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Frauen schreiben die profitabelsten Filme - aber Millionen-Budgets gehen an Männer

Дата публикации: 23-09-2026 07:18:13

Wer macht eigentlich die erfolgreichsten Kinofilme und wer bekommt das meiste Geld? Die Uni Mainz hat untersucht, wie Frauen und Männer abschneiden.

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Wenn wir im Kino sitzen und der Abspann läuft, scrollen wir meistens schon am Handy. Dabei steht da Schwarz auf Weiß, wer die Kohle im Popcorn-Business macht.

Eine neue Studie aus Mainz, die jetzt im Fachjournal Frontiers in Communication veröffentlicht wurde, hat sich die Budgets und Kinoeinnahmen von tausenden Filmen vorgenommen und das Thema Geschlechterverteilung beim Film - "durch eine finanzielle Linse betrachtet und nicht nur als Frage der Repräsentation“, sagt Studienautorin Anja Huwiler.

Erfolgreiche Drehbuchautorinnen, knappe Budgets

"Studios und Investoren interessiert, ob ihre Investitionsentscheidungen mit den beobachteten finanziellen Ergebnissen übereinstimmen. Meine Ergebnisse liefern einen Grund, bestehende Praktiken bei Einstellung, Projektfreigabe und Budgetierung zu überprüfen", so die Forscherin weiter.

Das Ergebnis ihrer Untersuchung: Filme, bei denen mindestens eine Frau am Drehbuch mitgeschrieben hat und keine Frau Regie geführt hat, brachten im Schnitt mehr Geld ein - im Verhältnis zu ihrem Budget sogar etwa ein Viertel mehr als rein männliche Produktionen. Trotzdem bekommen Frauen seltener die großen Budgets.

Studien hat in zwei Schritten eine große Zahl an Filmen ausgewertet

Für die Studie hat Huwiler zum einen knapp 200.000 Spielfilme mit mindestens einer Stunde Länge aus den Jahren 1994 bis 2023 über die IMDb‑Datenbank ausgewertet. Hierbei ging es um Grundsätzliches: Wer im Abspann als Regie steht, wer als Drehbuch, wie das Publikum den Film bewertet und wie viele Stimmen es gibt.

Zum anderen hat Huwiler für rund 4.000 dieser Filme die Produktionsbudgets und die weltweiten Kinoerlöse ermittelt. Es handelt sich vor allem um kommerziell ausgewertete, überwiegend US-amerikanische Kinofilme. Für diese Filme ließ sie angeben, wie viel investiert wurde und welche Einnahmen an den Kinokassen erzielt wurden.

Die Studie nennt keine konkreten Titel, aber in dieser Stichprobe können wir vermuten, dass typischerweise Blockbuster drin stecken, wie der erste "Avatar" oder "Jurassic Park" als Beispiele für Produktionen, bei denen Regie und Drehbuch gänzlich in Männerhand sind.

"Der Teufel trägt Prada" ist ein Beispiele für den Fall, dass eine Frau das Drehbuch geschrieben hat und ein Mann aber Regie führt. "Lady Bird" gehört zu der Gruppe von Filmen, bei denen eine Frau sowohl das Drehbuch geschrieben hat als auch Regie führt - Greta Gerwig.

Filmemacherin Greta Gerwig hat mit dem "Barbie"-Blockbuster als erste Frau in einer Solo-Regie über 1 Milliarde Dollar eingespielt.

Filmemacherin Greta Gerwig hat mit dem "Barbie"-Blockbuster als erste Frau in einer Solo-Regie über 1 Milliarde Dollar eingespielt. IMAGO Avalon.red Von Frauen geschriebene Filme mit männlicher Regie werfen am meisten Geld ab

Die Studie sagt nicht "Frauen machen bessere Filme". Aber sie sieht in dieser rückblickenden Stichprobe zum Beispiel folgendes Muster:

Bei Filmen, bei denen mindestens eine Frau am Drehbuch beteiligt ist, aber Männer Regie geführt haben, liegt der typische Gewinn etwa ein Drittel höher als bei Filmen, in denen Männer Regisseur und Drehbuchautor waren. Huwiler nennt "Gewinn" vereinfacht "Kinoeinnahmen minus Produktionsbudget". Marketing und Streaming flossen nicht ein. 

Eine Betrachtung der Rendite - also des Verhältnisses des Gewinns zum Budget - zeigt bei Filmen mit mindestens einer Drehbuchautorin und männlichem Regisseur, dass sie im Median etwa ein Viertel höher ist als bei rein männlichen Filmen in Regie und Drehbuch.

Filme mit Regie von Frauen bekommen nur halb so viel Budget

Bei Filmen mit mindestens einer Frau im Drehbuch‑Credit und mindestens einer Frau in der Regie hat Huwiler herausgefunden: Die Rendite, also das Verhältnis von Gewinn zu Produktionsbudget, ist im Median etwa gleich wie bei Filmen, in denen nur Männer geschrieben und Regie geführt haben. Sie haben also ähnlich viel Gewinn pro eingesetztem Budget gemacht wie die Filme mit männlichen Autoren und Regisseuren. 

Allerdings waren die Budgets in dieser Gruppe im Schnitt nur etwa halb so hoch. Frühere Studien aus Deutschland und Frankreich haben ähnliche Muster gefunden: Frauen bekommen niedrigere Budgets, obwohl sie künstlerisch und finanziell nicht schlechter performen.

Über die 30 Jahre von 1994 bis 2023 hinweg zeigt die Studie außerdem: Fast drei Viertel aller untersuchten Filme haben weder eine Frau in der Regie noch im Drehbuch. Dazu kommt: Je höher die Produktionsbudgets, desto seltener tauchen Frauen in diesen Credits auf.

Filmemacherinnen bekommen noch immer weniger Budget als ihre männlichen Kollegen. - Regie-Stuhl

Filmemacherinnen bekommen noch immer weniger Budget als ihre männlichen Kollegen. IMAGO fStop Images

"Unter den 44 Filmen im obersten ein Prozent der Produktionsbudgets hatten die fünf Filme, die von einer Frau geschrieben, aber nicht von ihr inszeniert wurden, einen um etwa 113 Mio. US-Dollar höheren Median-Gewinn als reine Männerfilme, obwohl sie leicht niedrigere Median-Budgets hatten", sagte Huwiler. 

Kein einziger Film in dieser Budget-Spitzengruppe wurde mit weiblicher Regie oder der Kombination aus Drehbuch und Regie mit weiblicer Beteiligung.

Studiendaten zeigen keine Kausalität, aber ein Muster

Wichtig ist: Die Studie zeigt keine Kausalität auf, nach der Frauen im Drehbuch der Grund für finanziellen Erfolg sind. Sie kann auch nicht kontrollieren, was den finanziellen Erfolg von Filmen prägt, also nicht im Detail das Marketingbudget, die Star‑Besetzung oder ob es ein Teil einer größeren Filmreihe ist.

Die Daten zeigen klar: Frauen sind bei den ganz großen Budgets selten dabei - obwohl Filme mit Frauen in wichtigen Kreativrollen in dieser Auswertung oft ähnlich gut oder teils besser mit ihrem Budget zurechtkommen.

"Die extreme Unsicherheit der Filmfinanzierung kann vertraute Personen und etablierte Arbeitsweisen sicherer erscheinen lassen, insbesondere wenn Entscheidungsträger risiko- oder verlustavers sind. Das kann den Status quo stärken, selbst wenn die finanziellen Daten in eine andere Richtung weisen", nennt Huwiler als mögliche Erklärung. 

Weitere Forschende können nun auf den Ergebnissen aufbauen, zum Beispiel wenn sie genauer untersuchen wollen, wie wichtig die anderen Faktoren wie das Marketing oder persönliche Netzwerke sind.

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