Der Ärger über die fatale gelb-rote Karte gegen den Schweizer Stürmer im WM-Viertelfinal gegen Argentinien war berechtigt. Nach Ansicht des Ifab wurde die Regel nicht richtig ausgelegt.
Der Ärger über die fatale gelb-rote Karte gegen den Schweizer Stürmer im WM-Viertelfinal gegen Argentinien war berechtigt. Nach Ansicht des Ifab wurde die Regel nicht richtig ausgelegt.

Will Oliver / EPA
Es ist ein schwacher Trost, den die Schweizer Fussballer nach dem bitteren Ausscheiden im WM-Viertelfinal nachgereicht bekommen. Aber wenigstens bekommen sie die Genugtuung, dass ihr Ärger über den Platzverweis gegen Breel Embolo gerechtfertigt war. In einem Rundschreiben des International Football Association Board (Ifab) gehen die obersten Hüter der Spielregeln nochmals auf die falsche Auslegung der «Mistaken Identity»-Bestimmungen ein, wie das Sportportal «The Athletic» der «New York Times» berichtet hat.
NZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.
Bitte passen Sie die Einstellungen an.
Zur Erinnerung: Embolo war nach der Intervention des Videoassistenten (VAR) in der 72. Minute beim Stand von 1:1 mit Gelb-Rot vom Platz gestellt worden. Zunächst hatte der portugiesische Schiedsrichter Pedro Silva Pinheiro auf Foul am Schweizer Stürmer entschieden und den Argentinier Leandro Paredes verwarnt. Nach der Überprüfung machte der Schiedsrichter die Verwarnung rückgängig, weil Paredes in der geahndeten Szene den Schweizer Stürmer nicht berührt hatte. Die Rücknahme der gelben Karte wäre regelkonform gewesen.
Die Regel falsch ausgelegtDoch der Schiedsrichter beliess es nicht dabei, sondern stellte fest, dass sich Embolo ohne gegnerisches Einwirken hatte fallen lassen, also eine sogenannte «Schwalbe» zur Aufführung gebracht hatte. Deshalb wurde Embolo mit der zweiten gelben Karte bestraft. Dieses Vorgehen entspricht gemäss Ifab-Zirkular aber nicht der «Mistaken Identity»-Bestimmung.
Diese Bestimmung sieht ausschliesslich dann eine VAR-Intervention vor, wenn ein Spieler irrtümlich verwarnt oder des Feldes verwiesen worden ist. Sie dürfe aber nicht verwendet werden, um nach Konsultation der Videobilder einen Entscheid von einem Foul des einen in eine Schwalbe eines anderen Spielers umzudeuten. Im vor der WM angepassten Ifab-Protokoll für den VAR heisst es: «Der Videoschiedsrichter darf eine rote oder gelbe Karte überprüfen, wenn das Vergehen von einem anderen Spieler des eigenen oder des gegnerischen Teams begangen wurde.»
Das Ifab bestätigt zwar, dass die Regelauslegung zur Bestrafung von Schwalben von der Öffentlichkeit positiv aufgenommen worden sei. Es stellt aber klar, dass diese Praxis so vorerst nicht mehr angewendet werden darf. Zuerst müsste das VAR-Protokoll überprüft und angepasst werden. Ist dies in diesem Sinn erfolgt, könnte die Regel ausgeweitet werden. Dann könnten auch Schwalben tatsächlich nachträglich geprüft und bestraft werden.
Embolo war kein Einzelfall an der WMOb es so weit kommt und damit die Interventionsmöglichkeiten des VAR noch komplizierter werden, ist allerdings offen. Die Swiss Football League (SFL) hat in Übereinstimmung mit dem Europäischen Fussballverband (Uefa) bereits vor vier Tagen angekündigt, die Regel im jetzt verlautbarten Sinne des Ifab anzuwenden. Entscheide wie im Fall von Embolo an der WM sind damit ausgeschlossen.
Die nach Ansicht des Ifab falsche Auslegung der «Mistaken Identity»-Regel hatte nicht erst im Schweizer Viertelfinal stattgefunden. Bereits im Gruppenspiel der USA gegen Paraguay hatte der Schiedsrichter Danny Makkelie nach VAR-Intervention die gelbe Karte gegen Tim Ream wegen vermeintlichen Beinstellens zurückgenommen, weil Ream Paraguays Miguel Almirón nicht behelligt hatte. Wie Embolo wurde Almirón wegen der Vortäuschung eines Fouls verwarnt. Für Almirón hatte die gelbe Karte keine Konsequenzen – ganz im Gegensatz zu Embolo und den Schweizern.
In Unterzahl verloren sie in der Verlängerung 1:3 und verpassten die erstmalige Qualifikation für einen WM-Halbfinal. Die Enttäuschung war gross. «Es war ein Fehler des Schiedsrichters in einem matchentscheidenden Moment», sagte der Schweizer Trainer Murat Yakin nach dem Spiel, «leider hat heute nicht der Fussball gesiegt.»
Auch der TV-Kommentator Sascha Ruefer sah das so. «Es ist ein Witz, echt! Hört auf mit dem VAR, hört auf damit, das ist absoluter Mist! Ein Skandal!», liess Ruefer seinem Ärger freien Lauf. Ruefer wurde für seinen emotionalen Ausbruch kritisiert, nicht einmal die Regelkunde des Schiedsrichterexperten Sascha Amhof konnte ihn beruhigen. Jetzt können sich Ruefer und die Fussball-Schweiz ein wenig damit trösten, dass man sich nicht grundlos geärgert hat.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | اعتراف رسمي بخطأ يتعلق بـ"حالة الطرد" أمام الأرجنتين | 0 | 9.45 | 28-07-2026 |
| 2 | Тренер Швейцарии разнес ФИФА после спорного удаления Эмболо в матче с Аргентиной | -3 | 6 | 12-07-2026 |
| 3 | Эмболо расплакался после того, как получил красную карточку в матче Аргентина — Швейцария | 0 | 3 | 12-07-2026 |
| 4 | Игрока сборной Швейцарии выгнали с поля на матче ЧМ за глупую симуляцию | -2 | 3 | 12-07-2026 |
| 5 | What to know about new rules and technology behind the World Cup's most contentious calls | 0 | 7 | 12-07-2026 |
| 6 | What to know about new rules and technology behind the World Cup's most contentious calls | 0 | 6 | 12-07-2026 |
| 7 | What to know about new rules and technology behind the World Cup's most contentious calls | 0 | 7 | 12-07-2026 |
| 8 | "Ослабило одно решение": в Швейцарии недовольны судейством матча с Аргентиной | -2 | 6 | 12-07-2026 |
| 9 | ФИФА отменила полученную аргентинцем в финале чемпионата мира красную карточку | 0 | 5 | 21-07-2026 |
| 10 | Сборная Аргентины победила Швейцарию и стала полуфиналистом ЧМ | 5 | 7 | 12-07-2026 |