Beim traditionellen Empfang in St. Ingbert fordern IG-Metall-Vize Kerner und SPD-Fraktionschef Commerçon Planungssicherheit für die Transformation. Kritik an Arbeitnehmern weisen sie zurück.
St. Ingbert · Beim traditionellen Empfang in St. Ingbert fordern IG-Metall-Vize Kerner und SPD-Fraktionschef Commerçon Planungssicherheit für die Transformation. Kritik an Arbeitnehmern weisen sie zurück.
18.09.2026 , 17:00 Uhr
Die saarländische SPD hat am Donnerstagabend zum traditionellen Betriebs- und Personalräteempfang eingeladen und ihren Kurs hin zur Transformation bekräftigt.
Foto: BeckerBredelDie Saarländische SPD hat am Donnerstagabend in St. Ingbert zum traditionellen Betriebs- und Personalräteempfang eingeladen und ihren Kurs hin zur Transformation bekräftigt. IG-Metall-Vize Jürgen Kerner sagte als Gastredner in der Alten Schmelz, am grünen Stahl führe kein Weg mehr vorbei. Die Unternehmen bräuchten aus der Politik Planungssicherheit – die habe man auf dem Weg zum grünen Stahl geschaffen, und davon dürfe man nicht mehr abweichen.
Wer unterdessen die Arbeitnehmer verunglimpfe und ihnen zu viele Krankmeldungen, zu wenig Arbeitsstunden und zu hohe Löhne vorwerfe, der beleidige tausende Menschen, die das Rückgrat der Wirtschaft seien und ohne die man nicht weiterkomme, sagte Kerner. Hier müsse man wieder zu einem respektvollen Umgang finden.
Die Gewerkschaften seien dabei lösungsorientiert: „Wir sind zu Kompromissen bereit, aber auf Augenhöhe. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind nicht das Problem“, sagte er. Und daher dürfe man ihnen auch nicht die alleinige Last aufbürden.
SPD-Fraktionschef Ulrich Commerçon sagte als Gastgeber, Kriege und hohe Energiekosten seien unbestritten Probleme für den Standort. Es gebe aber auch einen „supersaumäßig unfairen Wettbewerb in der Welt“. Und der dürfe nicht zur Abwärtsspirale führen. „Politik kann den Strukturwandel mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gestalten und schaffen“, sagte er zusammen mit Ministerpräsidentin Anke Rehlinger.
Beide sprachen sich dafür aus, den Industriestandort Saarland zu erhalten und Stahl weiterhin vor Ort zu produzieren. „Damit vermeiden wir Abhängigkeiten“, sagte Commerçon und plädierte für Verlässlichkeit auf diesem Kurs.
Der SPD-Abgeordnete Timo Ahr vom DGB stimmte dem zu und versicherte, dass die SPD Saar um den Stahlstandort kämpfen werde. Man solle dabei auch wissen, dass gerade die AfD die Stahlindustrie im Stich lassen wolle. (ten/loz)