in die USA und stieß erstmals zur amerikanischen A-Nationalmannschaft. Das erste Reiseziel hätte für Campbell kaum passender sein können: Atlanta. Dort startete der Lehrgang der US-Auswahl – dort ist Campbell zu Hause.
„Als ich die Nachricht bekommen habe, war ich unglaublich glücklich. Es ist seit meiner Kindheit ein Traum von mir, mein Land zu repräsentieren“, sagte Campbell. Er war in seiner Wohnung in Saarbrücken, als ihn die Nachricht von seiner ersten Berufung erreichte. Neben der Freude sei auch Überraschung dabei gewesen. Für Campbell wird die erste Reise zum A-Team der USA gleichzeitig ein Wiedersehen mit seiner Familie. Der 20-Jährige stammt aus dem Großraum Atlanta. „Sie waren sehr glücklich. Ich freue mich darauf, sie zu sehen“, sagte Campbell.
Ausgerechnet dort, wo für ihn vieles begann, startet nun das nächste Kapitel seiner Karriere. Campbell gehört zu den jungen Spielern, denen US-Nationaltrainer Mauricio Pochettino nach der WM eine Chance gibt. Der 28 Spieler starke Kader ist im Schnitt gerade einmal 22 Jahre und neun Monate alt. 13 Spieler haben noch kein A-Länderspiel bestritten, Campbell gehört dazu. Die erste Gelegenheit zu seinem Länderspiel-Debüt bietet sich Campbell am Samstag in Orlando gegen Peru. Danach spielt die US-Auswahl am 29. September in St. Louis gegen Chile, am 3. Oktober in Glendale gegen Mexiko und zum Abschluss am 6. Oktober in St. Paul gegen Nachbarn Kanada.
Ganz neu ist das Trikot der USA für Campbell allerdings nicht. Der Elversberger gehörte bereits bei der U20-WM 2025 zum US-Aufgebot und spielte auch für weitere Nachwuchs-Auswahlen der USA. Auf die zusätzliche Belastung nach den ersten Wochen der Bundesliga blickt er gelassen. Er werde auf seinen Körper achten und glaube, dass die Reise für seine weitere Entwicklung ein guter Schritt sein könne.
Wie schnell diese Entwicklung zuletzt verlief, zeigt ein Blick auf Campbells erste Monate im Saarland. Als die SVE den 20-Jährigen im Sommer von Borussia Dortmund verpflichtete, wollte Campbell vor allem eines: spielen. „Das Wichtigste war, dass ich mehr spielen und eine größere Rolle übernehmen wollte, als ich es bei Dortmund hatte“, sagte Campbell. Genau dafür habe er den Wechsel gebraucht. Rund drei Millionen Euro zahlte die SVE für Campbell, der zum teuersten Transfer der Vereinsgeschichte wurde.
Der Plan ist bislang aufgegangen. Campbell stand in allen vier Bundesliga-Spielen in der Startelf. Bei der historischen ersten Partie gegen Bayer Leverkusen erzielte er beim 3:2-Sieg sein erstes Bundesliga-Tor. Gegen den FC Bayern wäre beinahe der nächste Treffer hinzugekommen. Campbells vermeintlicher Ausgleich zum 1:1 wurde jedoch nach Eingreifen des Videoassistenten aberkannt.
Bemerkenswert ist im Rückblick eine Aussage Campbells nach dem Bayern-Spiel. Auf die Frage, ob es schon bald mit der US-Nationalmannschaft klappen könne, antwortete Campbell zurückhaltend. Er konzentriere sich auf seine Leistungen, sagte der 20-Jährige – für sein Land zu spielen, „wäre ein Traum“. Wenige Tage später erhielt er in seiner Saarbrücker Wohnung die Nachricht von seiner ersten Berufung.
Besonders freut sich Campbell auf Giovanni Reyna. Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Dortmunder Zeiten und sind nach Campbells Aussage enge Freunde. Inzwischen spielt Reyna bei Racing Straßburg in der französischen Ligue 1, Campbell in Elversberg. Ihre neuen sportlichen Arbeitsplätze liegen damit nur rund eineinhalb Autostunden voneinander entfernt, gesehen hatten sie sich seither aber nicht. Zum Wiedersehen kam es nun etwa 7500 Kilometer entfernt, in Atlanta.