Vom ausgestopften Marder über einen Helm aus dem Zweiten Weltkrieg bis zur Kinderuniform aus dem Kaiserreich: Bei der Premiere des Brocante-Markts gab es in der Innenstadt einiges zu entdecken. Das Format soll der Kreisstadt erhalten bleiben.
27.09.2026 · 16:04 Uhr
Kleve · Vom ausgestopften Marder über einen Helm aus dem Zweiten Weltkrieg bis zur Kinderuniform aus dem Kaiserreich: Bei der Premiere des Brocante-Markts gab es in der Innenstadt einiges zu entdecken. Das Format soll der Kreisstadt erhalten bleiben.
Wenn die Premiere zum Erfolg werden sollte, könne der Brocante-Markt jährlich Teil des Veranstaltungskalenders in Kleve werden, Kostenpflichtiger Inhalt hatten die Organisatoren der städtischen Wirtschaftsförderung WTM im Vorfeld erklärt. Mittlerweile ist klar: Ihr Plan ging auf. Die Erstauflage sorgte in Kombination mit verkaufsoffenen Geschäften am Sonntag für eine bestens besuchte Innenstadt. „Es ist überwältigend, ein voller Erfolg“, sagte WTM-Geschäftsführerin Verena Rohde auf Nachfrage. „Das werden wir im nächsten Jahr wiederholen.“
Ein Brocante-Markt (vom französischen Wort brocante für „Trödel“) ist gewissermaßen ein gehobener Flohmarkt. Die Händler – die meisten von ihnen stammen aus den Niederlanden, wo die Szene groß ist – hatten sich über die Fußgängerzone verteilt: Auf der Herzogstraße, der Großen Straße, der Kavarinerstraße, der Gasthausstraße, der Wasserstraße sowie auf der Hagschen Straße wurden insgesamt 45 Stände aufgebaut. Und vielerorts wurde gehandelt und gefeilscht; manch einer war auf der Suche nach Schnäppchen.
So lag ein Hauch von „Bares für Rares“ in der Luft. Zur Auswahl standen kleinere Möbelstücke, genauso Dekoartikel, Gartenelemente oder Geschirr. Aber eben auch viele Kuriositäten. Wie wäre es beispielsweise mit einem ausgestopften Marder? Mit einem Helm aus dem Zweiten Weltkrieg? Mit einem alten Kinderbett aus Stahl? Einem mannshohen Teddybären? Oder einer Kinderuniform aus dem deutschen Kaiserreich? Letzteres kostete übrigens 300 Euro.
Es sei die Bandbreite der Besonderheiten, die einen Brocante-Markt ausmache, berichtete ein niederländisches Händler-Ehepaar, beide weit über die 80 Jahre, das sich auf der Hagschen Straße in Stellung gebracht hatte. „Wir haben die Leidenschaft Brocante in Frankreich entdeckt“, sagte sie. Und er fügte an: „Es ist ein wunderschönes Hobby.“ Ums Geld gehe es nicht: Immer wieder gebe man Gegenstände auch kostenlos ab. „Vorhin haben wir einer Mutter noch mehrere Kuscheltiere für Kinder mitgegeben“, sagte der Niederländer. Die Begegnung mit Menschen sei es, die einen Brocante-Markt ausmache.
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