Die Vorstellung der Xbox One veranlasste Sony, Gaming-Fans in 21 Sekunden zu zeigen, wie man anderen ein Spiel ausleiht. Was aus heutiger Sicht schlecht gealtert ist, war damals ein starker Seitenhieb auf die Konkurrenz. Wisst ihr noch?
Wohl niemals wieder war die Spielemesse E3 so spannend, wie im Juni 2013. Damals traten Microsoft und Sony quasi im direkten Duell gegeneinander an. Das Windows-Unternehmen zeigte die (bereits zuvor vorgestellte) Konsole Xbox One samt Spiele-Lineup, Sony enthüllte noch am selben Tag die Playstation 4 samt Titeln. Die Frage, wer am Ende die Nase vorn haben würde, direkt nach der Sony-Konferenz schon beantwortet. Denn Microsoft setzte damals auf starke Restriktionen für Gamer:innen.
Xbox-Pläne lassen Community sturm laufen
Noch heute lassen sich die Pläne in einer Xbox-Pressemitteilung nachlesen. Demnach war vorgesehen, dass Gamer:innen ihre Spiele auf der Konsole installieren und danach zocken konnten, ohne die Disc einlegen zu müssen. Beim Prozess wäre nämlich das komplette Game auf die Konsole kopiert und die zugehörige Lizenz an das eigene Microsoft-Konto gekoppelt worden. Das klingt zunächst praktisch. Alles andere schränkte Microsoft aber stark ein.
Die eigene Spielebibliothek hätte man nur mit bis zu zehn Familienmitgliedern teilen können, ob ein Spiel weiterverkauft werden konnte, hätten die Publisher festlegen sollen. Wenn, dann nur über teilnehmende Händler. Den Plänen zufolge wäre es also nicht möglich gewesen, den jeweiligen Titel bei Ebay einzustellen oder an Gebrauchthändler zu veräußern.
Und auch das Ausleihen von Spielen an Freunde war zunächst maximal eingeschränkt geplant. Denn Spiel und Lizenz hätte man nur an Freunde weitergeben können, die bereits 30 Tage auf der eigenen Kontaktliste standen – wenn die Publisher entschieden hätten, diese Funktion überhaupt freizuschalten. Und: Ein Spiel hätte man genau einmal verleihen dürfen. Hinzu kam ein geplanter Online-Zwang. Wer nicht einmal alle 24 Stunden im Netz war, konnte auch keine Single-Player-Games mehr zocken.
In der Ankündigung versuchte Microsoft sogar, diese zum Teil unnötig komplizierten Regeln als starke Features zu verkaufen. Etwa, wenn davon die Rede war, dass keine Gebühren erhoben werden müssten, wenn man sein eigenes Spiel an einen Freund weitergibt.
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21 Sekunden entscheiden Konsolenkrieg
In der später am Tag stattfindenden Pressekonferenz machte sich Sony diese harten Restriktionen zunutze. Jack Tretton, damals Präsident und CEO von Sony America, verkündete unter großem Applaus, dass es bei der Playstation 4 keine solchen Restriktionen geben werde. Verleihen? Verkaufen? Kein Problem. Einen Online-Zwang sah Sony auch nicht vor.
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Im Nachgang veröffentlichte Sony dann ein 21 Sekunden langes Video. Darin sieht man Shuhei Yoshida, damals Sony President of Worldwide Studios, und Adam Boyes, Developer Relations VP, wie sie demonstrieren, wie Fans Playstation-Spiele weitergeben konnten. „So teilt man Spiele auf der Playstation 4“, sagt Yoshida, bevor er Boyes eine Box reicht. Der bedankt sich. Video vorbei.
Damals sorgte Sony, aber vor allem auch die aufgebrachte Community dafür, dass Microsoft bei der Xbox nachdrehen musste. In einer späteren Pressemitteilung gab das Unternehmen bekannt, alle Restriktionen wieder abzuschaffen. „Es wird keine Einschränkungen bei der Nutzung und Weitergabe von Spielen geben; alles wird genauso funktionieren wie heute auf der Xbox 360“, hieß es da. Genützt hat es nichts. Am Ende verkaufte sich die Playstation 4 deutlich häufiger als die Xbox One.
Sony schafft die Disk ab
Hatten Fans das Video damals noch euphorisch kommentiert, finden sich darunter mittlerweile nur noch enttäuschte Botschaften. Schließlich hat Sony verkündet, ab 2028 keine Spiele mehr auf Disks, sondern nur noch digital verkaufen zu wollen. Das schließt nach heutigem Kenntnisstand die Möglichkeit zum Weiterverkauf, aber auch das Verleihen an Freunde aus. Der Tenor unter dem Video lautet: Gut gealtert ist das nicht.
Diese Spiele wurden auf längst toten Konsolen veröffentlicht:
Diese Spiele wurden auf längst toten Konsolen veröffentlicht
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