Matratzen am Gehsteig, Müllsäcke am Straßenrand: Die Anwohner eines beliebten Wiener Stadtteils klagen über eine zunehmende Verschmutzung ihrer Umgebung. Doch die Stadtreinigung verweist auf Probleme, die auch für deutsche Städte beispielhaft sind.
Matratzen am Gehsteig, Müllsäcke am Straßenrand: Die Anwohner eines beliebten Wiener Stadtteils klagen über eine zunehmende Verschmutzung ihrer Umgebung. Doch die Stadtreinigung verweist auf Probleme, die auch für deutsche Städte beispielhaft sind.
Im 10. Wiener Gemeindebezirk wächst der Unmut über ein ausuferndes Müllproblem, berichtet die österreichische Lokalzeitung "Mein Bezirk". Mehrere Bewohner des Bezirk Favoriten, berichten von verschmutzten Gehsteigen und Straßenzügen. Matratzen, Kartons und Müllsäcke würden teils wochenlang an denselben Stellen liegen bleiben. Viele fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen.
"Auf dem Weg in die Arbeit muss ich aufpassen, wohin ich trete“, bemerkt eine Anwohnerin. "Bei der Stadt melden bringt gar nichts." Laut der Magistratsabteilung 48 (MA 48), die für die Abfallwirtschaft, die Straßenreinigung und den städtischen Fuhrparkweist zuständig ist, sind die Ursachen komplexer, als vielen bewusst sei.
Ein zentrales Problem ist die komplexe Zuständigkeitsverteilung. Liegt beispielsweise Müll in einem Schanigarten, sind der Betreiber oder die Hausverwaltung verantwortlich. Für Grünflächen ist die MA 42 (Stadtgärten) zuständig, während Gehwege gemäß § 93 StVO in die Verantwortung der Anrainer fallen.
Für viele Bürger ist es unverständlich, dass nicht einfach die Stadtreinigung alles beseitigt. Eine solche Ausweitung hätte jedoch laut Stadt erhebliche Budgetfolgen. Bei der MA 48 sind rund 3000 Personen beschäftigt, etwa 1000 davon in der Straßenreinigung. Die Organisation erfolgt über sogenannte Kehrbezirke, die wiederum in Sektionen und Kehrflächen unterteilt sind.
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Auch in Deutschland belasten ein steigendes Müllaufkommen, Personalmangel und begrenzte Budgets die kommunalen Dienste zunehmend, berichtet das Lokalmagazin "The Berliner.". Insbesondere in Großstädten wie Berlin bleiben regelmäßig Verpackungen und sperrige Abfälle auf Straßen und Plätzen liegen. Oft reichen die Kapazitäten der kommunalen Reinigungskräfte nicht aus, um diese schnell zu beseitigen.
In einigen Städten reagieren die Behörden mit härteren Maßnahmen, wie beispielsweise erhöhten Bußgeldern für das illegale Wegwerfen von Abfall, um Fehlverhalten einzudämmen. Ein Beispiel ist Frankfurt am Main, das am 1. Oktober 2025 deutlich höhere Bußgelder eingeführt hat, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Ob diese zu einer Verbesserung geführt haben, ist noch nicht absehbar.
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