Das Roundup untersucht zehn Wärmeleitpads und ein Thermal Putty nicht anhand einer einzelnen Temperaturmessung, sondern mit thermomechanischen Messreihen über verschiedene reale Schichtdicken und Kompressionsstufen. Zentrales Ergebnis: Die aufgedruckte Wärmeleitfähigkeit beschreibt die praktische Leistung nur unvollständig. Entscheidend sind die effektive Wärmeleitfähigkeit, die reale Bond-Line-Dicke, das Kompressionsfenster und die nach dem Setzen verbleibende mechanische Last.
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Das Roundup untersucht zehn Wärmeleitpads und ein Thermal Putty nicht anhand einer einzelnen Temperaturmessung, sondern mit thermomechanischen Messreihen über verschiedene reale Schichtdicken und Kompressionsstufen. Zentrales Ergebnis: Die aufgedruckte Wärmeleitfähigkeit beschreibt die praktische Leistung nur unvollständig. Entscheidend sind die effektive Wärmeleitfähigkeit, die reale Bond-Line-Dicke, das Kompressionsfenster und die nach dem Setzen verbleibende mechanische Last.
Wichtigste Fakten| Ergebnis | Messwert | Einordnung |
|---|---|---|
| Höchste effektive Wärmeleitfähigkeit | 11,84 W/mK | EC360 Platinum Soft |
| Breites Hochleistungsfenster | etwa 45 % Kompressionsspanne | Thermal Grizzly minus pad extreme |
| Niedrigste Restkraft am thermischen Optimum | etwa 0,2 kPa | Thermal Grizzly minus pad extreme |
| Niedrigster minimaler DRAM-Temperaturaufschlag | 12,28 K | Thermal Grizzly minus pad extreme |
| Günstiger ausgewogener Kandidat | 6,54 W/mK bei 6,89 € | ARCTIC TP-4, 100 × 100 × 1 mm |
| Schwächstes thermisches Ergebnis | 1,49 W/mK | HAVIRI 9er-Set |
| Produkt | Ausgangsgröße oder Menge | Beworbene Wärmeleitfähigkeit |
|---|---|---|
| Aairhut 15 W/mK | 20 Pads, jeweils 120 × 20 × 1 mm | 6 bis 15 W/mK |
| Aairhut 20 W/mK | 100 × 50 × 1 mm | 20 W/mK |
| Alphacool Apex Soft | 120 × 20 × 1 mm | 17,8 W/mK |
| ARCTIC TP-3 | 100 × 100 × 1 mm | keine W/mK-Angabe |
| ARCTIC TP-4 | 100 × 100 × 1 mm | keine W/mK-Angabe |
| EC360 Platinum Soft | 50 × 50 × 1 mm | 16,6 W/mK |
| Thermal Grizzly minus pad extreme | 120 × 20 × 1 mm | keine W/mK-Angabe |
| TG Putty Advance | 30 g | keine W/mK-Angabe |
| Produkt | λeff am thermischen Optimum | Optimum und Restlast |
|---|---|---|
| EC360 Platinum Soft | 11,84 W/mK | 650 µm, 327,6 kPa |
| Thermal Grizzly minus pad extreme | 9,78 W/mK | 650 µm, etwa 0,2 kPa |
| Alphacool Apex Soft | 8,54 W/mK | 650 µm, 174,5 kPa |
| ARCTIC TP-4 | 6,54 W/mK | 700 µm, etwa 7,1 kPa |
| Aairhut 15 W/mK | 6,50 W/mK | 700 µm, 8,6 kPa |
| TG Putty Advance | 6,22 W/mK | 950 µm, unter 0,1 kPa |
| EC360 Blue | 2,67 W/mK | 800 µm, etwa 47,7 kPa |
| HAVIRI 9er-Set | 1,49 W/mK | 750 µm, 234,2 kPa |
| Produkt | Minimaler DRAM-Temperaturaufschlag | VRM-Simulation |
|---|---|---|
| Thermal Grizzly minus pad extreme | 12,28 K | 59,38 bis 60,08 °C |
| Aairhut 15 W/mK | 14,08 K | 59,51 bis 61,28 °C |
| ARCTIC TP-4 | 15,06 K | 59,49 bis 62,33 °C |
| EC360 Platinum Soft | 15,70 K | 59,51 bis 60,01 °C |
| Alphacool Apex Soft | 20,24 K | 59,69 bis 60,26 °C |
| TG Putty Advance | 22,83 K | 59,90 bis 60,44 °C |
| EC360 Blue | 34,56 K | 60,39 bis 61,80 °C |
| HAVIRI 9er-Set | 41,36 K | 60,79 bis 63,47 °C |
Die Werte zeigen deutliche Unterschiede zwischen beworbener und effektiv gemessener Wärmeleitfähigkeit. Das Aairhut-20-W/mK-Pad erreicht beispielsweise bei etwa 1 mm BLT nur 0,53 W/mK und am Optimum 5,69 W/mK. Das Aairhut-15-W/mK-Pad kommt dagegen auf 6,50 W/mK. Auch das EC360 Platinum Soft erreicht sein Maximum erst bei 650 µm, liefert bei etwa 1 mm BLT aber bereits 9,86 W/mK.
Teardown, Materialprüfung und AufbauDie Untersuchung erfolgte mit einem Nanotest TIMA5 nach dem Prinzip der ASTM-D5470-Methodik. Erfasst wurden Wärmestrom, Temperaturen, Bond-Line-Dicke, thermischer Widerstand, effektive Wärmeleitfähigkeit und mechanische Belastung.Ein nominell 1 mm dickes Pad bleibt im Betrieb nicht automatisch 1,00 mm dick. Die untersuchten 1-mm-Pads erreichten ihre thermischen Optima überwiegend zwischen 650 und 800 µm. Das TG Putty Advance lag im gemeinsamen Sweep bei etwa 950 µm, ist wegen seiner fehlenden festen Ausgangsdicke aber nur eingeschränkt mit Sheets vergleichbar.Die Restkraft wurde nach der Setz- und Haltephase bewertet. Kurzzeitige Einpressspitzen wurden nicht als Betriebszustand gewertet. Werte unter etwa 1 N beziehungsweise im Bereich von wenigen kPa sind deshalb als sehr geringe verbleibende Last zu verstehen.Der praktische Vergleich nutzte 69 kPa als niedrigen Belastungsmarker, 172 kPa als normalen Vergleichsbereich und 345 kPa als obere praktische Benchmark-Grenze. Oberhalb von 1500 kPa wurde die Belastung für den betrachteten Anwendungskontext nicht mehr als sinnvoll behandelt.Nach den Messreihen zeigten sich deutliche konstruktive Unterschiede. Das EC360 Platinum Soft und das Alphacool Apex Soft wichen stark seitlich aus und rissen im zentral belasteten Bereich. Das Aairhut 20 zeigte ebenfalls seitliches Ausweichen, Risse und Öffnungen.Das Thermal Grizzly minus pad extreme formte sich plastisch und großflächig um den Stempel, blieb nach dem Setzen aber mechanisch nahezu entspannt. Das TG Putty Advance verformte sich als zusammenhängende Masse und wich an den Rändern aus, statt als definierte Folie gefaltet zu werden.Das HAVIRI-Material zeigte nach dem Sweep eine mehrfach gerissene Deckzone und eine darunter sichtbar blaue Schicht. Eine tatsächliche Laminatstruktur lässt sich daraus allein nicht verifizieren.Eine zusätzliche LIBS-Materialanalyse und detaillierte Mikroskopie wurden bei diesem Roundup nicht durchgeführt. Die Materialbewertung beschränkt sich daher auf thermomechanische Messdaten und makroskopische Beobachtungen nach dem Durchlauf.Testbedingungen und GrenzenDie ausgewiesene λeff ist die im jeweiligen Messzustand wirksame Kombination aus Material, realer Schichtdicke und Kontakt. Sie ist keine Aussage über eine unveränderliche Volumen-Wärmeleitfähigkeit des Rohmaterials.Die Messungen wurden über mehrere definierte BLT-Stufen durchgeführt. Ein einzelner Temperaturwert bei einer beliebigen Einbauhöhe würde gleichzeitig Material, Spalt, Kompression und Anpresskraft vergleichen und ist deshalb nicht als universelle Rangliste zu verstehen.Die DRAM- und VRM-Werte stammen aus Simulationen beziehungsweise definierten Vergleichsaufbauten. Sie sind nicht automatisch auf jede Grafikkarte, jede Coldplate oder jede Montage übertragbar.Die Putty-Messung erlaubt keine Aussage über Dosierbarkeit, Scherverdünnung, Absacken, Ölaustritt, Pump-out oder Langzeitzyklen. Die ausgewiesenen Pad-Usability-Werte sind beim Putty daher nur beschreibend.EinordnungThermisch führt das EC360 Platinum Soft mit 11,84 W/mK. Der optimale Messpunkt ist mit 327,6 kPa Restlast jedoch mechanisch anspruchsvoll und liegt nahe der oberen praktischen Vergleichsgrenze. Das Thermal Grizzly minus pad extreme erreicht mit 9,78 W/mK etwas weniger, kombiniert dies aber mit einem sehr breiten Hochleistungsfenster und nahezu keiner verbleibenden Restkraft.
ARCTIC TP-4 und Aairhut 15 bilden mit 6,54 beziehungsweise 6,50 W/mK eine ausgewogene zweite Gruppe. Beide benötigen am Optimum nur wenige kPa Restlast. Das ARCTIC TP-4 kostete in der getesteten Größe 6,89 €, während der Aairhut-15-W/mK-Pack 29,99 € für 20 Pads mit insgesamt 480 cm² Material kostete. Das Aairhut-20-W/mK-Pad bleibt trotz höherer Nennangabe hinter dem 15-W/mK-Modell zurück und weist mit etwa 46,0 kPa zudem eine deutlich höhere Restlast auf.
StärkenDas EC360 Platinum Soft bietet die höchste gemessene effektive Wärmeleitfähigkeit von 11,84 W/mK.Das Thermal Grizzly minus pad extreme verbindet 9,78 W/mK mit einem breiten Kompressionsbereich und sehr geringer Restkraft.ARCTIC TP-4 und Aairhut 15 zeigen eine gute Kombination aus thermischer Leistung, niedriger Restlast und großer Montagetoleranz.Das TG Putty Advance gleicht unterschiedliche Spalthöhen aus und baut nach dem Setzen kaum nennenswerte mechanische Last auf.EinschränkungenHohe Herstellerangaben wie 20 W/mK lassen sich nicht direkt mit der gemessenen λeff gleichsetzen.Das EC360 Platinum Soft und das Alphacool Apex Soft können am thermischen Maximum hohe Restkräfte in den Kühlerverbund einleiten.EC360 Blue und HAVIRI bleiben thermisch deutlich hinter dem Feld zurück; HAVIRI kombiniert die schwächste Wärmeübertragung mit hoher Restlast.Die Messreihe bewertet keine Langzeitstabilität und beim Putty keine Dosier- oder Alterungseigenschaften.Fragen und AntwortenWelches Pad erreicht die höchste effektive Wärmeleitfähigkeit? Das EC360 Platinum Soft mit 11,84 W/mK bei etwa 650 µm BLT.Welches Produkt verbindet hohe Leistung mit geringer mechanischer Rückwirkung? Das Thermal Grizzly minus pad extreme erreicht 9,78 W/mK und etwa 0,2 kPa Restlast am thermischen Optimum.Warum ist die aufgedruckte W/mK-Zahl nicht ausreichend? Weil reale Schichtdicke, Kontakt, Kompression und verbleibende mechanische Last die praktische Leistung wesentlich mitbestimmen.Welches günstige Pad schnitt ausgewogen ab? Das ARCTIC TP-4 erreichte 6,54 W/mK bei etwa 7,1 kPa Restlast und kostete 6,89 € in der getesteten Größe.Wann ist Putty besonders interessant? Wenn unterschiedliche Bauteilhöhen oder ungleichmäßige Spalte ausgefüllt werden müssen und eine geringe mechanische Rückwirkung wichtiger ist als die maximale thermische Spitzenleistung.Automatisch aus dem Artikelinhalt als redaktionelle, sichtbare Inhaltsübersicht erzeugt.
Wärmeleitpads gehören zu diesen Bauteilen, bei denen sich erstaunlich viel Marketing auf erstaunlich wenig Fläche drängen lässt. Auf der Verpackung stehen 5, 15, 18 oder 20 W/mK, daneben Wörter wie soft, extreme, high compression oder platinum, und am Ende soll der Käufer daraus ableiten, welches Material zwischen Speicherchip, Spannungswandler und Kühler wirklich sinnvoll funktioniert. Genau dort beginnt aber das Problem. Ein Wärmeleitpad arbeitet nicht mit seiner aufgedruckten Zahl, sondern mit seiner tatsächlich erreichten Schichtdicke, seiner Anpassung an die Oberflächen und der Kraft, die es nach der Montage dauerhaft auf die Bauteile und den Kühlerverbund ausübt. Deshalb habe ich für dieses Roundup nicht einfach zehn Pads auf irgendeine Grafikkarte geklebt, Temperaturen notiert und anschließend so getan, als ließe sich daraus eine universelle Rangliste ableiten. Solche Temperaturen sind immer an genau diesen Kühler, genau diesen Spalt, die Montagekraft und die jeweilige Kompression gebunden. Mit meinem TIMA-Aufbau kann ich den interessanteren Teil messen: Wie verändert sich der effektive Wärmetransport mit der realen Bond Line Thickness, kurz BLT, wie viel Druck bleibt nach dem Setzen des Materials übrig, wo liegt der thermisch sinnvolle Kompressionsbereich und was passiert, wenn man ein Pad über diesen Punkt hinaus weiter zusammenpresst?
SymbolbildDas ist entscheidend, weil ein nominell 1 mm dickes Pad im Betrieb eben nicht automatisch 1 mm dick bleibt. Einige Kandidaten erreichen ihr thermisches Optimum bereits bei rund 800 µm, andere wollen auf etwa 700 oder 650 µm herunter. Wer nur eine Temperatur bei einer beliebigen Einbauhöhe misst, vergleicht deshalb nicht nur verschiedene Materialien, sondern gleichzeitig verschiedene Betriebszustände derselben Materialien. Ein hartes Pad kann dabei als mechanischer Abstandshalter wirken und in einer gemeinsamen Coldplate den Anpressdruck an einer anderen Kontaktstelle reduzieren. Umgekehrt kann ein sehr weiches Material hervorragend anliegen, bei zu viel Kompression aber seitlich ausweichen oder strukturell so stark verändert werden, dass die zusätzliche Kompression keinen thermischen Gewinn mehr bringt. Die in den TIMA-Daten ausgewiesene effektive Wärmeleitfähigkeit λeff ist dabei ausdrücklich keine Behauptung über eine unveränderliche Bulk-Wärmeleitfähigkeit des Rohmaterials. Sie beschreibt den im jeweiligen Messzustand wirksamen Verbund aus Material, realer Schichtdicke und Kontakt. Genau deshalb ist sie für den praktischen Vergleich interessant, lässt sich aber nicht eins zu eins gegen eine beliebige W/mK-Zahl auf einer Verpackung halten. Wenn ein Anbieter 20 W/mK aufdruckt und ich 5,7 W/mK λeff messe, ist das nicht automatisch der Beweis für eine falsche Herstellerangabe. Wenn jedoch zwei Produkte im exakt gleichen Aufbau gegeneinander laufen und das nominelle 20-W/mK-Pad schlechter abschneidet als die 15-W/mK-Variante desselben Anbieters, dann darf man über die Aussagekraft solcher Zahlen durchaus nachdenken.
Für die praktische Pad-Bewertung nutze ich 69 kPa als niedrigen Belastungsmarker, 172 kPa als normalen Vergleichsbereich und 345 kPa als obere praktische Benchmark-Grenze. Das sind keine universellen Schadensgrenzen für jedes elektronische Bauteil, sondern methodische Vergleichsbänder. Oberhalb von 150 N/cm² beziehungsweise 1500 kPa wird eine Belastung für den hier betrachteten Anwendungskontext nicht mehr als praktisch sinnvoll behandelt. Ebenso wichtig ist die Kraftmessung selbst: Bei diesen Durchläufen wird die stabilisierte Restkraft am Ende eines Messschritts bewertet, nicht ein eventuell höherer kurzer Einpresspeak. Werte unter etwa 1 N darf man deshalb als sehr geringe verbleibende Last lesen, nicht als Behauptung, das Material ließe sich völlig kraftlos montieren. Weil allein diese thermomechanische Charakterisierung für elf Kandidaten bereits ein kleines Wochenendprogramm mit Hang zur Selbstbestrafung ist, habe ich diesmal auf die zusätzliche LIBS-Materialanalyse und die detaillierte Mikroskopie verzichtet. Das Roundup beantwortet deshalb nicht, welcher Füllstoff in welchem Prozentanteil steckt, sondern die für den Anwender wesentlich unmittelbarere Frage, wie sich das komplette Pad unter realer Kompression verhält. Ob diese Kombination aus thermischer BLT-Charakterisierung, Kompressionsoptimum, Überkompression und mechanischer Rückwirkung tatsächlich weltweit zum allerersten Mal in einem Pad-Roundup gezeigt wird, behaupte ich jetzt einfach mal. Mir ist aktuell kein öffentlich dokumentierter Vergleich bekannt, der diese Punkte in dieser Form zusammenführt.
Die Kandidaten, Preise und die wichtigsten MesspunkteDie Preise sind Momentaufnahmen vom 13. September 2026 und beziehen sich auf die getestete Größe, soweit diese aktuell noch eindeutig auffindbar war. Versandkosten lasse ich außen vor, weil sie je nach Händler den Preis eines einzelnen Pads stärker verändern können als die eigentliche Ware.
| Produkt | Beworbene Wärmeleitfähigkeit | λeff am thermischen Optimum | λeff bei ≈ 1 mm BLT | Preis |
|---|---|---|---|---|
| AAirhut 15 W/mK | 15 W/mK, Packung nennt 6–15 W/mK | 6,50 W/mK bei 700 µm | 3,18 W/mK | 29,99 € / 20 Pads |
| Aairhut 20 W/mK | 20 W/mK | 5,69 W/mK bei 700 µm | 0,53 W/mK | 13,99 € |
| Alphacool Apex Soft | 17,8 W/mK, als 18 W/mK vermarktet | 8,54 W/mK bei 650 µm | 7,49 W/mK | 39,98 € |
| ARCTIC TP-3 | keine W/mK-Angabe | 5,47 W/mK bei 800 µm | 4,25 W/mK | ab 6,19 € |
| ARCTIC TP-4 | keine W/mK-Angabe | 6,54 W/mK bei 700 µm | 1,55 W/mK | 6,89 € |
| EC360 Blue | 5,0 W/mK | 2,67 W/mK bei 800 µm | 2,22 W/mK | 4,99 € |
| EC360 Platinum Soft | 16,6 W/mK | 11,84 W/mK bei 650 µm | 9,86 W/mK | 21,99 € |
| HAVIRI 9er-Set | 6,0 W/mK | 1,49 W/mK bei 750 µm | 0,66 W/mK | 5,68 € / 9 Pads |
| TG Minus Pad High Compression | keine W/mK-Angabe | 4,05 W/mK bei 800 µm | 3,28 W/mK | 11,90 bis 14,90 € / 2 Pads |
| TG Minus Pad Extreme | keine W/mK-Angabe | 9,78 W/mK bei 650 µm | 9,12 W/mK | 19,90 € |
| TG Putty Advance | keine W/mK-Angabe | 6,22 W/mK bei 950 µm | 6,21 W/mK | 23,90 bis 25,90 € / 30 g |
Für die eigentliche thermische Bewertung nutze ich den Nanotest TIMA5, also keinen improvisierten Aufbau mit Heizwiderstand, Thermometer und gutem Willen, sondern ein Messsystem, das thermische Grenzflächenmaterialien nach dem Prinzip der ASTM-D5470-Methodik untersucht. Entscheidend ist dabei nicht irgendeine Temperaturdifferenz an einem konkreten Kühler, sondern der Wärmestrom durch das Material unter definierten und reproduzierbaren Randbedingungen. Das Pad befindet sich zwischen zwei temperierten Messkörpern, während Wärmefluss, Temperaturen, Bond Line Thickness, also die reale Materialdicke zwischen den Kontaktflächen, sowie die mechanische Belastung erfasst werden. Daraus lassen sich der effektive thermische Widerstand Rth und die effektive Wärmeleitfähigkeit λeff bestimmen. Gerade bei Wärmeleitpads ist diese Trennung wichtiger, als es zunächst klingt. Ein als 1 mm verkauftes Pad arbeitet im eingebauten Zustand praktisch nie mit exakt 1,00 mm Materialstärke. Es wird komprimiert, passt sich Unebenheiten an, verdrängt Luft aus der Kontaktzone und verändert dabei sowohl seine innere Struktur als auch den Kontakt zu den beiden Grenzflächen. Genau deshalb reicht mir ein einzelner Messpunkt nicht. Die Pads werden über mehrere definierte BLT-Stufen geprüft, sodass sichtbar wird, wie sich Wärmeübertragung, Materialwiderstand und mechanische Belastung mit zunehmender Kompression verändern.
Damit lässt sich erstmals wesentlich sinnvoller beantworten, was bei einem Pad eigentlich „gut“ bedeutet. Ein Material kann bei geringer Kompression thermisch enttäuschen, bei stärkerer Verdichtung plötzlich deutlich zulegen und danach wieder in einen Bereich geraten, in dem zusätzlicher Druck kaum noch thermischen Nutzen bringt. Genau dort wird es praktisch interessant, denn weitere Kompression ist dann nicht automatisch besser. Irgendwann steigt vor allem die mechanische Belastung auf Bauteile, PCB und Lötstellen, während der thermische Gewinn immer kleiner wird. Der beste Arbeitspunkt ist deshalb nicht zwangsläufig die geringste erreichbare Dicke, sondern der Bereich, in dem thermische Leistung und mechanische Belastung sinnvoll zusammenpassen. Hinzu kommt, dass sich Pads unter Last zeitabhängig setzen. Beim Anfahren einer neuen BLT kann die Flächenpressung zunächst deutlich höher liegen und anschließend während der Haltephase wieder zurückgehen, weil das Material seitlich ausweicht und intern relaxiert. Deshalb wird nicht einfach der höchste kurzzeitig auftretende Kraftwert als Betriebszustand gewertet. Relevant ist der stabilisierte Zustand nach der Setzphase. Erst wenn das Material seine praktische Kompressibilitätsgrenze erreicht und kaum noch ausweichen kann, steigt der Druck dauerhaft stark an. Genau dieser Übergang ist für die Beurteilung der Überkompression besonders interessant.
Der große Vorteil dieser Vorgehensweise liegt darin, dass die Wärmeleitfähigkeit nicht isoliert betrachtet wird. Ich sehe gleichzeitig, bei welcher realen Pad-Dicke ein Produkt sein thermisches Optimum erreicht, wie viel Druck dafür notwendig ist und ob der zusätzliche thermische Gewinn überhaupt noch in einem vernünftigen Verhältnis zur mechanischen Belastung steht. Ein Marketingwert von 15 oder 20 W/mK erzählt darüber praktisch nichts. Erst die Kombination aus λeff, Rth, BLT und Kompressionsverhalten zeigt, wie das Pad sich in einer realen Montage tatsächlich verhält. Und genau deshalb kann ein nominell unspektakuläres Pad am Ende sinnvoller sein als ein Produkt mit einer sehr großen Zahl auf der Verpackung.
