Im Zuge von Ermittlungen wegen illegalen Schusswaffenhandels hat die Berliner Polizei Wohnungen und Lokale in der Hauptstadt durchsucht. Mehrere Menschen wurden festgenommen, Schusswaffen und Munition sichergestellt.
Stand: 23.09.2026 • 20:15 Uhr
Im Zuge von Ermittlungen wegen illegalen Schusswaffenhandels hat die Berliner Polizei Wohnungen und Lokale in der Hauptstadt durchsucht. Mehrere Menschen wurden festgenommen, Schusswaffen und Munition sichergestellt.
Bei einer berlinweiten Razzia wegen des Verdachts auf illegalen Schusswaffenhandel sind in Berlin sieben Verdächtige vorläufig festgenommen worden. Die Polizei fand nach eigenen Angaben bei der Razzia am Mittwoch zwei scharfe Schusswaffen mit Munition und beschlagnahmte außerdem Handys sowie Datenträger. Insgesamt seien elf Wohnungen, drei Gewerbeobjekte und mehrere Autos durchsucht worden - unter anderem in Spandau, Wedding und Lichtenberg. Insgesamt seien 300 Kräfte im Einsatz gewesen, sagte der Polizeisprecher, darunter auch Spezialeinsatzkräfte. Die festgenommenen Beschuldigten sind zwischen 22 und 52 Jahre alt. Die Beschuldigten werden verdächtigt, gewerbsmäßig mit halbautomatischen Schusswaffen gehandelt zu haben.
Deutlicher Anstieg der SchusswaffengewaltDie Durchsuchungen stehen den Angaben zufolge im Zusammenhang mit Ermittlungen der Sondereinheiten "Ferrum" (lateinisch für "Eisen") bei der Polizei und "Telum" (lateinisch für "Angriffswaffe") bei der Staatsanwaltschaft. Diese richten sich gezielt gegen Schusswaffengebrauch im Bereich der Organisierten Kriminalität. Beide Gruppen arbeiten eng zusammen und wurden als Reaktion auf die vermehrte Gewaltkriminalität in der Hauptstadt ins Leben gerufen. Im Jahr 2025 registrierte die Berliner Polizei 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch. Dazu zählen auch Drohungen ohne Schussabgabe. Das ist nach Behördenangaben ein Anstieg von 68 Prozent gegenüber 2024. In diesem Jahr gab es laut Angaben der Polizei mit Stand von Anfang August mehr als 62 Straftaten mit scharfen Schusswaffen. Immer wieder kam es im Zuge der Ermittlungen in den vergangenen Monaten zu Durchsuchungen und Festnahmen. Dutzende Verdächtige sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.
Drohkulisse aufgebaut?Die Schüsse in Berlin richteten sich in der Vergangenheit oft gegen Geschäfte oder Cafés. Es blieb aber nicht immer nur bei Schüssen: Ende August etwa warfen Unbekannte einen Sprengsatz auf einen Barbier-Salon im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Im Juni explodierte mutmaßlich eine Handgranate vor einem Spätkauf im Stadtteil Wedding. Viele der Taten werden dem Bereich der Organisierten Kriminalität zugeschrieben. Vor dem Landgericht Berlin stehen derzeit drei Angeklagte im Alter von 21, 21 und 35 Jahren, die im Januar ein Lokal mit Schüssen und Brandsätzen angegriffen haben sollen. Dabei ging es aus Sicht der Staatsanwaltschaft darum, eine Drohkulisse aufzubauen und sogenanntes Schutzgeld einzufordern.
Sendung: rbb24 Inforadio, 23.09.2026, 09:40 Uhr Audio: rbb24 Inforadio, 23.09.2026, Tobias Moek
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