Spanien und Argentinien liefern sich eines der schlechtesten Endspiele der WM-Geschichte. Zum Glück läuft ZDF-Kommentator Oliver Schmidt zur Finalform auf.
Spanien und Argentinien liefern sich eines der schlechtesten Endspiele der WM-Geschichte. Zum Glück läuft ZDF-Kommentator Oliver Schmidt zur Finalform auf: Er ist der beste Akteur von allen.
„Trump hat's nicht versaut. Vielleicht ein kleines bisschen, aber nicht wirklich so schlimm wie von vielen befürchtet.“
Dabei war es ja ein Jammer: Alle vier Jahre findet das Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft statt, das größtmögliche Spiel dieses Sports, der es mit beachtlicher Ausdauer geschafft hat, sehr viele große Spiele zu inszenieren. Spanien gegen Argentinien also, zwei Schwergewichte, tausend Geschichten – und man wollte einfach nur, dass es vorbeigeht.
Das Endspiel der WM 2026 grenzte an eine Zumutung. Nichts passte, nichts passierte. Und dann wurden wir auch noch mit einer Verlängerung bestraft. So stand der beste Akteur dieser enttäuschenden Veranstaltung nicht einmal auf dem Rasen. Er saß auf dem Reporterplatz.
Schmidt, 54, kommentierte sein erstes WM-Finale. Ob er nervöser sein würde als bei anderen Einsätzen, war der erfahrene Journalist zuvor gefragt worden. „Wenn ich Zeit dazu habe, vielleicht“, sagte Schmidt. „Ich muss mich ja auch um die Showelemente kümmern. Das ist nicht unbedingt meine Kernkompetenz.“
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Dafür machte er sich doch sehr ordentlich in den Pregame- und Halbzeitshows mit diversen Showacts. „Der Funke ist nicht so wirklich übersprungen hier im weiten Rund, der Rauch dagegen schon“, sagte Schmidt über die einigermaßen obskure Zeremonie vor Anpfiff:
„Das war der Aperitif zu allem, was da noch kommt, und das ist noch so einiges, nicht nur die sündhaft prominente Halbzeitsause. Aber wissen Sie was? Das ist Amerika. Und liebe Fußballtradionalisten da draußen, da zähle ich mich zu, seien Sie sicher: Der Ball wird rollen.“
Er rollte wirklich, was der Unterhaltung kaum zuträglich war (siehe oben), aber bevor Spanien und Argentinien ihren Weltmeister finden konnten (1:0 für Spanien nach Verlängerung), hatte Filmstar Tom Cruise das Wort. Eh klar. Und während Cruise auf dem Platz palaverte, wie verbindend die WM war, zählte Schmidt die Fälle derer auf, die nicht in die USA einreisen durften – etwa der somalische Schiedsrichter Omar Artan. Ein Echtzeit-Faktencheck.
Dann murksten sich Spanien und Argentinien ein gruseliges Fußballspiel zusammen, und Schmidt analysierte mit spitzer Zunge. Als die Halbzeitpause erneut merkwürdige Bilder kreierte, urteilte der ZDF-Mann: „Ähnlich wie vor dem Spiel, ähnlich wie die erste Hälfte selbst, auch die Finalshow lässt den Funken nicht so richtig überspringen in der Finalschüssel.“
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Unstrittiges Highlight des Spiels: Wie Trump und Fifa-Boss Giani Inantino eingeblendet wurden, hinter Plexiglas auf der Tribüne. „Der US-Präsident und sein Telefonjoker, sein Lakai Infantino“, wagte Schmidt zu raunen. Und das bei den Öffentlich-Rechtlichen! Mutig. Witzig. Treffend.
Nach Abpfiff drohte die Szenerie zu eskalieren, es herrschte Gezeter, Geschubse, Gedränge, und der Argentinier Leandro Paredes verging sich an einem Würgegriff. Schmidt: „Paredes war wieder mittendrin, wie immer! Man sollte auch gut verlieren können, so schwierig das ist.“
Naja, und dann schlurfte Trump halbwegs unmotiviert zur Siegerehrung, händigte Medaillen und den Pokal aus und blieb auf dem Siegerfoto stehen, irgendwo am Rand. Das war weder cool noch verheerend. Oder in Schmidts Worten, nochmals, weil's so schön plakativ war: „Trump hat’s nicht versaut. Vielleicht ein kleines bisschen, aber nicht wirklich so schlimm wie von vielen befürchtet.“
Video: Zuschauer pfeifen Trump aus, der ignoriert das komplett,regionOfInterest=(320,180)&hash=85dd7c1823b0e90b03e7d5ae765b3731c6e317f5aa437bbc24d6816c7e6290bd)
Zusammen mit Gianni Infantino: Final-Auftritt des Präsidenten: Trump kommt unter Pfiffen
IMAGO / SNA
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